Nabu-Exkursion

Wo einst Panzer rollten, blühen heute seltene Pflanzen

Auf Einladung des Nabu Hundsangen erkundete eine Gruppe den ehemaligen Panzerübungsplatz bei Westerburg. Der hat, wie auch der Stegskopf und weitere ehemalige militärische Liegenschaften des Bundes, eine neue Bestimmung erhalten.

Während Teile zu gewerblichen Zwecken verkauft oder zur Photovoltaik verpachtet wurden, gehört ein weiterer Teil zwischen Westerburg und Ailertschen jetzt der Nabu-Naturerbe-Stiftung.

Auf jeden Fall soll es grün bleiben, aber artenreich und bunt werden in Feld und im Wald, durch Förderung von Laubbäumen, Gehölzsäumen, Tümpel und Staudenfluren, sowie in artenreichen mageren oder feuchten Wiesen und Weiden.

Auf den bunten, relativ ebenen und mit Wald umgebenen Wiesen und Weiden haben sich bereits jetzt oder jetzt wieder zahlreiche Arten angesiedelt. Auch selten gewordene Heilpflanzen, Vögel oder Schmetterlinge breiten sich auf den ungedüngten Grünlandflächen mit ihrem kurzen Gras aus.

Die Nabu-Naturerbestiftung aus Berlin hat hierzu auch mit dem vor Ort tätigen Nabu Guckheim eine Mitbetreuung vereinbart zur naturnahen Pflege und Entwicklung. Aufgrund langjähriger Zusammenarbeit der Nabu-Gruppen Hundsangen und Guckheim und ganz aktuell in Verbindung mit der 30-Jahr-Feier des Nabu Hundsangen war eine gemeinsame Wanderung und Vorstellung von Flora und Fauna vereinbart worden. Besonders positiv waren darüber hinaus bereits eingeleitete naturschutzbezogene Vereinbarungen zwischen einem Landwirt und dem Planungsbüro von Markus Kunz in Hachenburg bzw. der Kreisverwaltung. Das Landschaftspflegebüro berät Landwirte in der extensiven Pflege und vereinbart eine naturschutzbezogene Bewirtschaftung mit der Landwirtschafts- und Naturschutzbehörde. Fehlende Düngung, geringerer Besatz oder späterer Nutzungsbeginn schränken die Erträge ein und sind daher besondere, förderfähige Naturschutzleistungen, die Landwirten aus Naturschutzprogrammen honoriert werden können.

Mehrere Teilnehmer der Wanderung waren überrascht, dass große Teile des Aufwuchses Anfang August bereits gemäht waren oder der Aufwuchs in anderen Teilen sehr lückig war. Die Naturfreunde sowie Bruno Koch und Peter Fasel vom Nabu konnten schnell aufklären. So waren für die Vogelarten Braunkehlchen und Neuntöter höhere Grasstreifen stehen gelassen worden, da sie vom Ansitz auf Stauden jagen. Wiesenpieper oder das Gros der Blütenpflanzen, Eidechsen oder Schmetterlinge wie der hier häufigere Schwalbenschwanz entwickeln sich aber nur in besonders warmen, mageren und trockenen Blumenrasen mit Wilder Möhre, ferner Waldhyazinthen, Heidenelken oder Kreuzblümchen. Aufmerksam wurden viele Teilnehmer, wenn über Pflanzen mit heilender Wirkung gesprochen wurde, wie das Johanniskraut oder die Vielzahl der Duft- und Aromapflanzen wie Thymian, Minze oder Majoran bzw. über alte Färberpflanzen wie den Färberginster. red

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