Info: Synagoge wurde 1846 fertiggestellt

Juden werden erstmals 1451 in Villmar urkundlich erwähnt. 1570 lebte mindestens ein Jude hier, 1636 wurden die Juden Säbel und Feist genannt.

Juden werden erstmals 1451 in Villmar urkundlich erwähnt. 1570 lebte mindestens ein Jude hier, 1636 wurden die Juden Säbel und Feist genannt. Im Jahr 1637 klagten Juden in einer Bittschrift an die Obrigkeit darüber, dass Villmarer Bürger „Wasser und Feuer an ihr Haus legen“ wollten, wenn sie kein weiteres Schutzgeld zahlten.

Überliefert sind auch Klagen von Villmarer Bürgern gegen Juden. Wilhelm Flach klagte 1658 bei der Obrigkeit gegen den Juden Feist aus Villmar. Es ging um eine Rechnung für einen Mantel. Der Metzger Niclas Krämer klagte beim Trierischen Amtmann gegen die Judenschaft, die ihm aus seiner Sicht unrechtmäßig Konkurrenz machte. 1734 bis 1772 wurden laut Protokollen im Pfarrarchiv Villmar mehrere Juden und ihre Frauen wegen angeblichen Fehlverhaltens mit „Wachsstrafen“ belegt.

1817 wurde eine Judenschule an der Weede beim Rathaus erwähnt. 1823 lebten hier zwölf jüdische Familien, die einen eigenen Lehrer einstellten. 1840 gab es 40 Juden in Villmar. Wie überall im Herzogtum Nassau nahmen die Juden 1841 erbliche Familiennamen an. Sie nannten sich Rosenthal, Ackermann, Herz, Saalberg, Eisenthal, Philippsohn und Seligmann.

Fünf Jahre später wurde das Wohnhaus eines Juden als Synagoge hergerichtet und 1846 fertiggestellt. Es befindet sich heute in Privatbesitz. Im Untergeschoss lagen Wohnräume (früher Schulräume?), die 1932 Heinrich Rosenthal mit seiner Familie bezog.

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