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Jörg Denninghoff ist der neue Landrat im Rhein-Lahn-Kreis

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Von: Rolf Goeckel

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Händedruck zum Wahlsieg: Udo Rau (rechts) gratuliert Jörg Denninghoff.
Händedruck zum Wahlsieg: Udo Rau (rechts) gratuliert Jörg Denninghoff. © goe

Christdemokrat Udo Rau scheitert knapp mit 47,4 Prozent

Rhein-Lahn -Klarer Sieg für Jörg Denninghoff: Mit 52,6 Prozent der Stimmen hat der SPD-Kandidat aus Allendorf gestern die Wahl zum Landrat des Rhein-Lahn-Kreises gewonnen. Sein Mitbewerber Udo Rau (CDU, Freie Wähler) schlug sich mehr als achtbar und holte 47,4 Prozent. Enttäuschend gering war die Wahlbeteiligung: Sie lag bei mageren 38,6 Prozent. Amtsantritt des neu gewählten Landrats ist am 1. Juli.

Der Sieg Denninghoffs zeichnete sich schon früh am Abend nach Auszählung von nur wenigen Wahlbezirken ab: Der 55-jährige Landtagsabgeordnete lag von Beginn an über der 50-Prozent-Marke und sollte die Führung im Laufe des Abends auch nicht mehr abgeben. Knapp zwei Dutzend Personen verfolgten das Kopf-an-Kopf-Rennen der Kontrahenten im Kreishaus, wo Jörg Denninghoff gegen 18.45 Uhr mit seiner Lebensgefährtin Irmhild Michel und dem Nassauer Stadtbürgermeister Manuel Liguori (SPD) eintraf. Liguori wird Denninghoffs Landtagsmandat übernehmen.

Erster Gratulant des frisch gewählten Landrats war Udo Rau, der kurz nach Denninghoff gemeinsam mit Ehefrau Elisabeth im Kreishaus erschienen war. Auch der Landtagsabgeordnete Matthias Lammert (CDU) aus Diez gratulierte dem neuen Chef im Kreishaus. Blumen überreichte die Erste Kreisbeigeordnete und Wahlleiterin Gisela Bertram (SPD), die an diesem Abend den erkrankten Landrat Frank Puchtler (SPD) vertrat.

"Ich habe mit dem Sieg gerechnet", sagte Jörg Denninghoff im Gespräch mit dieser Zeitung. "Aber bei einer Personenwahl weiß man es nie so genau." Ausschlaggebend für seinen Erfolg sei wohl sein hoher Bekanntheitsgrad in zwei Dritteln des Rhein-Lahn-Kreises gewesen; daher habe er sich im Wahlkampf ganz gezielt auf jene Teile des Kreises konzentriert, in denen er nicht so bekannt war, also beispielsweise auf die Stadt Lahnstein und die Verbandsgemeinde Loreley.

Rau: "Ich habe meine Freiheit wieder"

Schon kurz vor dem Ende der Auszählung räumte Udo Rau, der ehemalige Bürgermeister der inzwischen mit Bad Ems fusionierten Verbandsgemeinde Nassau, seine Niederlage ein. "Alea iacta est - die Würfel sind gefallen", zitierte Rau den Feldherrn Julius Caesar und wünschte Jörg Denninghoff alles Gute für die "schwierige Aufgabe, die Dir in den nächsten acht Jahren bevorsteht". Für sich persönlich nahm Rau die Niederlage gelassen: "Ich habe meine Freiheit wieder", sagte der 53-Jährige mit Blick auf seinen vorzeitigen Ruhestand, den nun fortsetzen kann. Enttäuscht sei er nicht, sagte Rau. "Im Rhein-Lahn-Kreis muss man mit einem solchen Ergebnis rechnen." Er habe erwartet, dass es knapp wird - nur für wen, da sei er sich nicht so sicher gewesen.

"Vor dem Bäumefällen die Säge schärfen"

"Wir hatten zwei gute Kandidaten", erklärte die Erste Kreisbeigeordnete Gisela Bertram. "Demokratie lebt davon, dass sich Menschen zur Wahl stellen und dabei ihre Niederlage einkalkulieren."

Der frisch gewählte Landrat richtete bereits den Blick nach vorn: "Der Rhein-Lahn-Kreis muss zukunftsfest gemacht werden", sagte er. Ganz oben auf seiner Agenda als Verwaltungschef stehe die Digitalisierung der Verwaltung. "Die Mitarbeiter müssen effizienter arbeiten können." Dazu müsse "die Säge geschärft werden, bevor man Bäume fällt." Aber auch ganz neue Herausforderungen sehe er als künftiger Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, sagte Denninghoff mit Blick auf Flüchtlinge aus der Ukraine, die nun in großer Zahl versorgt werden müssten. Dazu kämen die nach wie vor bestehende Corona-Pandemie, das Thema Klimaschutz und die Kreisfinanzen. "Jetzt beginnt die Arbeit."

Doch bevor es soweit ist, war gestern zunächst einmal feiern angesagt. Gemeinsam mit Genossen aus dem Rhein-Lahn-Kreis wollte sich Denninghoff im Stammlokal der Sozialdemokraten, dem Restaurant Alt Ems, treffen. Rolf Goeckel

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