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Die Mandatsträger mit Bürgermeister Marius Hahn (Vierter von links) hörten sich die Sorgen der Anwohner auf dem Festplatz an.

Ängste der Anwohner

Gruppe junger Erwachsener lungert seit Monaten auf dem Festplatz in Lindenholzhausen

Seit Jahresbeginn fühlen sich die Bewohner der Albanusstraße in Lindenholzhausen von einer Gruppe junger Erwachsener terrorisiert. Am Donnerstagabend haben sie dem Lindenholzhäuser Ortsbeirat und Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) ihre Probleme und Ängste geschildert.

Der Ärger für die Anwohner, die aus Angst vor Bedrohungen ihre Namen nicht nennen wollen, fing im Januar an. Betroffen sind alle Bewohner der Häuser der Albanusstraße, die ihre Hausrückseiten und Gärten Richtung Festplatz haben.

Sie lebten dort weitestgehend ruhig und friedlich, bis Anfang Januar plötzlich eine Gruppe ihnen fremder junger Leute mit Autos mit Limburger und Diezer Kennzeichen dort eine ausgedehnte Nachsilvester-Feier abgehalten haben soll. Es war bis spät in die Nacht laut, es wurde viel getrunken. Wären die Leute am nächsten Morgen einfach verschwunden und nie wieder aufgetaucht, hätten die Anwohner die nervige Nacht wahrscheinlich schnell wieder vergessen. Doch die jungen Männer mit ihren protzigen Autos kamen wieder, immer wieder. "Jeden Tag ab 17 Uhr waren sie da", berichtet ein Betroffener. Teilweise bis in die Nacht lungerten sie herum, palaverten, tranken.

Geht es um Drogen?

Besonders störend ist, so die Betroffenen, dass die jungen Leute oft im Dunkeln mit Fernlicht in die Wohnhäuser der Albanusstraße hineinleuchten und so die Privatsphäre der Bewohner verletzen. Was ebenfalls viele nervt, ist die laute Musik, der hinterlassene Müll, vor allem zerbrochene Glasscherben und sogar benutzte Kondome. Kein schöner Anblick ist es auch, wenn Betrunkene auf den Parkplatz erbrechen.

Die Anwohner vermuten, dass es auch um Drogengeschäfte geht. Sie fragen sich, wie sich junge Leute kurz nach Erreichen der Volljährigkeit superteure Luxuswagen leisten können. Oft würden im Dunkeln mehrere Wagen mit nur einem Insassen pro Auto nebeneinander stehen. Die Wagen würden dann gewechselt, vermutlich Dinge ausgetauscht. Dass hier wirklich Drogen den Besitzer wechseln, können die Anwohner aus einer solchen Entfernung im Dunkeln natürlich nicht sehen und folglich nicht beweisen. Sie haben aber kürzlich das erste Mal die Polizei alarmiert. Leider war der Streifenwagen aber erst nach einer Stunde an Ort und Stelle, die dunklen Gestalten längst über alle Berge.

Seit dem Auftauchen des einen Streifenwagens, den einer der unbekannten Männer vor dem Verschwinden noch aus der Ferne sah, ist es in den vergangenen Tagen auf dem Festplatz erstaunlich ruhig geworden.

Die Anwohner würden sich wünschen, dass die Leute Angst bekommen haben und nicht mehr auftauchen. Sie befürchten aber, dass es nach kurzer Zeit wieder so weitergeht wie in den Monaten davor. Zudem bessere es das Problem ja auch nicht, wenn es einfach an einen anderen Ort in Lindenholzhausen verlagert werde. Denn Drogenhandel sei überall nicht hinnehmbar.

Bürgermeister Hahn versprach, dass das Ordnungsamt den Festplatz im Auge behalten werde - soweit das mit dem vorhandenen Personal möglich ist. "Wir bleiben in der Sache auch mit der Polizei in Kontakt", so der Limburger Verwaltungschef. Denn wenn es wirklich um Drogengeschäfte gehen sollte, sei hierfür das Ordnungsamt der Stadt nicht zuständig.

Ortsvorsteherin Barbara Bäcker (CDU) meinte, dass sie das Anliegen der Anwohner sehr ernst nehme. Ständige Ruhestörungen und Müllverschmutzungen gingen einfach nicht. Die Anwohner könnten sie oder die Polizei jederzeit anrufen. Jedoch sei nichts zu machen, wenn dann kein Streifenwagen zeitnah erscheine. Sollten Lindenholzhäuser Bürger auf oder am Festplatz verdächtige Beobachtungen machen, Personen vielleicht sogar erkennen oder sich zumindest die Autokennzeichen notieren, könnten sie gerne das Ordnungsamt der Stadt, Polizei oder den Ortsbeirat kontaktieren.

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