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Ein Jahr in Kamerun

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Die schriftlichen Abiturprüfungen hat Louisa Obisesan geschafft, jetzt bereitet sie sich auf ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) vor. In Kamerun will die 18-Jährige ab September in einer Schule den Kindern IT- und Computerunterricht geben.

Von Elisa Anders

Den Wunsch, nach dem Abitur erst einmal ins Ausland zu gehen, hat Louisa schon seit der siebten Klasse, als sie erstmals von der Möglichkeit hörte, in anderen Ländern als Au-pair zu arbeiten. Zuerst wollte sie in ein von der westlichen Kultur geprägtes Industrieland gehen. Die USA, Australien und Neuseeland standen ganz oben auf der Liste, unter anderem deshalb, weil sie ins englischsprachige Ausland wollte. Nach längeren Recherchen entschied sich Louisa aber für ein FSJ. „Ich habe lange überlegt“, sagt die Marienschülerin, „und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich lieber etwas Soziales machen möchte“. Sie informierte sich über verschiedene Freiwilligenprogramme in Entwicklungsländern und bewarb sich schließlich beim Internationalen Bund (IB).

Der IB vermittelt Freiwillige unter anderem über das „Weltwärts-Programm“. Das ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Louisa entschied sich für Kamerun, denn „gerade in den afrikanischen Ländern wird man gebraucht“.

Dass die Wahl ausgerechnet auf Kamerun fiel, hatte auch familiäre Gründe. Louisas Vater Olufemi stammt aus dem Nachbarland Nigeria. Bisher kannte sie nur die deutsche Lebensweise der Familie ihrer Mutter. Jetzt will sie mehr über ihre afrikanischen Wurzeln erfahren, mit der Kultur vertraut werden und eine neue Lebensweise kennenlernen. Louisa hofft außer-dem, dass sich so die Möglichkeit ergibt, im Dezember zu einer Familienfeier nach Nigeria zu fahren. Mit ihren nigerianischen Familienmitgliedern hält sie sonst nur über Facebook Kontakt.

Schulunterricht

Ihren Freiwilligendienst wird sie im Nordwesten Kameruns in der Region um Bamenda, genauer gesagt bei „CAMAAY“, einem gemeinnützigen Verein im Bereich der schulischen und außerschulischen Kinder- und Jugendbildung, leisten. Dort wird Louisa in den Jahrgangsstufen vier bis sechs unterrichten und außerschulische Angebote für Jugendliche entwickeln. Im Unterricht wird sie den Kindern den Umgang mit Computern beibringen und verschiedene Programme vorstellen. Das sei aber teilweise sehr schwierig, denn „für 40 Kinder gibt es manchmal nur einen Laptop“. Für eine bessere Ausstattung fehlen einfach die finanziellen Mittel. In der Mittagsbetreuung kann Louisa dann eigene Ideen verwirklichen. In der „Time-to-be“ entwickeln die Freiwilligen vor Ort ein Nachmittagsprogramm für die Kinder. So kann man zum Beispiel eine Bastelgruppe gründen, verschiedene Sportarten anbieten oder, wie Louisa es vorhat, einen Chor aufbauen. „Mein Leistungskurs ist Musik, da bietet sich ein Chor oder vielleicht auch eine kleine Band einfach an.“

Auch für die Zeit nach dem FSJ hat Louisa schon Pläne: Sie möchte Englisch auf Lehramt studieren. „Ein FSJ in einer Schule ist bestimmt auch vorteilhaft für’s Studium“, so die Abiturientin. Außerdem kann sie in Kamerun ihre Sprachkenntnisse verbessern, denn im Nordwesten des Landes wird Englisch gesprochen.

Unterstützer gesucht

Louisas Einsatz wird zu 75 Prozent vom BMZ gefördert. Die restlichen 2400 Euro der Aufenthaltskosten müssen vom Freiwilligen selbst aufgebracht werden. Um ihr Projekt zu finanzieren, arbeitet Louisa nebenher in der Stadthalle in Limburg und im Sommer in einem Eiscafé. Von „Weltwärts“ werden die Freiwilligen zudem aufgefordert, für das Projekt zu werben und einen Unterstützerkreis aufzubauen. Das können sowohl Privatpersonen als auch Firmen sein.

Für diejenigen, die Louisas Freiwilligendienst in Kamerun finanziell unterstützen möchten, hat die Schülerin ein Spendenkonto eingerichtet: Spendenkonto Kamerun; IBAN: DE 66511500180177382983; BIC: HELADEF1LIM. Interessierte können sich auch unter Telefon:  (0 64 38) 7 22 03, Handy (01 57) 57 14 27 63 oder per E-Mail unter louisaobisesan@gmail.com mit Louisa in Verbindung setzen.

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