Keine Spitzenwerte mehr

Konjunktur im IHK-Berzik Limburg schwächelt langsam

Für den IHK-Bezirk Limburg zeigt sich derzeit eine weiterhin erfreuliche konjunkturelle Lage. Der Konjunkturklimaindex erreicht jedoch nicht mehr die Spitzenwerte vom Anfang des Jahres. In einer Branche sind sie aber weiter gestiegen.

Die Konjunktur der heimischen Wirtschaft bleibt weiter auf hohem Niveau, die weitere Entwicklung wird allerdings vorsichtiger beurteilt. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg hervor, für die rund 230 Antworten von Mitgliedsunternehmen aus den verschiedenen Branchen ausgewertet wurden und die gestern veröffentlicht worden ist.

Die derzeitige Geschäftslage wird von den Unternehmen im IHK-Bezirk Limburg insgesamt mit gut beurteilt und damit im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren weiterhin überdurchschnittlich positiv bewertet. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind jedoch über den Sommer gesunken.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Limburg-Weilburg lässt nach einem sehr starken Jahresbeginn und Frühjahr nach und liegt auf dem Niveau vom Herbst des Vorjahres. Der Konjunkturklimaindex, der Lage und Erwartungen bündelt, erreicht aktuell im Herbst 2018 gute 123 Punkte, nach sehr guten 132 und 133 Punkten im ersten Halbjahr. Bei einem Wert unter 100 kann man von einer eher negativen Gesamtstimmung sprechen, ab 100 Punkten von einer befriedigenden Beurteilung, ab 120 Punkten von einer guten, ab 130 Punkten von einer sehr guten Beurteilung. Auch die Konjunkturlage für Gesamtdeutschland verliert etwas an Fahrt, wie die IHK mitteilt.

Die derzeitige wirtschaftliche Lage wird von der Hälfte (50 Prozent) aller heimischen Unternehmen als gut befunden und von 43 Prozent als befriedigend. Das ist weiterhin eine insgesamt außergewöhnlich gute Beurteilung, so die IHK Limburg. Bei der zukünftigen Geschäftsentwicklung schätzen rechnen 19 Prozent mit einer Verbesserung, 13 Prozent befürchten eine ungünstigere Entwicklung. Der größte Teil der Unternehmen (68 Prozent) erwartet eine auf hohem Niveau gleichbleibende Entwicklung.

In den einzelnen Branchen ist das Bild aber durchaus unterschiedlich. Im produzierenden Gewerbe ist die Lage weiter positiv, auch wenn die Industrie im Klimaindex nach 139 Punkten zum Jahresanfang 2018 und 132 zum Frühjahr nur 124 Punkte erreicht. Wachstumsimpulse kommen wie bereits im Frühjahr stärker aus dem deutschen Binnenmarkt als aus dem Export. Der Klimaindex im heimischen Baugewerbe hat gegenüber dem Jahresbeginn (140 Punkte) zwar etwas nachgegeben, befindet sich mit 134 Punkten aber noch immer auf außerordentlich hohem Niveau. Dem Bauhauptgewerbe (Industriebau, Tiefbau, Straßenbau etc.) geht es insgesamt relativ gut, dem Ausbaugewerbe (Installationen, Fußböden, Fensterbau, Dämmung etc.) ausgezeichnet. Der Auftragsbestand liegt bei drei bis vier Monaten, was zu einer starken Auslastung führt.

Im Einzelhandel ist die Stimmung schlechter geworden. Der Index erreicht 106 Punkte und damit 20 weniger als im Frühjahr. Dabei ist die Lagebeurteilung gut, die Geschäftsaussichten aber werden pessimistisch beurteilt. Deutlich positiver sind die Rückmeldungen aus dem Großhandel. Hier liegt der Wert mit 137 Punkte sogar über dem Jahresbeginn und dem Frühjahr.

Auch die Stimmung im gesamten Dienstleistungsgewerbe ist insgesamt weiter ausgesprochen gut, der Wert des Klimaindexes erreicht 125 Punkte. Hier unterscheidet die IHK drei Einzelbranchen. Die unternehmensbezogenen Dienstleistern erreichen 136 Punkte. Im Gastgewerbe gab es einen Knick von 142 Punkte auf 119. Auch im Verkehrsbereich gab es einen Rückgang, aber nur von 123 auf 116 Punkte.

Aus der Geschäftslage und den erwarteten Rahmenbedingungen ergeben sich die entsprechenden Impulse für die Investitions- und Personalpläne. Erstere sind derzeit laut IHK in allen Branchen besonders expansiv ausgerichtet, stärker noch als im ersten Halbjahr: 33 Prozent wollen mehr, zwölf Prozent weniger, 55 Prozent etwa gleich viel investieren.

Die aktuellen Rückmeldungen zu den Personalplänen der heimischen Unternehmen lassen erkennen, dass in fast allen Branchen zusätzliche Mitarbeiter vorgesehen sind. Allerdings wirkt sich der Fachkräftemangel auf die Ausbaupläne vermutlich bremsend aus. 19 Prozent der Unternehmen planen mit einer höheren Beschäftigtenzahl, elf Prozent wollen Personal abbauen, 70 Prozent den Beschäftigtenstand halten.

Der Fachkräftemangel wird auch als größtes Risiko für die geschäftliche Entwicklung genannt. Dazu kommt noch die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise, worüber die Sorge wächst, sowie die politischen Rahmenbedingungen, steigende Arbeitskosten und die weitere Entwicklung der Inlandsnachfrage.

(og)

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