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Die kleine Mathilda hofft auf einen Erfolg der Therapie in Barcelona.

Team Mathilda

Voller Einsatz: Leichtathletik Club erläuft stolze Summe für das Mädchen

Die Spendenaktion für die krebskranke Mathilda geht weiter. Jetzt hat der Leichtathletik Club Mengerskirchen einen Spendenlauf veranstaltet - und eine stolze Summe erlaufen.

Update 3.Juli, 14:40 Uhr: Mengerskirchen - Bei seinem diesjährigen Trainingslager hat sich der Leichtathletik Club Mengerskirchen (LCM) in den Dienst der guten Sache gestellt und das Team Mathilda unterstützt. Für jeden gelaufenen Trainingskilometer spendete der Verein 50 Cent. 

Leichtathletik Club Mengerskirchen: Laufen für den guten Zweck

Die kleine Mathilda ist fünf Jahre alt und ist an einem bösartigen Tumor (Neuroblastom Stadium IV) erkrankt. Nach langer und intensiver Therapie schien die Krankheit zunächst besiegt. Dann kam der Rückfall und die Überlebenschancen sind nun sehr gering. Eine Behandlung, die ihr Leben retten könnte, ist mit sehr hohen Kosten verbunden und muss privat bezahlt werden. Aber Mathilda kämpft um ihr Leben.

Mathilda war bis 2017 im LCM aktiv und hat mit viel Freude und Begeisterung am Kindertraining teilgenommen. "Wir als Verein wollten mit dieser Aktion unsere Verbundenheit und Solidarität mit Mathilda und ihrer Familie zum Ausdruck bringen", sagte Sportwartin Marianne Schermuly. Die 14 Teilnehmer des sechstägigen Trainingslagers, angespornt von der Aktion, haben sich mächtig ins Zeug gelegt und gemeinsam 1414 Kilometer erlaufen, und so kam die stolze Summe von 707 Euro zusammen. 

1414 Kilometer zurückgelegt: Über 700 Euro erlaufen

Mehr Informationen zu Mathilda gibt es im Internet unter www.teammathilda.de.

Erstmeldung 20.06., 14:35 Uhr: „Du weißt nie, wie stark du bist, bis stark sein die einzige Wahl ist, die du hast.“ Vor fast genau drei Monaten, Ende März, postet Rebecca Schmidt diesen Satz von Bob Marley unter dem Namen „teammathilda“ bei Instagram. 

Zusammen mit ihrer Familie veröffentlicht sie die Geschichte ihrer krebskranken Tochter, druckt Flyer und bittet öffentlich um finanzielle Unterstützung. Eine neue Antikörpertherapie im Ausland könnte der Fünfjährigen aus Hintermeilingen möglicherweise das Leben retten, doch die ist teuer, sehr teuer. Was folgt, ist so etwas wie ein modernes Märchen. 

Eine ganze Region wird zum „Team Mathilda“, der Flyer mit dem Foto des Mädchens mit den strahlenden braunen Augen und der rosa Tüllschleife auf dem kahlen Kopf verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Alle wollen Mathilda bei ihrem Kampf gegen den Krebs helfen. Privat- und Geschäftsleute, Sportvereine, Kindergärten, Schulen – sie alle sammeln für das „#Kämpfermädchen“. 

Über den Internetbezahldienst Paypal und auf dem Konto der Dehrner Krebsnothilfe gehen Tausende von Spenden ein. Mehr als 9000 Menschen verfolgen das Projekt auf Instagram, fast 5000 sind es bei Facebook.

Große Welle der Spenden vorbei 

„Wir hätten nie mit einer solchen Resonanz gerechnet“, sagt Rebecca Schmidt. Ganz am Anfang haben sie gehofft, einen Großteil des ersten Therapieabschnitts mit den Spenden finanzieren zu können. Eine Woche später sind bereits 200 000 Euro zusammen, nach drei Wochen mehr als 400 000 Euro. Inzwischen ist die große Welle vorbei, aber es gehen immer noch Zahlungen ein. Eine endgültige Gesamtsumme können die Schmidts deshalb nicht nennen, genauso wenig wie sie wissen, wie viel Mathildas Therapie in Barcelona am Ende kosten wird. 

Auch über den aktuellen Spendenstand reden die Schmidts nicht mehr. Sie haben in den vergangenen drei Monaten gelernt, dass zu jedem Märchen nicht nur sehr viele gute Menschen gehören, die ihrer Tochter helfen wollen, sondern auch ein paar schwarze Schafe. Neid, Missgunst – das sind die Kehrseiten so einer Spendenaktion. Sogar Kinder mit falschen Sammeldosen sollen unterwegs gewesen sein. 

Dabei ist jeder Cent, den die Familie als Spende erhalten hat, zweckgebunden. Die Dehrner Krebsnothilfe verwaltet das Geld treuhänderisch und bezahlt gegen Beleg die Kosten der Behandlung. 

Wer mit Rebecca Schmidt und ihrem Mann Patrick spricht, spürt, dass dort zwei Menschen sitzen, die es nicht gewohnt sind, das Geld anderer Leute auszugeben. Und die sich jeden Tag viele Gedanken darüber machen, ob sie es auch richtig tun. Das fängt bei den Reisekosten an: „Wir brauchten Flüge mit mehr als Handgepäck und umbuchbar mussten sie auch sein“, rechtfertigt Rebecca Schmidt Entscheidungen, die sie eigentlich gar nicht rechtfertigen muss. 

Neues Auto nötig 

„Wir wollen so verantwortungsbewusst wie möglich mit dem gespendeten Geld umgehen“, betont sie. Und dann erzählt die 34-Jährige, dass sie sich dringend ein neues Auto kaufen müssten. Von ihrem privaten Geld natürlich. Weil es auf dem Dorf mit einem Auto nicht funktioniert. Schon gar nicht, wenn man ein krankes Kind hat und einer in Zwölf-Stunden-Schichten in Frankfurt arbeitet. 

Aber die Schmidts trauen sich nicht. Weil sie befürchten, dass die Leute reden. „Die Leute“ haben sogar schon bei der Dehrner Krebsnothilfe angerufen und wollten wissen, wie hoch das Geschäftsführergehalt ist, das sich Andreas Kessler genehmigt. Dabei, und das wird der Erste Vorsitzende des Vereins nicht müde zu betonen, arbeiten alle dort ehrenamtlich. „Wir sind da, wenn wir gebraucht werden. Und hier wurden wir gebraucht und waren da“, sagt Andreas Kessler. 

Die Hauptarbeit habe er sich mit der Zweiten Vorsitzenden Gabriele Vitt und Kassierer Burkhard Sehr geteilt, das Kuvertieren der meisten Spendenbescheinigungen hat eine Firma für Direktmarketing aus Elz unentgeltlich übernommen. Andreas Kessler hofft jetzt, dass die Dehrner Krebsnothilfe durch die Aktion auch in Zukunft bei den Menschen im Gedächtnis bleibt – schließlich sind die Helfer weiter auf Spenden angewiesen. 

Einfach „Danke“ sagen 

Rebecca Schmidt sagt über die bisher gesammelte Spendensumme nur: „Wir haben sehr wahrscheinlich die Kosten für die komplette Therapie zusammen.“ Das Team Mathilda möchte den Menschen, die sie unterstützt haben, dafür einfach „Danke“ sagen. Für die großen Summen, aber auch für jeden Euro, der beim Bäcker, Metzger, Frisör oder im Supermarkt in eine Spendendose geworfen wurde. 

Für sie alle hat Mathilda ein Bild gemalt. Es zeigt sie selbst mit langen Haaren und Kleid, auf einer Wiese zwischen Blumen und Schmetterlingen, einen Luftballon in der Hand. 

Dieses Bild hat Mathilda als Dankeschön für die zahlreichen Spender gemalt.

„Danke“ hat die Fünfjährige mit Unterstützung ihrer Mutter in den Ballon geschrieben. Danke, möchte man hinzufügen, dass ihr mit mir die märchenhafte Geschichte vom Kämpfermädchen geschrieben habt. Und die braucht jetzt nur noch ein richtiges Happy End . . .

Eva Jung

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