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Das Streichquartett „Signum“ gestaltet den Konzertabend am kommenden Samstag im Oraniensteiner Schloss.

Kultur

Kammermusik vom Feinsten in Limburg

Ein Shooting-Star am Klavier, ein renommiertes Streichquartett und ein herausragendes Werk der romantischen Kammermusik – das sind die Zutaten des letzten Oraniensteiner Konzerts in diesem Jahr.

Ein großartiges Werk der romantischen Kammermusikliteratur steht im Zentrum des diesjährigen Abschlusskonzerts auf Schloss Oranienstein: Antonin Dvoráks Klavierquintett in A-Dur ist nicht nur eine seiner meist gespielten Kompositionen, sondern repräsentiert zudem wie kaum ein anderes Werk den künstlerischen Geist des tschechischen Komponisten. Reiche Melodik, üppiger Klang und neben spätromantischem Pathos auch eine mitreißende tschechische Volkstümlichkeit charakterisieren das Werk. Es erklingt am kommenden Samstag um 20 Uhr im Schloss.

Bezug zu Goethe

Künstler des Abends ist zum einen das Streichquartett „Signum“ mit Florian Donderer und Annette Walther (Violinen), Xandi van Dijk (Viola) und Thomas Schmitz (Violoncello). Zum anderen kommt der 28 Jahre alte Pianist Alexander Krichel zum zweiten Mal seit 2015 ins Schloss. Dort wurde er bereits damals für sein Solorezital begeistert gefeiert. Er spielt im weiteren Verlauf des Abends Auszüge aus Franz Liszts Sammlung von Charakterstücken, „Années de pèlerinage“. Die Klavierstücke beziehen sich auf den Entwicklungsroman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ von Johann Wolfgang von Goethe. Ebenso wie die Romanfigur Wilhelm Meister seinen Charakter auf einer Reise entwickelt, nimmt der Komponist Liszt seine eigenen Reiseerfahrungen zum Anlass für diese Kompositionen.

Den beiden romantischen Meisterwerken stellen die Musiker das 4. Streichquartett des Klarinettisten und Komponisten Jörg Widmann entgegen. Widmann zählt zu den wenigen lebenden Komponisten der jüngeren Generation, die sich auch heute noch der Gattung des Streichquartetts widmen.

Junger Shooting-Star

Der Pianist Alexander Krichel zählt seit dem Gewinn des Echo-Klassik-Preises im Jahr 2013 für seine Debüt-CD zu den jungen Shooting-Stars der Klassikwelt. Mittlerweile hat er eine Reihe weiterer hochgelobter Einspielungen veröffentlicht, darunter Rachmaninows Klavierkonzert Nummer 2 mit der Dresdner Philharmonie unter Michael Sanderling und zuletzt „Miroirs“, ein Album mit Solo-Werken von Maurice Ravel. Der gebürtige Hamburger studierte bei Vladimir Krainev an der Hamburger Musikhochschule, bevor er zu Dmitri Alexeev an das Royal College of Music in London ging, wo er im Jahr 2016 sein Studium mit Auszeichnung abschloss. Außerdem kann Krichel bereits auf Debüts mit den Bamberger Symphonikern unter Jonathan Nott, dem HR-Sinfonieorchester unter Antonio Méndez sowie dem Tokyo Symphony Orchestra und dem Kyoto Symphony Orchestra zurückblicken.

Das Signum Quartett hat sich in den vergangenen Jahren als eines der profiliertesten Streichquartette seiner Generation etabliert. Die vier Musiker studierten intensiv beim Alban-Berg-Quartett, beim Artemis-Quartett sowie beim Melos-Quartett und arbeiteten mit Komponisten wie György Kurtág, Walter Levin, Alfred Brendel, Leon Fleisher und Jörg Widmann zusammen. Ausgezeichnet wurde das Signum Quartett unter anderem beim Deutschen Musikwettbewerb, beim Premio Paolo Borciani und bei der London International String Quartet Competition.

Karten für das letzte Oraniensteiner Konzert 2018 sind bei der Tourist-Information Diez unter Telefon:  (0 64 32) 9 54 32 11 oder per Online-Bestellung über die Website erhältlich.

(red)

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