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Kathy Kelly im vergangenen Jahr bei einem Konzert in Frankfurt-Höchst.

Musikerin wohnt im Westerwald

Kathy Kelly, der Star aus der Nachbarschaft

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Die „Kelly Family“ hat gerade beim Fernsehsender „Vox“ mit „Ein Sommer der Kelly Family“ ihre eigene „Dokusoap“. Jeden Montag wird dort um 21.15 Uhr über das erfolgreiche Comeback und das derzeitige Leben der Band-Mitglieder berichtet. Eine der zur aktuellen Formation zählenden sieben Geschwister ist Kathy Kelly. Sie lebt in der Verbandsgemeinde Rennerod.

Die Comeback-Pläne eine der europaweit erfolgreichsten Band der 1990er-Jahre, der „Kelly Family“, hatten in der heimischen Region ihren Ursprung. Denn die 55-jährige US-Amerikanerin Kathy Kelly, mit irischen und schottischen Wurzeln, ist den Limburgern wohlbekannt. Sieht man sie doch gerne mal in Limburger Restaurants oder Cafés. Von Limburg und Elz aus hat Kathleen Anne Kelly schon vor Jahren nach der Rückkehr aus Irland viele Telefonate mit ihren Geschwistern und Branchenvertretern geführt, um das Comeback der Geschwisterband einzufädeln.

Klassische Musik

Um Kathy Kelly war es ruhig geworden, nachdem sich die „Kelly Family“ aufgelöst hatte und jeder der Geschwister seinen eigenen Weg ging. Kathleen Anne hatte sich über Jahre in ein Haus der Familie in Irland zurückgezogen, um dort als alleinerziehende Mutter mehr Zeit für ihren Sohn Sean (heute 25 Jahre alt und Marketingstudent) zu haben. Als der langsam erwachsen wurde, hatte Kathy Kelly wieder Lust auf Musik. Die Sängerin wollte wieder Konzerte geben, ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland zurückverlagern. So wohnte sie vorübergehend bei ihrem Bruder Joey bei Köln und bei Freunden in Elz.

Nachdem Kelly sich in die heimische Region verliebt und Objekte in Diez, Hadamar und Mengerskirchen besichtigt hatte, entschied sich die Sängerin für einen Hauskauf im benachbarten Westerwaldkreis. In einem kleinen Dorf der Verbandsgemeinde Rennerod wohnt sie nun mit ihrem erwachsenen Sohn Sean sowie Hund Timmy. Von dort hat sie es nicht weit bis zu ihrem Gesangslehrer Erwin Stephan, den sie noch aus seiner Merenberger Zeit kennt und bei dem sie ihre Leidenschaft für klassische Musik frönt.

Kathy Kelly verdiente sich ihr Geld nach der Rückkehr nach Deutschland überwiegend mit Kirchenkonzerten. Ihr gelang es auch, als Solistin zusammen mit der Gruppe „Ancora“ einen Nummer-eins-Hit in den Niederlanden zu landen. Ihr großer Traum blieb aber, noch einmal die „Kelly Family“ als Band zusammenzubringen. Anfangs verfolgte aber neben Kathy nur Schwester Patricia diese Idee. Joey Kelly hatte sich mittlerweile mit Motivationsvorträgen und als Extremsportler ein neues Geschäftsfeld aufgebaut, Angelo, Michael Patrick (Paddy), Maite, John und Jimmy hatten mittlerweile eigene Familien und ihren Fokus auf Soloprojekten. Hinzu kam die Unsicherheit, ob nach so vielen Jahren überhaupt für die „Kelly Family“ noch ein Markt vorhanden sein könnte.

Zwischen den Geschwistern ging es über Jahre hin und her. Einige hatten über Jahre miteinander keinen Kontakt mehr gehabt, mussten erst wieder Gräben zuschütten und zusammenfinden. Dann sagten Joey, John, Jimmy und Paul neben Patricia und Kathy doch zu, und Angelo erklärte sich bereit, anlässlich des 40-jährigen Bandbestehens 2017 ein Jubiläumskonzert in der Dortmunder Westfalenhalle zu organisieren. Selbst einige Geschwister zweifelten, ob sie am Ort ihres ersten ausverkauften Hallenkonzerts noch einmal ohne Paddy und Maite eine solch große Halle würden füllen können. Doch dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf: Die Halle war innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft, Tickets für zwei Zusatzkonzerte waren ebenfalls innerhalb weniger Stunden vergriffen.

Weitere Konzerte 2019

Die Branche wurde hellhörig. Die Plattenfirma Airforce 1 nahm die Kellys unter Vertrag und nahm mit den Geschwistern in Windeseile ein Album auf. Semmel Concerts, einer der führenden Konzertveranstalter Deutschlands, plante eine am Ende auch ausverkaufte Hallentour mit den Geschwistern durch sieben europäische Länder. Das Album „We Got Live“ schoss auf Platz 1 der deutschen Charts und hat mittlerweile fünffachen Goldstatus.

Kathy Kelly, die im Westerwald vorher noch weitestgehend unbeachtet lebte, wurde plötzlich wieder überall erkannt. Die Geschwister haben mittlerweile entschieden, dass sie 2019 weitermachen werden. Für Fans aus der Region gibt es zum Beispiel Konzerte auf der Loreley, beim Hessentag sowie in der Frankfurter Festhalle.

Der Fernsehsender „Vox“ zeigt Kathy Kelly nicht nur privat im Westerwald und auf der Bühne, sondern taucht auch in ihre Vergangenheit ab und zeigt ihre Kindheit in den USA und Spanien, aber auch die harten Straßenjahre in der Pariser Metro. Vielleicht kann sich noch jemand an 1989 erinnern, als die Kellys mit ihrem Bus völlig überraschend beim Weilburger Residenzmarkt auftauchten und losspielten. Einen Ort, an den sie später 2004 als Stars zu „Pop am Fluss“ zurückkehren sollten.

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