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Staatssekretär Dr. Martin Worms (Mitte) informierte Bürgermeister Dr. Marius Hahn und Finanzamtsvorsteher Andreas Wendland über die Umzugspläne.

Zusammenlegung

Künftig soll es nur noch ein Finanzamt für den Kreis Limburg-Weilburg geben

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Im Kreis Limburg-Weilburg soll es künftig nur noch ein Finanzamt statt bisher zwei geben. Wie Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms gestern in Limburg erklärte, werden die bisherigen Standorte in Limburg und Weilburg geschlossen und unter einem Dach in Limburg zusammengeführt. Bis 2022 will das Land dieses Vorhaben umsetzen.

Ein Finanzamt an zwei Standorten – dieser Zustand soll in einigen Jahren der Vergangenheit angehören. Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms kündigte gestern in einem Pressegespräch an, dass die bisherigen Finanzämter in Limburg und Weilburg geschlossen und an einem neuen Standort in Limburg vereinigt werden sollen. Ganz verschwinden soll das Finanzamt in Weilburg aber nicht. Dort soll es ein Servicebüro für die Bürger geben, das voraussichtlich gemeinsam mit der Stadtverwaltung betrieben wird.

Suche nach Standort

Ein solches Servicebüro ist auch in Limburg geplant. Als Standort bietet sich laut Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) das alte Rathaus in der Innenstadt an. Hier will die Stadt Limburg ein Bürgerbüro einrichten, während der größte Teil der Stadtverwaltung in das ehemalige Mundipharma-Gebäude auf der Dietkircher Höhe umziehen wird.

Ob das alte Mundipharma-Gelände auch ein geeigneter Standort für das künftige Finanzamt sein könnte, wollten weder Staatssekretär noch Bürgermeister bestätigen oder dementieren. Nach NNP-Informationen gibt es zumindest ernsthafte Überlegungen in diese Richtung. Allerdings, so machte Hahn deutlich, müsste das Finanzamt einen Neubau auf dem Mundipharmagelände errichten. In dem bestehenden Gebäude wäre nicht mehr genügend Platz vorhanden, um sämtliche Mitarbeiter des Finanzamts unterzubringen. Deren Zahl soll von derzeit 259 um 26 Personen aufgestockt werden, weil das Finanzamt Limburg-Weilburg in Zukunft neue Aufgaben übernehmen soll, wie der Staatssekretär erklärte.

Ziel der Landesregierung sei es, Teile der Steuerverwaltung in ländliche Regionen zu verlagern. Das Motto laute: Arbeit zu den Menschen und in die Heimat bringen. „Der Kreis Limburg-Weilburg profitiert davon in ganz besonderer Weise, erklärte Worms. So sei die landwirtschaftliche Betriebsprüfung bereits Anfang 2018 nach Limburg gezogen, und die hessenweit erste neu geschaffene regionalisierte Finanzkasse habe vor wenigen Wochen hier ihre Arbeit begonnen. Auch das erste „Hessen-Büro“ sei kürzlich am Standort „In den Fritzenstücker“ eröffnet worden. Dort arbeiten Bedienstete des Finanzamts Hofheim, die in Limburg wohnen, für einige Tage in der Woche. Sie sparen sich damit weite Anfahrtswege zu ihrem Dienstort, erläuterte Worms. „Wir streben eine deutliche Erweiterung des Hessen-Büros an – sowohl für Kolleginnen und Kollegen aus anderen Finanzämtern als auch für Beschäftigte anderer Landesbehörden, so der Finanzstaatssekretär.

Hahn: Ein schöner Tag

Bis zum Jahr 2022 sollen die bisherigen Finanzämter in der Limburger Walderdorffstraße 10 und 11, in der Kruppstraße 1 in Weilburg sowie das Hessen-Büro an einem Standort in Limburg zusammengefasst worden sein. Wichtig sei, dass der neue Standort an das öffentliche Nahverkehrsnetz gut angebunden ist. Offen, so Worms, sei noch, ob das neue Amt vom Land selbst gebaut oder ein Neubau angemietet wird.

Bürgermeister Hahn begrüßte die Umzugspläne des Finanzamts und sprach von einem „sehr schönen Tag für Limburg“. Er sehe dies als eine Bestätigung für die „guten Standortqualitäten“ der Domstadt. Damit werde den Beschäftigten in der Region eine „gute Perspektive“ gegeben. Auch der Vorsteher des Finanzamts Limburg-Weilburg, Andreas Wendland, sprach von einer „sehr guten Nachricht“ in einer Zeit des Kulturwandels bei der Finanzverwaltung des Landes.

Und wie sehen die Beschäftigten die Umzugspläne? „Wir sind uns sehr sicher, dass wir das Personal hinter uns haben“, erklärte der Gesamtpersonalratsvorsitzende Jörg Schmidt. Am Montagmittag waren die Mitarbeiter während ihres Herbstfestes über die Umzugspläne informiert worden. Proteste gab es laut Schmidt keine. Zuvor hatten bereits der Gesamtpersonalrat und die örtlichen Räte in Limburg und Weilburg grünes Licht für das Vorhaben gegeben. In Weilburg sind nach heutigem Stand 60 Mitarbeiter betroffen, von denen allerdings einige in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen werden.

Über die Zukunft des derzeitigen Finanzamts in der Walderdorffstraße gibt es laut Staatssekretär Worms bereits konkrete Gespräche. „Aus Sicht des Landes ist es wünschenswert, dort Wohnraum zu schaffen, auch bezahlbaren“, sagte er.

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