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In einigen Wagen der Regionalbahn auf der Strecke Limburg-Frankfurt gibt es üble Gerüche.

Deutsche Bahn muss handeln

Übler Gestank in den Zügen auf der Strecke Limburg - Frankfurt: Was ist der Grund?

Im Zug auf der Strecke Limburg-Frankfurt stinkt es. Ein Fahrgast hat sich beschwert, die Deutsche Bahn (DB) kündigt Problemlösung an.

Limburg/Elz - Um es vorweg zu nehmen: Dass es in einigen Triebwagen der Deutschen Bahn auf der Strecke Limburg-Frankfurt offenbar stinkt, wird vom Unternehmen nicht dementiert. Warum es stinkt, sagte ein Sprecher auf Anfrage dieser Zeitung hingegen nicht. Er beschränkt sich vielmehr darauf, eine schriftliche Presseanfrage dieser Zeitung nach drei Wochen mündlich so zu kommentieren: Sein Unternehmen sei einem Elzer Bürger dankbar für seinen Hinweis und werde das Problem beheben. Weitere Auskünfte sind nicht zu erwarten: Die Bahn sei schließlich kein Staatsunternehmen mehr und deshalb auch nicht "auskunftspflichtig".

Auf der Bahnstrecke Limburg - Frankfurt stinkt es gewaltig: Das ist der Grund

Aufgefallen ist das Problem Georg Blees aus Elz, der sowohl der Bahn als auch dem Rhein-Main-Verkehrsverbund in Hofheim einen Brief schrieb und sich dabei auf Fahrzeuge der DB Regio Mitte bezieht. Sein bitteres Fazit: "Es stinkt zum Himmel!" Schon seit längerer Zeit sei auf der Strecke Limburg- Frankfurt der Steuerwagen mit der Nummer 50 80 86-35 072-7 unterwegs, "den man im wahrsten Sinne des Wortes als ,Stinker' bezeichnen kann", schreibt er. "Insbesondere im Bereich zwischen der Behindertentoilette und dem Führerstand stinkt es schon nach kurzer Fahrzeit dermaßen nach Fäkalien, dass ein Aufenthalt in diesen Wagen als unzumutbar bezeichnet werden kann." Nach seinen Angaben hat er Antwort bekommen, wie er gestern dieser Zeitung sagte. Die Bahn habe erklärt, einen der von ihm monierten Triebwagen repariert zu haben - nach seinen Angaben jedoch ohne durchschlagenden Erfolg.

Sind die Fäkalienbehälter zu voll? 

Das Problem liegt seiner Auffassung nach nicht daran, dass die Fäkalienbehälter zu voll seien, sondern, "sehr wahrscheinlich an Undichtigkeiten im Toilettensystem". Dieses Problem ist nach seinen Kenntnissen der Bahn zwar bekannt, "aber es wird trotz mehrmaliger Werkstattaufenthalte offensichtlich nichts getan. Vielleicht sollte das Werkstattpersonal selbst einmal in diesen Wagen mitfahren, um endlich zu der Erkenntnis zu gelangen, dass hier dringend etwas getan werden muss."

Mittlerweile sei nicht nur der eine Steuerwagen betroffen, auch andere zählten dazu. Blees nennt diese Steuerwagen: 50 80 86-3 50 71-9, 50 80 86-3 50 77-6 und 50 80 86- 8 10 85-2. Es seien übrigens nicht die Toiletten selbst, die stinken: "Im Unterdeck sind diese eher das einzige Areal, wo es nicht übel riecht."

Fahrgast: "Es ist fast nicht mehr auszuhalten"

Am 12. April, schreibt Blees weiter, "sitze ich im RE 1 52 13 nach Frankfurt und schon kurz vor Bad Camberg ist es fast nicht mehr auszuhalten. Als ich in Limburg sah, dass die 14 30 64 vorne dran ist, wusste ich schon, was auf meine Nase zukommt und bin in den 50 80 86-3 50 77-6 in den vorderen Bereich zwischen Zugbegleiterabteil und Toilette eingestiegen, wo es nicht ganz so stark stinkt wie im Bereich zwischen Toilette und Führerstand." Auf der Rückfahrt habe es in der RB 1 52 76 das gleiche Problem gegeben, weshalb er bereits in Eschhofen den Zug verlassen habe.

Als Radfahrer sei er darauf angewiesen, im Steuerwagen mitzufahren: "Ich pendle zwischen Elz und Offenbach-Kaiserlei, wobei ich RE 20/RB 22 zwischen Limburg und Frankfurt Hbf nutze. Allerdings bin ich aus den oben genannten Gründen nun schon mehrfach morgens in Niedernhausen in die S 2 umgestiegen, was für mich in der Regel einen Zeitverlust von mindestens fünf, eher aber zehn Minuten bedeutet. Auch abends sehe ich mich aufgrund von Kopfschmerzen durch den üblen Geruch genötigt, immer wieder bereits in Eschhofen auszusteigen, was zwar dann eine längere Strecke auf dem Rad bedeutet, aber wenigstens meistens keinen Zeitverlust. Und vor allem bessere Luft!"

Auch für die Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) eine Zumutung

Selbst im Oberdeck sei man von den Problemen betroffen, und wenn jemand durch den Übergang zum angrenzenden Mittelwagen gehe, "zieht der Gestank selbst dort hinein, wie ich schon als Fahrgast erfahren durfte, als ich kein Fahrrad mit mir führte und es vorzog, mich nicht in den 72er-Wagen zu setzen."

Auch wenn eine Reparatur einen längeren Aufenthalt in einem Ausbesserungswerk bedeute, "ist die aktuelle Situation sowohl für Fahrgäste als auch für das Bahnpersonal nicht mehr hinnehmbar. Gerade im Hinblick auf bevorstehende wärmere Tage wird sich dies noch verschlimmern". Bahnfahrer Blees bittet darum, "darauf hinzuwirken, dass diese Wagen umgehend einer entsprechenden Reparatur unterzogen werden." Selbst nicht Bahn-affine Fahrgäste würden sich mittlerweile die Nummern der betroffenen Steuerwagen merken.

(dick)

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