Krankenhaus: Es gibt keine Alternative zum Standort

Das St.-Vincenz-Krankenhaus steht wieder im Verdacht, nicht offen kommuniziert zu haben. Das weist Geschäftsführer Guido Wernert entschieden zurück.

Das St.-Vincenz-Krankenhaus steht wieder im Verdacht, nicht offen kommuniziert zu haben. Das weist Geschäftsführer Guido Wernert entschieden zurück. Zusammen mit dem technischen Leiter des Krankenhauses, Ulrich Haßler, dokumentierte er den Schriftverkehr und die Verfahrensschritte der vergangenen Monate. Eine klare Absage gab es zu den Überlegungen, den Hubschrauberplatz auf den noch zu errichtenden Talbau zu verlegen.

„Der falsche Ort aus medizinischer und logistischer Sicht, zudem würde es eine in vielen Jahren vielleicht einmal notwendige Aufstockung des Talbaus einschränken“, sagte Wernert. Und eine Aufstockung des derzeitigen Parkhauses oder auch lediglich des Hubschrauberplatzes macht nach Angaben von Haßler keinen Sinn, da dadurch die Patientenzimmer im dahinter befindlichen Bettenhaus verdunkelt würden. Es gebe somit keine Alternativen zum jetzigen Standort des Hubschrauberplatzes auf dem Parkhaus.

Damit der jedoch eine luftrechtliche Genehmigung als Außenlandestelle für Notfallrettung erhalte, müssten die Ein- und Abflugschneisen entsprechend hergerichtet werden. Die Bäume sind dort zu hoch. Der seit 1996 bestehende Platz muss den gesetzlichen Änderungen, veranlasst durch eine EU-Richtlinie, die im Herbst 2014 in deutsches Recht übernommen worden sei, angepasst werden. Dazu habe es im Mai 2014 ein erstes Vorgespräch in dem für die Genehmigung zuständigen Regierungspräsidium in Kassel gegeben, teilte Wernert mit. Dabei hätten sich die An- und Abflugschneisen bereits als Knackpunkte heraus- kristallisiert.

Die ersten Gutachten seien daraufhin in Auftrag gegeben worden. Im Januar des vergangenen Jahres habe es dann einen Ortstermin auf dem Schafsberg mit den beteiligten Behörden gegeben und ein Rahmenplan sei abgestimmt worden. Im Februar habe ein Gutachten notwendige Kürzungen der Bäume verdeutlicht. Daraufhin sei beim Magistrat der Stadt mit Schreiben vom 18. Februar eine Einverständniserklärung zum Kürzen der Bäume beantragt worden.

In der Antwort vom 1. April macht die Stadt deutlich, dass die fachliche Bewertung des beantragten Rückschnitts zu dem Ergebnis kommt, dass die zurückgeschnittenen Bäume den Eingriff nicht überstehen, sondern in den nächsten Jahren eingehen würden. Das Krankenhaus wurde unter anderem aufgefordert, langfristige Lösungen zu entwickeln, um künftig Rückschnitte zu vermeiden. Die eigene Verwaltung wurde gebeten darzustellen, welche Bäume entnommen und entfernt werden müssen.

Nach dem vom Krankenhaus in Auftrag gegebenen und am 14. Juli vergangenen Jahres vorgelegten Baumgutachten müssen 45 Bäume gefällt und 38 gekürzt werden.

Nach Angaben von Wernert würden die Schneisen keineswegs brachliegen gelassen, sondern würden wieder bepflanzt. Dies sollte möglichst mit Bäumen geschehen, die die Höhe der jetzigen Bäume nicht erreichen. Zudem setzt sich das Krankenhaus dafür ein, dass ein weiterer Ausgleich nicht wie vom Forstamt vorgeschlagen im Lahn-Dill-Kreis vorgenommen werde, sondern nach Möglichkeit in Limburg. Die Suche nach entsprechenden Flächen läuft nach Angaben von Haßler.

Bereits bei Ortsterminen mit der Schafsbergwacht oder auch den Fraktionen aus der Limburger Stadtverordnetenversammlung in der Vergangenheit sei das Thema Flugschneise und deren Freihaltung immer wieder thematisiert worden. jl

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