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Dr. Klaus Valeske ist ein großer Gartenfreund. Auf dem Dach seines Gartenhäuschens sammelt er Walnüsse ein, die von einem Baum stammen, den einst sein Vater gepflanzt hat.

Landratswahl

Ein liberaler Baumfreund: Dr. Klaus Valeske tritt für die FDP an

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Dr. Klaus Valeske weiß als Arzt die Gnade der Gesundheit zu schätzen. Er liebt die Arbeit im Garten und ist Mitglied in der Partei, die aus seiner Sicht am überzeugendsten für politische Freiheit eintritt. Als einer von vier Kandidaten will der 55-Jährige Landrat werden.

Es ist kein Zufall, dass sich FDP-Landratskandidat Dr. Klaus Valeske für sein Wahlplakat nicht irgendwo hat fotografieren lassen, sondern an seinem Lieblingsort – in seinem Garten in Limburg-Linter. Wer ihm dort zuhört, wie respektvoll er über den Walnussbaum spricht, den sein Vater gepflanzt hat, wie er stolz sein Hochbeet mit selbst gezogenem Salat präsentiert, wie er freudig auf einen wilden Apfelbaum vor seinem Haus hinweist, dessen Früchte den Vögeln als Winterfutter dienen, und erfährt, dass der 55-Jährige zu den Sitzungen als Stadtverordneter mit dem Fahrrad fährt, würde sich nicht wundern, wenn er für die Grünen antritt.

Im Gespräch auf der Terrasse macht er aber schnell deutlich, warum die FDP vor zehn Jahren seine politische Heimat geworden ist. Weil er sich selbst als Freigeist sieht, dem es sehr wichtig ist, Widerspruch äußern zu dürfen, gerade auch in der eigenen Partei. Freiheit werde zwar auch von CDU und SPD propagiert, aber wenn es darauf ankommt, entscheide sich die CDU für die Ordnung und die SPD für die Gleichheit, argumentiert er. Und die Grünen? Die wüssten alles immer besser, und das mag Valeske nicht, auch wenn er den früheren Grünen-Stadtverordneten Leo Vanecek als Diskussionspartner sehr zu schätzen weiß.

Valeske hat als junger Mann SPD gewählt, weil er Helmut Schmidt bewundert hat; der Begriff soziale Gerechtigkeit ist für ihn als Liberaler bewusst kein Unwort. Später hat er für die CDU gestimmt und natürlich auch für die FDP. Er kann sich mit der Politik der liberalen Legende Hans-Dietrich Genscher identifizieren und hat kein Problem damit, auf einem Bundesparteitag seiner Partei aufzufallen, weil er sich bei einer Abstimmung über die Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr als einer der wenigen Delegierten enthalten hatte, da er den Einsatz für falsch hält.

Der 55-Jährige arbeitet als Chirurg an der Uni-Klinik in Gießen und kümmert sich um Menschen mit angeborenem Herzfehler. Es sind meist Kinder, die er operiert, aber auch Jugendliche und Erwachsene mit chronischen Herzproblemen. „Man kämpft im Operationssaal stundenlang um das Leben dieser Patienten“, sagt er. „Gesund zu sein, ist ein Segen, eine Gnade, keine Selbstverständlichkeit. Deshalb sollte jeder Mensch, der gesund ist, dankbar für sein Leben sein.“

Valeske ist in seiner Familie von Ärzten umgeben: Sein 14 Jahre älterer Bruder Walter ist Mediziner, seine Schwester hat sich als Ärztin auf Naturheilkunde spezialisiert, und seine Frau Carsta, die zurzeit in der familieneigenen Ferienwohnung auf Rügen weilt, praktiziert als Allgemeinmedizinerin. Seine beiden Kinder haben einen anderen Berufsweg eingeschlagen: Die 25-jährige Tochter arbeitet für ein Internet-Unternehmen in Berlin, der 24-jährige Sohn schreibt seine Masterarbeit in Chemie.

Valeske ist Vorsitzender des FDP-Stadtverbands, 2. Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes Limburg, Mitglied bei der Feuerwehr Linter und im Verein „Menschen für Kinder“ und unterstützt sowohl den Ehemaligenverein seines früheren Gymnasiums, der Tilemannschule, als auch den Helferkreis in Villmar, der sich für Flüchtlinge einsetzt.

In Linter aufgewachsen, schaut Valeske immer mal wieder bei den Fußballspielen des TuS vorbei, aber auch bei Hockeyspielen des LHC. Er besucht wenigstens einmal im Jahr die Erstliga-Spiele der Basketballer von Gießen und Frankfurt, weil ihm die Atmosphäre in den Arenen gefällt. Er fährt regelmäßig Fahrrad, „und ich lese gern alles Mögliche. Es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht lese.“

Die nervige Rückfahrt auf der vielbefahrenen B 49 nutzt der Mediziner nach einem langen Arbeitstag, um sich schon im Auto mit Hörbüchern zu entspannen. Die CDs leiht er sich in der Dombibliothek aus. Für die größte Entspannung sorgt aber sein Garten, der direkt an den Garten seines Elternhauses angrenzt, wo noch seine 96-jährige Mutter lebt. Wie sein Vater hat auch sein Sohn einen Baum gepflanzt – einen Mammutbaum, den er als Setzling vor 17 Jahren aus einem Urlaub in Kalifornien mitgebracht hat. Stattliche vier Meter hat der Baum inzwischen erreicht. Und während beim berühmten Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland nur ein Birnbaum in seinem Garten stand, hat Klaus Valeske neben seinem Walnussbaum noch einen Apfelbaum, einen Kirschbaum, einen Mirabellenbaum und einen kleinen Zitronenbaum. Für die Fortpflanzung des Walnussbaums vertraut er zwei Eichhörnchen, die sich mit den Früchten so sehr den Bauch vollschlagen können, dass sie ihre angelegten Vorräte schon mal vergessen. Und so wächst ein neuer Walnussbaum in Valeskes Vorgarten.

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