Rund 50 Teilnehmer hörten den Ausführungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (oben links) zu. Er war Gast der Videokonferenz der CDU Westerwald.
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Rund 50 Teilnehmer hörten den Ausführungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (oben links) zu. Er war Gast der Videokonferenz der CDU Westerwald.

Jens Spahn ist Gast der Videokonferenz der CDU Westerwald

Jens Spahn: "Die Unbefangenheit wird wieder zurückkehren"

  • vonMariam Nasiripour
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur aktuellen Corona- und Impflage

Westerwald -Acht Millionen Impfdosen für die Bundesländer bis zum Ende der Woche, schrittweise Öffnung des Einzelhandels, der Gastronomie und der Sportstudios sowie die Aussicht auf ein wenig Normalität hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur digitalen Videokonferenz der CDU Westerwald mitgebracht. Bei den Öffnungen könnten sogar regionale Unterschiede, abhängig von der Inzidenz, gemacht werden. Als "Minister der Stunde" wurde er von Jenny Groß, Kandidatin für den rheinland-pfälzischen Landtag, angekündigt. Die rund 50 Teilnehmer hörten aber auch viele Wiederholungen: Die Bundesregierung habe genügend Impfstoff bestellt, er verstehe den Unmut der Bürger und die Corona-Hilfen werden ausgezahlt.

Spahn betonte, dass die Gesundheit zwar wichtig und das höchste Gut sei, aber eben nicht über allem stehe. Es gehe darum, die Balance zu finden zwischen Gesundheit und wirtschaftlichem Wohl. "Wir wussten, dass der Winter hart wird, aber nicht dass er so hart wird. Wir haben gedacht, dass die Maßnahmen ausreichen würden", so Spahn. Jetz gehe es darum, die Zahlen nach unten zu drücken. So könne auch die Verbreitung der Virus-Mutationen verhindert werden.

Zum Thema Impfstoffknappheit sagte Spahn, dass Deutschland sogar mehr Impfstoff geordert hätte als die USA. Damit könne die Bundesregierung allen Bürgern eine Impfung bis zum Sommer garantieren. "In den nächsten Monaten kommen alle dran. Glauben Sie mir", betonte er. Spahn fügte hinzu, dass bald auch eine Impfung in der hausärztlichen Praxis möglich sein soll.

Er könne es verstehen, so der Minister, dass die Nerven bei der Bevölkerung blank liegen. Dass die Menschen emotional werden, weil viel auf dem Spiel steht. Aber man müsse auch bedenken, dass es Deutschland bei weitem nicht so hart getroffen hätte wie andere Staaten. Als Beispiele nannte er Portugal, Frankreich, USA und Großbritannien. Daher sei es besonders wichtig, weiter in das Gesundheitssystem zu investieren und dieses zu stärken.

An sieben Tagen länger impfen

Er selbst hätte auch schon seit vielen Monaten kein Sport getrieben und würde stattdessen viel spazieren gehen. Auf die Frage, warum denn die Friseure am 1. März öffnen dürfen, antwortete Spahn, dass Körperpflege sehr wichtig sei. "Ein schönes Abendessen im Restaurant wird schneller wieder möglich sein als eine Hochzeitsfeier", ergänzte der Bundesgesundheitsminister. Letzteres hätte auch schon im vergangenen Jahr nicht stattfinden dürfen.

In diesem Zusammenhang verwies er auch darauf, dass es nie wieder so sein wird wie vor der Pandemie, aber die Unbefangenheit würde wieder zurückkehren, sagte Spahn. "Dafür muss das Impfen funktionieren." Hierzu würden auch schon Gespräche mit den Ländern über die Ausweitung der Öffnungszeiten der Impfzentren laufen. Jens Spahn bereitete die kommunalen Chefs auch schon direkt darauf vor, dass die Impfzentren womöglich an sieben Tagen in der Woche mit längeren Öffnungszeiten geöffnet sein werden. Darauf sollten sich die Kommunen gefasst machen.

Der Bundesgesundheitsminister erinnerte daran, dass sich die Pandemie vor genau einem Jahr an Aschermittwoch in Deutschland ausgebreitet habe. Es habe bei einer Fastnachtsveranstaltung in Heinsberg begonnen. Und nur einige Monate später würden schon die ersten drei Impfstoffe zur Bekämpfung des Virus vorliegen. Er verteidigte die Impfstrategie der Bundesregierung und verwies dabei auf Großbritannien, das aktuell nur eine Erstimpfung verabreichen würde. Deutschland dagegen sei sogar schon bei der Zweitimpfung angekommen.

Spahn bekräftigte in der einstündigen Videokonferenz die Wirksamkeit der Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astra Zeneca. Alle drei seien wirksam, auch gegen die Mutationen. Außerdem betonte er, wie wichtig es sei, die richtigen Lehren aus der Pandemie zu ziehen. "Die Erinnerung an die Pandemie wird uns alle unser Leben lang begleiten", sagte der Minister. Eine Lehre sei es auch, sich von China unabhängig zu machen. Die Pandemie biete Deutschland die Chance, daraus eigenständiger und innovativer heraus zu gehen, ist sich der Bundesgesundheitsminister sicher.

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