SPD nennt Kandidaten

Jörg Sauer soll Landrat werden

Wer tritt bei der Landratswahl im Landkreis Limburg-Weilburg gegen den CDU-Kandidaten Michael Köberle an? Die SPD will den ehemaligen Löhnberger Bürgermeister Jörg Sauer nominieren.

Michael Köberle (CDU) gegen Jörg Sauer (SPD) könnte das Duell bei der Landratswahl am Sonntag, 28. Oktober, heißen, wenn die Bürger im Landkreis Limburg-Weilburg aufgerufen sind, einen Nachfolger von Landrat Manfred Michel (CDU) zu bestimmen, der nicht mehr antritt; parallel wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. Nach einer gemeinsamen Sitzung des SPD-Unterbezirksvorstands mit den Vorsitzenden der Ortsvereine und der Kreistagsfraktion gab Tobias Eckert, Vorsitzender des SPD im Landkreis, bekannt, dass Jörg Sauer Landrat werden soll. Die offizielle Nominierung des ehemaligen Löhnberger Rathauschefs soll in einer Kreismitgliederversammlung am Freitag, 18. Mai, erfolgen.

„Als der Wunsch an mich herangetragen wurde, als Landrat zu kandidieren, habe ich sowohl auf Kopf als auch Bauch gehört“, sagt Sauer. Er habe bereits nach wenigen Tagen die große Lust verspürt, seine Erfahrungen und sein Wissen erneut in einer großen Verwaltung einzusetzen, noch dazu in seiner Heimat. „Ich wohne seit 1964 im Landkreis, in Weilburg und Löhnberg, und habe die längste berufliche Zeit meines Lebens in Limburg verbracht“, sagt Sauer. Bis zur offiziellen Nominierung will er in allen Ortsvereinen und Arbeitsgemeinschaften der heimischen SPD seine Themen und Ideen vorstellen und diskutieren.

Den Beruf des Landrats sieht Sauer nicht als den eines „reinen“ Politikers. In erster Linie gehe es darum, die größte Verwaltung des Landkreises zu leiten, täglich fachliche Entscheidungen zu treffen und den Menschen kompetent gegenüberzutreten. Die weitere Säule der Arbeit sei das Verständnis für die Region, ihre Sorgen, Nöte, Ängste, Erwartungen und Wünsche. Schließlich müsse er mit neuen Ideen und Zielen das Beste für den Kreis erreichen wollen.

Jörg Sauer, Jahrgang 1963, besuchte die Jakob-Mankel-Grundschule und das Gymnasium Philippinum in Weilburg. Nach seinem Abitur 1982 und dem Wehrdienst studierte er an der Fachhochschule für Verwaltung in Gießen. Von 1987 bis 1989 arbeitete er im Bauamt des Landkreises Limburg-Weilburg und wechselte von dort in die „Stabsstelle“ der Verwaltung, das Referat „Oberste Kreisorgane“. Sauer arbeitete von dieser Stelle aus nicht nur mit allen Dezernaten, Abteilungen und anderen Behörden zusammen, sondern war zudem unmittelbarer Mitarbeiter des Landrats, des Kreistags und des Kreisausschusses.

1996 kandidierte er für das Amt des Bürgermeisters in Löhnberg, das er nach gewonnener Wahl 1997 antrat; 2003 erfolgte seine Wiederwahl.

Nach dem selbstgewählten Ausscheiden aus dem Amt beteiligte er sich 2009 mit zwei Partnern aus Gießen an einem gerade in Gründung befindlichen Maschinenbauunternehmen in Rheinland-Pfalz. „Dadurch weiß ich, was es bedeutet, ein Unternehmen in Deutschland in den Markt zu führen und dort zu halten“, sagt Sauer, „und wie Verwaltungen dabei gezielt helfen können.“ 2017 beendete er seine Beteiligung am Unternehmen, denn „jetzt läuft’s“, sagt Sauer.

2011 gründete er zudem gemeinsam mit seinem Freund und ehemaligen Bürgermeister von Hünfelden, Norbert Besier, das Büro „VIS 21“ in Limburg. Neben klassischer Beratungsarbeit für Unternehmen und Kommunen galt und gilt ein Schwerpunkt der Projektarbeit „Erneuerbare Energien“, wobei Sauer für den Bereich Biomasse und Solartechnologie zuständig war.

Michael Köberle ist als Kandidat der CDU für die Landratswahl im Herbst bereits offiziell nominiert.

Sollte es weitere Landratskandidaten geben und bei der Wahl am 28. Oktober keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhalten, ist die Stichwahl für den 11. November angesetzt. red

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