+
In Limburg an der Lahn in Mittelhessen ist ein Mann mit einem Lkw ungebremst in mehrere Autos gefahren. Die Ermittler sind vorsichtig sind bei der Einordnung der Tat. Das ist gut so, findet FNP-Redakteur Dieter Sattler. 

Ausnahmesituation in Mittelhessen

Kommentar zu Lkw-Angriff in Limburg: Behörden müssen jetzt genau hinschauen 

Es ist gut, dass die Ermittler vorsichtig sind bei der Einordnung der Tat in Limburg. Verharmlosen dürfen die Behörden aber nicht. Ein Kommentar. 

Limburg - Unfall, Amokfahrt oder Anschlag? Polizei und Staatsanwaltschaft sind zu Recht vorsichtig bei der Einordnung der Tat von Limburg. Dass ein Mann, wie er es möglicherweise schon wochenlang plante, einen Lkw kapert und vorsätzlich Schaden anrichtet, erinnert in der Machart schon an den Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt und ähnliche Attacken in Frankreich. 

Den französischen Behörden war nach den ersten solchen Attacken, die ähnlich glimpflich verliefen wie jetzt in Limburg, vorgeworfen worden, sie als „Unfälle“ zu verharmlosen, bis das Drama von Nizza kam. Diesen Fehler werden, wie die Einlassungen von Hessens Innenminister Beuth nahelegen, die hessischen Behörden nicht machen, sondern in alle denkbaren Richtungen ermitteln.

Dieter Sattler, Leiter FNP-Politikredaktion

Wo beginnt die Grauzone? Einordnung des Lkw-Angriffs in Limburg schwierig

Auch wenn der aus Syrien stammende Täter psychisch verwirrt ist, können islamistische Motive nicht ausgeschlossen werden, ob er entsprechende Ausrufe tätigte oder nicht. Wie bei rechtsextremen Tätern muss auch jetzt genau hingeschaut werden, ob es ein mithelfendes oder zumindest motivierendes Netzwerk gab. 

Wie so oft bei verwirrten Einzeltätern könnte es sein, dass die Attacke in Limburg an der Lahn ähnlich wie der Amoklauf von München oder die Todesfahrt von Münster eine Tat in der Grauzone zwischen Amok und Terror ist. 

Wenn jemand eine aus Frust oder Wahn begangene Tat mit „Allah-Rufen“ begleitet, ist es noch längst kein Terror im klassischen Sinne, der berechnend ist. Für die Opfer macht das allerdings keinen Unterschied. 

Lkw-Angriff: Integration bei Täter von Limburg offenbar gescheitert

Natürlich muss man sich hüten, die Migranten aus arabischen Ländern jetzt wieder unter Generalverdacht zu stellen. Aber die offenbar gescheiterte Integration des Täters, der der Polizei offenbar schon durch Drogen- und Gewaltdelikte bekannt war, lenkt den Blick darauf, dass die großzügig gewährte Zuwanderung 2015/2016 für dieses Land nicht ohne Risiko war. 

Denn allen Integrationsanstrengungen unseres Staates und vieler Migranten zum Trotz wird es relativ viele Einzelfälle geben, die es nicht schaffen, sich beruflich und gesellschaftlich einzugliedern.

Einige von ihnen lassen, statt dankbar zu sein, ihren Frust über das persönliche Versagen oder Trauma am Aufnahmeland aus. Spätestens wenn sich die Lage in den Heimatländern hoffentlich einmal beruhigt hat, müssen Integrationsverweigerer abgeschoben werden. Und wer schon polizeilich auffällig wurde, sollte im Auge behalten werden.

von Dieter Sattler

Zum Hintergrund des Kommentars: In Limburg an der Lahn in Mittelhessen ist am Montagabend ein 32 Jahre alter Syrer mit einem Lkw ungebremst in mehrere Autos gefahren. Ihm werden versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Seine Motiv ist völlig unklar. In unserem News-Ticker berichten wir über alle aktuellen Entwicklungen. Inzwischen hat sich aber auch der Cousin des Tatverdächtigen zu Wort gemeldet. Die Menschen im sonst beschaulichen Limburg an der Lahn (Mittelhessen) sind verunsichert und wütend. Es war nicht das erste Mal, dass ein Lastwagen als Waffe benutzt wurde

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare