Staffeler Bürgerhaus

Der kleine Unterschied

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Mit elf humorvollen Stücken erfreute die „Bühne 800“ ihre Gäste im Staffeler Bürgerhaus. Nach dem Motto „Alle gleich und doch so anders“ ging es elf Mal um die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Warm werden war nicht nötig, weder bei den Darstellern noch beim Publikum. Denn schon das erste der insgesamt elf kleinen Stücke führte zu herzhaften Lachern im Publikum. In „Der Liobel“ zeigte sich Herbert Wittgen als Bayer in Bestform. Nach einem feuchtfröhlichen Wirtshausbesuch hatte er nicht nur Promille im Blut, sondern auch Hunger. Also fragte er die Nachbarin aus dem Erdgeschoss nach Kartoffeln. Das Problem: Er mag die Frau (Maja Hüttel) nicht. Also legt er sich erstmal einen Satz zurecht, um die Dame anzusprechen. Dieser Satz jedoch ändert sich von Etage zu Etage – bis er der erstaunten Nachbarin schließlich kräftig die Meinung hustet.

Wohl ausgewählt, ließen die Stücke den Darstellern den Freiraum, ihr komödiantisches Geschick zu zeigen. Dies setzte bei den Zuschauern „Kopfkino“ in Gang, erkannten sie sich vielleicht selbst in manchen Situationen wieder.

Da ging es zum Beispiel um Hochzeitsvorbereitungen, während deren sich Braut und Bräutigam ihr persönliches Horrorszenario zurecht spinnen: Von Bierbäuchen, Haaren auf den Zähnen und der kurzen Leine war in diesem Schwank, gespielt von Lea Eschhofen und Andreas Bauer, die Rede.

In „Psychotest“ demonstrierten Silke Seelbach und Rüdiger Eschhofen, was mit geschickter Kommunikation in einer Ehe erreicht werden kann. Kommunikationsprobleme der besonderen Art hatten Viola Malitte und Thomas Strauch in „Ich lese gerade“. Ob Ohnmachtsanfälle wegen eines Tröpfchens Blut, eine Warzen-Beziehungs-Fernglas-Unterhaltung oder schlafloses Bettgeflüster – die Schmankerl hatten neben der Spielfreude und der humorvollen Umsetzung eines gemeinsam: Es ging um die unterschiedliche Reaktion der Geschlechter in alltäglichen Situationen. Natürlich mit einem großen Augenzwinkern und einem tiefen Griff in die Klischeeschublade. In „Schlaflos“ brauchte es nicht mal den Blick hinter den Vorhang. Dieser blieb geschlossen, der Zuschauer wurde akustisch Zeuge, was im Bett so alles passieren kann.

„Männer sind das starke Geschlecht“, war sich Regisseur Thomas Stauch sicher, der gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden Julia Fröhlich als Moderator durch den Abend führte. Er sollte im Stück „Männer sind Memmen“ eines Besseren belehrt werden. Darin schaffte es eine Kartoffel, zwei Mannsbilder niederzustrecken. Zu jedem Stück hatte das Moderatoren-Team eine heitere Einleitung parat. Nicht nur viel Applaus, sondern auch viel Gelächter gaben den Darstellern Recht, die an zwei Abenden auf der Bühne standen: Herbert Wittgen, Maja Hüttel, Lea Eschhofen, Andreas Bauer, Silke Seelbach, Rüdiger Eschhofen, Hanne Pillmann, Peter Höhn, Erich Turtzler, Ingrid Stöber, Elke Lindemann, Viola Malitte, Thomas Stauch, Christine Minor, Uschi Börner, Janis Seelbach und Conny Preis. Bruno Hüttel war für den Bühnenbau verantwortlich. Die Technik hatte Manfred Weigand im Griff. Um Maske und Kostüme kümmerte sich Gertrud Kleiber-Müller. Regie führte Thomas Strauch.

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