Tag der Landwirtschaft

Landwirtschaft mitten in der Limburger City

Mit diesem Andrang hatten die Veranstalter nicht gerechnet: Beim vom Kreisbauernverband und CityRing nicht wiederbelebten „Tag der Landwirtschaft“ war die Limburger Innenstadt gestern voller Menschen.

Vor allem junge Familien nutzten am Sonntag die Gelegenheit, den Kindern einmal die Tierwelt in landwirtschaftlichen Betrieben näherzubringen. Die jüngsten Besucher fanden Schafe und Ziegen auf dem Kornmarkt süß, wollten die Tiere alle einmal füttern und streicheln. Und auch auf dem „Neumarkt“ waren viele verschiedene Lebewesen zu bewundern.

Verschiedene Rinderrassen und Zuchtbullen beispielsweise. Rote Höhenrinder wurden auf dem Platz ausgeführt, so dass jeder die zahmen Tiere hautnah erleben konnte. Zuchtbullen und Schweine ließ man lieber in ihren Pferchen.

Die vielen Traktoren der Landmaschinenschau auf dem Neumarkt gegeisterten die Kinder ebenfalls. Sie kletterten nach oben und setzten sich für ein paar Minuten ans Steuer. Auf dem Posthof vor der WERKStadt hatte sich der Traktor-Club „Ackerkralle“ Taunus/Westerwald mit seinen Oldtimern ausgebreitet. Dampfmaschinen in Aktion waren imposant anzusehen. Auf dem Parkplatz des Einkaufscenters wurde Ponyreiten angeboten.Die Älteren erfreuten sich freilich auch an kulinarischen Genüsse. Zahlreiche Direktvermarkter fanden guten Absatz.

Der Kreisbauernverband erläuterte an seinem Stand, wie moderne Landwirtschaft funktioniert. Denn nicht jeder weiß, wie Getreide angebaut, verarbeitet, die Landschaft gepflegt und das Vieh gehalten wird. Auf dem Neumarkt spielte die Jagdhornbläsergruppe Jennewein des Jagdclubs Limburg.

Nachmittags waren am verkaufsoffenen Sonntag 250 Geschäfte geöffnet.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Armin Müller dankte bei der Eröffnung dem CityRing sowie der Stadt Limburg für die Hilfe bei dieser Großveranstaltung. Es sei wichtig, die Tiere und die Landwirtschaft in die Stadt zu bringen, da selbst im ländlich geprägten Limburger Umland viele Kinder nicht mehr wüssten, dass eine Kuh nicht lila sei. Die Aktion helfe auch, mehr Verständnis für die Lage der Landwirtschaft zu wecken. Darum sei es wichtig, zu vermitteln, dass die Bauern die Kulturlandschaft pflegten, Felder nachhaltig bewirtschafteten und Tiere artgerecht hielten.

Landrat Manfred Michel (CDU) als Schirmherr sagte, er fühle sich der Landwirtschaft schon immer verbunden. Bei seiner jährlichen Aktion „Der Landrat unterwegs“ besuche er mit interessierten Bürgern auch immer einen Bauernhof. Michel sagte, er verstehe nicht, dass die Mehrzahl der Bürger im Kreis laut aktuellen Zahlen ihre Fleisch und Wurst nicht von heimischen Betrieben kaufe. In der Region gebe es außerdem noch genügend Metzger, die selbst bestimmen könnten, woher das Fleisch komme, das sie verarbeiteten. CityRing-Vorsitzender Reinhard Vohl freute sich, dass der Kreisbauernverband mit der Aktion in die Stadt zurückgekehrt ist und damit am Sonntag Tausende nach Limburg lockte.

(red)

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