Wahlmöglichkeit fehlt 

Irritationen um gelbe Tonne - warum manche geleert werden und andere nicht

Noch gibt es im Landkreis Limburg-Weilburg keine offizielle Wahlmöglichkeit zwischen gelber Tonne oder gelben Säcken. Zwar bietet das mit der Entsorgung beauftragte Unternehmen die gelbe Tonne als Service für die Kunden an. Doch nicht jede gelbe Tonne wird geleert.

Limburg - Der Mann aus Dehrn fühlte sich "bestraft". Er habe im vergangenen Jahr eine gelbe Tonne gekauft, die bislang immer geleert worden sei. Auf einmal habe das Entsorgungsunternehmen Bördner die Leerung aus "versicherungstechnischen Gründen" verweigert. Ob das legitim sei, frage er sich.

Die Antwort lautet: Ja, es ist legitim.

Offenbar ist bei immer mehr Bürgern im Landkreis der Eindruck entstanden, es gebe bereits eine offizielle Wahlmöglichkeit zwischen gelber Tonne und gelben Säcken. Das ist aber nicht der Fall, erklärt auf Anfrage dieser Zeitung der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer (SPD). Bis Ende 2020 müsse das beauftragte Unternehmen Bördner nur gelbe Säcke abholen. Der Kreistag habe zwar im September 2018 beschlossen, das vor der nächsten Ausschreibung eine Wahlmöglichkeit für die Bürger geschaffen werden soll, doch die werde es erst vom 1. Januar 2021 an geben, erklärt Sauer.

Trotzdem nutzen schon viele Haushalte im Kreis die gelben Tonnen, weil das Entsorgungsunternehmen Bördner dies als "Service für unsere Kunden" anbiete, erklärt der Leiter Logistik, Frank Bördner. Dieser Service gelte allerdings nur für von der Firma Bördner bereitgestellte gelbe Tonnen, die verbunden sind mit einer monatlichen Leihgebühr von 2,50 Euro. Tonnen, die gekauft worden seien, müssten nicht geleert werden und würden in der Regel auch nicht geleert. Erst kürzlich habe es einen Arbeitsunfall gegeben, weil eine privat gekaufte Tonne defekt gewesen sei. Deshalb werde nun verstärkt darauf geachtet, ob die gelbe Tonne von Bördner sei oder nicht. In der Vergangenheit war dies offenbar nicht immer der Fall. Wer eine solche Tonne ausleihe, kriege sie zum Beispiel auch ersetzt, wenn sie defekt sei.

Frank Bördner würde übrigens persönlich am Gelben-Sack-System festhalten. "Fehlwürfe" wie leere Ölkanister könnten so viel schneller erkannt werden als in einer gelben Tonne.

Noch steht auch gar nicht fest, welchen Einfluss die Wahlmöglichkeit ab 2021 auf die Müllgebühren habe, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Sauer. Es könne durchaus sein, dass je nach Wahlentscheidung - Tonne oder Sack - höhere oder auch niedrigere Gebühren entstehen könnten - oder dass es bei der Gebührenhöhe bleibe.

Von Stefan Dickmann

Rubriklistenbild: © Symbolbild:Picture Alliance

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