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Von der Jugend in die Selbstständigkeit

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Antje Brück stellte sich den Fragen von Heike Lachnit über die Betreuung von Mädchen und gibt einen Einblick in die Arbeit der Diakonie Hephata.

NNP: Warum kommen die Mädchen zu Ihnen?

ANTJE BRÜCK: Die Gründe sind ganz verschieden. Die Mädchen stammen aus problematischen Familienverhältnissen, die Eltern sind überfordert, oder sie haben seelische sowie körperliche Gewalt erfahren. Hinter jedem Mädchen steht ein anderes Schicksal.

NNP: Was macht die Arbeit mit den Mädchen und jungen Frauen aus?

BRÜCK: Wir haben Spaß an der Arbeit und sind alle mit dem Herzen dabei. Wir begleiten die Entwicklung der Mädchen und bekommen mit, wie sie selbstständig werden. Wir können ihnen so viel mitgeben auf ihrem Weg, und das ist fantastisch. Die Mädchen geben uns auch vieles zurück. Hier in den Außenwohnungen freuen sie sich richtig, wenn wir kommen. Mit manchen Mädchen halten wir auch Jahre später noch Kontakt, auch wenn sie längst ihr eigenes Leben leben.

NNP: Welche Herausforderungen gibt es mit den betreuten Mädchen?

BRÜCK: Jede Jugendliche hat ihre eigene Entwicklung. Da gibt es auch Streitigkeiten und Konflikte, die Pubertät. Nach außen hin sind die Mädchen immer negativ besetzt, aber dies stimmt nicht. Es sind normale Mädchen mit ihren Schwächen und Stärken wie jedes andere Mädchen auch.

NNP: Ab welchem Alter betreut die Diakonie Hephata Mädchen?

BRÜCK: Mädchen ab sechs Jahre können zu uns kommen. Es gibt kein festes Alter oder einen Zeitplan, wie lange die Mädchen oder jungen Frauen bei uns bleiben. Einige Mädchen werden zurück in ihre Familien geführt, andere Mädchen begleiten wir bis in ihre Selbstständigkeit.

NNP: Wie ist die Betreuung der Mädchen gegliedert?

BRÜCK: Wir haben eine Stammgruppe mit zwölf Plätzen in Elz. Da werden die Mädchen 24 Stunden betreut. Daneben haben wir drei Außengruppen, eine in Staffel und zwei in Elz, mit insgesamt sechs Plätzen. Dort kommen wir nur stundenweise vorbei. Die Außengruppen stellen einen Zwischenschritt dar zwischen der Stammgruppe sowie der Selbstständigkeit. In Niederhadamar besitzen wir noch zwei Trägerwohnungen, in denen die Mädchen das alleine Wohnen proben können, bevor sie in ihre eigene Wohnung ziehen.

NNP: Was müssen die Mädchen erfüllen, um von der Stammgruppe in die Außenwohngruppe zu wechseln?

BRÜCK: Es findet eine halbjährliche Beurteilung der Mädchen statt, um die Fortschritte zu dokumentieren. Grundvoraussetzungen, dass die Mädchen in den Außenwohngruppe ziehen dürfen, sind Ehrlichkeit, Offenheit und Grundvertrauen. Diese Punkte erarbeiten wir bereits in der Stammgruppe.

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