Keime im Trinkwasser

Die Gemeinde Elbtal musste zum Wochenbeginn erneut eine Trinkwasser-Warnung herausgeben: Zum zweiten Male innerhalb von sechs Monaten ist das Leitungswasser im Ortsteil Dorchheim mit coliformen Bakterien verunreinigt.

Erneut desinfiziert die Gemeinde Elbtal das Trinkwasser in Dorchheim mit Chlor und empfiehlt, das flüssige Lebensmittel vor dem Trinken abzukochen. Vor allem gesundheitlich angegriffene oder ältere Menschen sollten vorsichtig sein.

Schon im vergangenen November waren die coliformen Bakterien in den Dorchheimer Leitungen aufgetaucht. Im März mussten die Bewohner der Hochzone von Hangenmeiligen vorsichtiger als sonst mit dem Wasser umgehen.

Die Gemeinde steht allerdings nicht allein da mit dem Problem. Im November schwammen die ungebeten Gäste auch durch die Leitungen in Runkel-Dehrn. Zum Jahresbeginn veröffentlichte die Gemeinde Waldbrunn eine Warnung für Fussingen und Ellar. Der letzte Fall dieser Art im Nordkreis liegt gerade zwei Wochen zurück und beeinträchtigte den Elzer Ortsteil Malmeneich.

Wie die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilt, variiert die Wasserqualität in chemischer Hinsicht im Kreis Limburg-Weilburg stark. Grundsätzlich würden alle Grenzwerte eingehalten – zum Teil nur dank aufwendiger Aufbereitungsverfahren. 50 UV-Entkeimungsanlagen sind zum Beispiel im ganzen Kreisgebiet im Einsatz. Allerdings können diese Anlagen die Keime nur „an der Quelle“ „ersticken“. Was später irgendwo im Netz einsickert, landet im häuslichen Wasserkran.

In ländlichen Gebieten wie im Gebiet des ehemaligen Oberlahnkreises und im „Goldenen Grund“ sind das öfter mal Nitrate. Die Stadtwerke Bad Camberg und Hadamar setzen auf Aktivkohle, um Pflanzenschutzmittel-Reste und chlorierte Kohlenwasserstoffe aus dem kostbaren Nass zu holen. Der hohe Eisen- und Mangangehalt der sauerstoffarmen Grundwässer des Nordkreises und die große Wasserhärte in der Region Limburg, Elz und Hadamar sind weitere Besonderheiten.

Regelmäßig werden alle Trinkwasser-Anlagen der insgesamt 21 kommunalen Versorger sowie besondere Verbrauchsstellen wie Krankenhäuser oder Kindertagesstätten beprobt. Die Ergebnisse gehen an das Kreis-Gesundheitsamt. Im Jahr 2013 wurden 477 Proben mikrobiologisch untersucht. Einmal gab es einen E-Coli-Alarm. Deutlich häufiger tauchten coliforme Keime auf: in insgesamt 52 Proben. Allerdings gehören zu jedem „Störfall“ meistens mehrere positive Proben. Bei 22 bzw. 36 Grad bildeten eine bzw. drei Proben Kolonien, sprich, sie vermehrten sich. Fachleute aus der Wasserwirtschaft verweisen immer wieder auf die hohen deutschen Standards für Trinkwasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz. Dafür gelten deutlich höhere Grenzwerte als für Mineralwasser und Sprudelgetränke. cris

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