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Der ADFC bewertet Limburg im Klimatest mit der Gesamtnote 4,3. Vor allem Radfahrer sehen noch Verbesserungsmöglichkeiten. 

Schwieriges Pflaster für Radfahrer

Stagnation statt Fortschritt: Limburg schneidet im ADFC Klimatest 2018 nicht gut ab

Limburg schneidet im ADFC Klimatest 2018 nicht gut ab. Vor allem Radfahrer sehen noch Verbesserungsmöglichkeiten. 

Limburg - Es gibt kleine Fortschritte, sagt die Stadt. Limburg ziert nicht mehr das Tabellenende der hessischen Städte mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern beim sogenannten Fahrradklima-Test. Vor zwei Jahren landete Limburg auf dem 49. und damit letzten Platz. 

ADFC-Klimatest 2018: Limburg auf Platz 31 von 34 hessischen Städten

Beim aktuellen Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) kommt Limburg nun auf Rang 31, allerdings hatten sich diesmal auch nur 34 hessische Städte vergleichbarer Größenordnung beteiligt. 

In der Gesamtbewertung erhält Limburg die Schulnote 4,3, vorher lag die Note bei 4,5, 2014 gab es immerhin eine glatte 4. Positiv falle beim jüngsten Klima-Test die höhere Beteiligung in Limburg auf, teilt die Stadt mit. Dieses Mal gab es 183 Teilnehmer, die sich der Befragung des ADFC stellten, vor zwei Jahren waren es nur 53. 

Im Vergleich zu ähnlichen Städten werden die Fahrradförderung in jüngster Zeit, die geöffneten Einbahnstraßen in Gegenrichtung und die (geringere) Anzahl der Fahrraddiebstähle besser als die Gesamtnote beurteilt. Die Liste, in denen Limburg in diesem Vergleich schwächer abschneidet, ist nach Angaben der Stadt allerdings deutlich länger. Besonders negativ fällt dabei wohl auf, dass die Mischung aus Alt und Jung auf dem Rad in Limburg fehlt. 

ADFC-Klimatest 2018: Sicherheitsgefühl der Limburger Radfahrer schlecht

Auch die Erreichbarkeit des Stadtzentrums sowie das Fahren auf Radwegen und Schutzstreifen werden in dem Vergleich deutlich schlechter beurteilt; zudem ist das Sicherheitsgefühl der Radler in Limburg deutlich schlechter als in anderen Städten. Positiver als in der Gesamtwertung schneidet Limburg aus Sicht der Radfahrer in diesen Bereichen ab: 

Auch Limburg hat durchaus Stärken, wenn es ums Radfahrern geht. In dem Fahrradklima-Test sind Die beste Note (3,0) erhält Limburg bei den Einbahnstraßen, die in Gegenrichtung befahrbar sind; dort liegt die bundesweite Durchschnittsnote bei 3,2. Die in Gegenrichtung geöffneten Einbahnstraßen werden nach Angaben der Stadt von den befragten Radfahrern positiv beurteilt. 

ADFC-Klimatest 2018: Zügiges Radfahren in Limburg möglich

Auch dass zügiges Radfahren in der Stadt möglich sei, werde als Stärke in der Einzelbewertung gesehen. Hinzu komme die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (3,5). Besser als in der Gesamtnote werden auch die Wegweisung für die Radler, die Konflikte mit den Fußgängern (je 3,7) sowie die Fahrradförderung in jüngster Zeit (3,8) oder die Oberfläche der Radwege (4,0) beurteilt. 

ADFC-Klimatest 2018: Mangelhaft - keine öffentlichen Fahrräder in Limburg

Als mangelhaft taucht in der Bewertung hingegen auf, dass öffentliche Fahrräder nicht zur Verfügung stehen (Note 5,2) oder die Führung an Baustellen nicht fahrradfreundlich ist (Note 5,0). Als mangelhaft wird auch die Breite der Radwege in der Stadt eingestuft, die Ampelschaltung sowie die Falschparkerkontrolle auf den Radwegen oder auf den Schutzstreifen. Auch das Fahren im Mischverkehr mit den Autos sowie auf den Radwegen und -schutzstreifen wird insgesamt sehr kritisch beurteilt (Note 4,8). 

Im Vergleich zu 311 anderen Städten bundesweit mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern gibt es nach Angaben der Stadt in Limburg nur bei zwei Fragen bessere Noten als im Durchschnitt. Dass in jüngster Zeit besonders viel für den Radverkehr getan wird, hätten die 183 befragten Teilnehmer so eingeschätzt, dass für Limburg die Note 3,8 herausspringt; der Durchschnitt der 311 bundesweit teilnehmenden Städte liegt bei 4,1. 

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD): Weitere Verbesserungen für Radfahrer

Nach Einschätzung von Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) und dem Ersten Stadtrat Michael Stanke (CDU) sollen weitere Verbesserungen für Radfahrer erreicht werden. Sie verweisen auf den Green City Plan und den Masterplan Mobilität, in denen die Förderung des Radverkehrs demnach als eigenständiges Handlungsfeld formuliert sei. 

Die Maßnahmen dazu erstrecken sich vom Schließen von Lücken in Radwegen über die Einrichtung von Radhauptrouten bis hin zu Verbesserungen, die einer sicheren Radverkehrsführung dienen. Daneben gelte es, die Infrastruktur für Radfahrer im Umfeld der Limburger Bahnhöfe sowie die Abstellanlagen im Stadtgebiet auszuweiten und qualitativ zu verbessern. 

Limburger Radfahrer werden noch mehr berücksichtigt

Darüber hinaus würden die Belange des Radverkehrs beim Ausbau und der Instandsetzung von Feld- und Wirtschaftswegen berücksichtigt. Auch so würden Lücken im Radverkehrsnetz geschlossen, um ein flächendeckendes Radverkehrsnetz anbieten zu können. Von einem „leichten Rückenwind“ spricht Bürgermeister Dr. Marius Hahn, der Erste Stadtrat Michael Stanke sieht „erste Anzeichen“ für eine verbesserte Situation für Fahrradfahrer/innen in der Stadt.

Allerdings betonen Hahn und Stanke, dass es noch ein weiter Weg sei, um eine fahrradfreundliche Stadt zu werden. Im Bundestrend seien die teilnehmenden Städte bei dem aktuellen Test insgesamt schlechter als vor zwei Jahren beurteilt worden. Limburg sei immerhin gegen den Trend etwas besser als 2016 beurteilt worden.

(red)

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