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Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes schauen im Limburger Parkbad nach dem Rechten. Unsere Aufnahme entstand am Montagabend.

Landkreis Limburg-Weilburg

Kommunen wollen mehr Sicherheit in den Freibädern

Sicherheit in Freibädern spielt eine immer größere Rolle. Aber die Städte und Gemeinden im Landkreis Limburg-Weilburg gehen sehr unterschiedlich mit diesem Thema um.

Das Limburger Parkbad hat mit durchschnittlich rund 74 000 Menschen die meisten Besucher in der Region – und die umfangreichsten Sicherheitsvorkehrungen. Um den Gästen einen ungestörten Aufenthalt im Parkbad zu gewährleisten, setzt die Stadt auch in dieser Saison auf einen Sicherheitsdienst. Das externe Personal verstärkt die städtischen Aufsichtskräfte aus Schwimmmeistern und Rettungsschwimmern, teilte der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) kürzlich mit. Bis zu vier zusätzliche Aufsichtskräfte können vom Schwimmbadpersonal angefordert werden. Der zusätzliche Aufsichtsdienst soll an Tagen mit vielen Besuchern den sicheren Aufenthalt auch außerhalb der Schwimmbecken gewährleisten.

Zu den Aufgaben des Sicherheitsdienstes gehören insbesondere das konsequente Vorgehen gegen Störer, die Einlasskontrolle sowie die Sicherung der Einrichtungen, die Durchsetzung der Haus- und Badeordnung, die Kontrolle des Badeendes und die Durchsetzung von Hausverboten.

Die Stadt Limburg entwickelt derzeit zusätzlich ein Konzept, das Parkbad mit Überwachungstechnik auszustatten – selbstverständlich unter Wahrung des Persönlichkeitsschutzes, erläuterte Stanke. Die Stadt plant nach Angaben von Sprecher Johannes Laubach, 50 000 Euro zu investieren in fünf Überwachungs- und drei Wärmebildkameras. Diese Investition müssten die Stadtverordneten noch in den anstehenden Haushaltsberatungen freigeben, sodass eine Videoüberwachung im Parkbad von 2019 an möglich sei; ausgenommen davon sind die Umkleide- und Sanitärräume. Auch im Parkbad gilt: Fotografieren mit Smartphones und Kameras ist verboten.

„Videoüberwachung und Handyverbot sind bei uns noch kein Thema“, sagt der Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD). Einen Wachdienst während der Öffnungszeiten gibt es auch nicht. „Das Freibad zählt aber zu den Objekten, die nachts von einem Wachdienst kontrolliert werden, um eine unbefugte Benutzung auszuschließen“, erläutert Vogel. Der Sicherheitsdienst hat auch Schlüsselgewalt – und auch schon den ein oder anderen

Nachtschwimmer erwischt

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„Eine Video-Überwachung wird in keinem der beiden Freibäder in Hünfelden eingesetzt. Auch ein Handyverbot besteht bei uns nicht“, sagt Hauptamtsleiter Hans-Peter Dauenhauer. Hinsichtlich des Wachdienstes ist es in Hünfelden so geregelt, dass dieser an Wochenenden und vor Feiertagen immer mal wieder „reinschaut“.

„In der Gemeinde Selters gibt es eine Video-Überwachung für das Becken“, berichtet Michael Urbanke von der Gemeindeverwaltung. Die Aufnahmen würden nicht abgespeichert, sondern es gehe darum, dass der Schwimmmeister etwas sieht, wenn er zum Beispiel im Bereich der Technik arbeitet. Diese Vorgehensweise sei mit dem hessischen Datenschutzbeauftragten abgestimmt, ein entsprechender Aushang im Schwimmbad weist darauf hin. Ein Handyverbot existiert nicht.

Wehret den Anfängen, lautet die Devise im Freibad von Frickhofen . Die Anlage wird vom Dienstleistungsunternehmen Gravelius Bäderservice betreut. Deren Sprecherin Diana Fuchs weist auf ein Handyverbot in der Badeanstalt hin. Man habe eigens Schilder aufgestellt, um diese Vorgabe deutlich zu machen. Dass dennoch „immer mal wieder“ jemand ein Handy dabei habe, um möglicherweise zu fotografieren, „kommt vor“. Allerdings hätten die Gravelius-Mitarbeiter die Situation im Griff.

Security-Personal ist nicht im Einsatz. Auch wird das Bad derzeit jedenfalls nicht mit Videokameras überwacht. Angaben darüber, ob und gegebenenfalls wie schnell sich das ändern könnte, machte die Gravelius-Sprecherin nicht.

Anders stellt sich die Lage im Freibad in Hadamar dar. Zwar gibt es auch hier keinen Sicherheitsdienst, sagt Bürgermeister Michael Ruoff (CDU); aber auch ein Handy-Verbot lehnt er ab. Im Gegenteil: Die Stadt plant, im Freibad frei verfügbares WLAN anzubieten, weil „das mittlerweile Standard“ sei und ein Mittel, die Attraktivität des Bades gerade bei jungen Leuten zu erhöhen.

Darüber hinaus sei es in Hadamar noch nicht zu Beschwerden etwa wegen anzüglicher Handybilder gekommen. Einschränkungen zu erlassen für einen Sachverhalt, den es hier gar nicht gibt, sei unsinnig.

Ähnlich zurückhaltend äußert sich Thomas Emmel, Büroleiter im Rathaus von Elz . „Glücklicherweise“ habe es im Freibad der Gemeinde bislang keine Zwischenfälle gegeben, wegen derer ein Handyverbot verhängt werden müsste. Lediglich direkt am Beckenrand darf nicht geknipst werden. Auch auf umfangreiche Video-aufnahmen kann Thomas Emmel zufolge verzichtet werden. Allerdings wird die Anlage nachts von einem Sicherheitsdienst kontrolliert, um ungebetenen Gästen den Eintritt zu verwehren. abv / dick /pp

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