Stefan Laux (50).
+
Stefan Laux (50).

Hinter den Kulissen brodelt es

Stefan Laux Favorit: Bürgermeisterwahl in Limburg heißes Thema

Die Amtszeit von Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) endet erst in knapp zwei Jahren, die nächste Direktwahl wird frühestens im Frühjahr 2021 stattfinden: Doch die Bürgermeisterwahl ist in Limburg schon heute ein heißes Thema. Hinter den Kulissen brodelt es.

Limburg – Dr. Marius Hahn will gerne Bürgermeister bleiben. Das steht fest. Die SPD hat ihren Genossen, der 2015 als unabhängiger Kandidat angetreten war, auch bereits offiziell nominiert. Still und heimlich, warum auch immer.

Die CDU will, dass der Sozialdemokrat im Amt abgelöst wird. Das steht ebenfalls fest. Die Strategen der Partei werfen Nebelkerzen, um in Ruhe einen Überraschungscoup vorzubereiten.

Was Grüne und FDP wollen, ist noch offen. Die Grünen hatten vor viereinhalb Jahren den CDU-Mann Michael Stanke unterstützt und im Stadtparlament lange eng mit der CDU zusammengearbeitet. Der Platanen-Streit hat das Tischtuch endgültig zerrissen. Die FDP machte sich damals für Hahn stark, scheint inzwischen aber immer mehr von ihm abzurücken. Spannend also, wie die "Kleinen" sich verhalten werden.

Limburg: Termin zwischen Frühjahr und Herbst

Entscheiden werden freilich die Bürger - zwischen Frühjahr und Herbst 2021. Das Datum muss mindestens 90 Tage vorher bekanntgemacht werden. "Ein Termin für die Festlegung durch die Stadtverordnetenversammlung ist noch nicht ins Auge gefasst", teilt Stadtsprecherin Anna Sophie Schindler auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Hahn hat nie den Eindruck erweckt, amtsmüde zu sein. Im Gegenteil; die Aufgabe bereitet ihm viel Freude. Der unvermeidliche Ärger gehört halt dazu. "Als Limburger ist es mir eine große Ehre und Verpflichtung zugleich, für mein Limburg arbeiten zu dürfen", sagte der 48-Jährige in einer Versammlung der Limburger SPD, in der er eine positive Zwischenbilanz zog.

Hahn: Ich habe noch viele Ideen – Limburg

"Ich würde gerne mit Euch die erfolgreiche Arbeit für meine Heimatstadt in einer zweiten Amtsperiode fortführen", sagte er. Limburg gehe es gut, er habe aber noch viele Ideen, wie man das enorme Potenzial der Stadt ausschöpfen könne. Es würde Hahn und der Stadt gewiss nicht schaden, wenn er ein paar dieser Ideen schon vor der Wahl verraten oder gar umsetzen würde.

Der SPD-Fraktions- und Ortsvereinsvorsitzende Peter Rompf dankte ihm "für die überaus positive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt". Die Mitglieder votierten laut Rompf einstimmig für eine erneute Kandidatur.

In der CDU, die die Schmach vom 14. Juni unbedingt auswetzen möchte, hat der Stadtverordnete Prof. Dr. Stefan Schäfer bereits am 4. Oktober 2019 den parteiinternen Wahlkampf eröffnet. In seinem Blog stellte er in einer interessanten und unterhaltsamen Serie zehn mögliche Bewerber vor und kündigte an, weitere Pfeile im Köcher zu haben. Tatsächlich überraschte es neutrale Leser, wie hochqualifiziert die Riege von Richard Eisenbach über Volker Höhler bis Manuel Barfuss ist. Viele fragten sich freilich auch, warum die Partei mit diesem Top-Personal nicht mehr in Limburg zustande bringt. . . Taktikfuchs Schäfer warf den Begriff der "Big Four" in den Raum (ohne zu erklären, ob er das sarkastisch meint) und machte klar, dass der Stadtverbandsvorsitzende Christian Wendel, der Fraktionsvorsitzende Dr. Christopher Dietz, Stadtverordnetenvorsteher Stefan Muth und der 1. Stadtrat Michael Stanke das erste Zugriffsrecht haben.

Limburg: Die "Big Four" der CDU winkten schnell ab

Von diesem Quartett hätte wahrscheinlich Stefan Muth bei den Bürgern die besten Karten gehabt. Der Offheimer, im Vorjahr zum Diözesanbaumeister befördert, winkte jedoch sofort ab. Die drei anderen ebenso. Christian Wendel will Landtagsabgeordneter werden. Michael Stanke weiß, dass er im zweiten Anlauf keine großen Chancen gehabt hätte, und Dr. Christopher Dietz dürfte seine Aussichten ebenfalls als gering eingeschätzt haben.

Den Verantwortlichen ist offensichtlich bewusst, dass die CDU sich mit ihren Entscheidungen in den vergangenen Jahren bei vielen Wählern unbeliebt gemacht hat. Neumarktgestaltung, Platanen-"Tod" und Rathausumzug hat sie mit der SPD und dem Bürgermeister beschlossen, aber gegen den Willen zahlreicher Bürger. Schäfer brachte deshalb öffentlich den Gedanken ins Spiel, möglicherweise einen fähigen parteilosen Bewerber ins Rennen zu schicken. Das klang verblüffend, ist jedoch ein Ablenkungsmanöver.

Die Suche hinter den Kulissen konzentriert sich vielmehr auf einen CDU-Kandidaten (m/w), der unbelastet von der Stadtpolitik um Vertrauen werben kann und obendrein in der Bevölkerung ankommt.

Limburg: Mitglieder entscheiden vor der Sommerpause

Nach Informationen der NNP ist man auch schon fündig geworden: Stefan Laux gilt als Favorit. Der 50-jährige Leiter der Friedrich-Dessauer-Schule ist erst seit zwei Jahren in der Partei, seitdem sehr aktiv, in Limburg hervorragend vernetzt und sehr beliebt. Es wäre ein geschickter Schachzug. In den nächsten Wochen muss es beim Konjunktiv bleiben. Laux will dazu gar nichts sagen, und Wendel verweist auf das formelle Prozedere.

"In den nächsten Wochen werden der Stadtverbandsvorstand und die Stadtverordnetenfraktion in einer gemeinsamen Sitzung über die Ergebnisse der Gespräche mit mehreren sehr guten Kandidaten beraten und eine Empfehlung aussprechen. Es ist davon auszugehen, dass eine Mitgliederversammlung zur Bürgermeisterwahl noch vor den Sommerferien stattfinden wird", so Wendel.

Die Grünen wollen in den nächsten zwei Monaten über die Wahl diskutieren, sagt der Fraktionsvorsitzende Dr. Sebastian Schaub. "Wir haben uns bislang in keine Richtung festgelegt." Die FDP kündigt für das erste Halbjahr 2020 eine Erklärung an. "Vom Bürgermeister haben wir mehr Gestaltungswillen und Transparenz unter Einbeziehung der Bürger erwartet", sagt die Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer. Dies werde bei den Überlegungen der FDP sicherlich mit eine Rolle spielen.

Dr. Marius Hahn (48). 

Die Amtszeit von Dr. Marius Hahn endet am 1. Dezember 2020. Die Wahl darf frühestens sechs und muss spätestens drei Monate vorher stattfinden. Da Ferientermine einschließlich der Eingangs- und Ausgangswochenenden für Wahlen tabu sind, bleiben folgende mögliche Termine:

6. Juni 2021 (unwahrscheinlich, weil am Donnerstag davor Fronleichnam ist), 13., 20. und 27. Juni.

Die außerdem möglichen Termine 4. und 11. Juli kommen nicht infrage, weil dann ein möglicher Stichwahl-Termin in die Ferienzeit fallen würde

Bei einer Zusammenlegung mit anderen Wahlen gibt es allerdings eine Ausnahmeregelung . Hierfür kommen in Betracht: Die Kommunalwahlen (voraussichtlich im März 2021) und die Bundestagswahl (Stand heute im September 2021).

hei

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare