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Junge Mütter haben auf dem Wohnungsmarkt große Schwierigkeiten, eine Bleibe zu finden.

Wohnungsnot

Traurige Realität: Auf dem Wohnungsmarkt sind junge Mütter oftmals chancenlos

Junge Mütter haben auf dem Wohnungsmarkt große Schwierigkeiten, eine Bleibe zu finden. Oftmals liegt das an Vorurteilen. 

Limburg - Lea Siebig möchte möglichst schnell eigenständig leben. Die 18-jährige junge Mutter sucht bereits seit mehr als einem halben Jahr eine 50-Quadratmeter-Wohnung. Doch trotz intensiver Bemühungen konnte sie bisher noch keine geeignete Unterkunft finden. "Zurzeit lebe ich bei meinem Freund in Weyer. Dies ist allerdings nur eine Übergangslösung. Eigentlich möchte ich mir mit meinem Sohn ein eigenes kleines Reich aufbauen", sagt Siebig. 

Hauptsächlich suche sie in der Umgebung von Selters und Villmar, da sie trotz der geplanten Eigenständigkeit den Kontakt zu ihrem Freund aufrechterhalten möchte. "Meine Mutter lebt in Münster. Sie unterstützt mich bei der Erziehung meines Kindes und steht mir auch sonst mit Rat und Tat zur Seite. Auch deshalb möchte ich nicht so weit weg ziehen", sagt die 18-jährige.

Wohnung: Junge Mutter kontaktiert mehr als 20 Vermieter - ohne Erfolg

Die junge Mutter hat bereits Kontakt mit mehr als 20 Vermietern aufgenommen. "Ich suche täglich in Internetportalen und durchstöbere die Zeitungen nach Wohnungsanzeigen", sagt sie. Keiner der Vermieter habe ihr bisher eine Wohnung in Aussicht gestellt. Laut Siebig liege dies vor allem an den Vorurteilen: "Die Vermieter glauben einfach nicht, dass eine Frau in meinem Alter in der Lage ist, ein Kind großzuziehen." Generell habe eine Vielzahl von Vermietern ein Problem mit Kindern. 

"Ich werde bei Telefonaten immer wieder zuerst gefragt, ob Kinder mit in die Wohnung einziehen würden. Sobald ich die Frage bejaht habe, sinkt das Interesse der Hauseigentümer. Ich glaube, sie haben Angst, dass Kinder in Mehrfamilienhäusern zu laut sind", sagt Siebig.

Vermieter weisen sie ab, weil sie kein eigenes Einkommen hat

Außerdem sei sie von einigen Wohnungsbesitzern abgewiesen worden, da sie aktuell kein eigenes Einkommen beziehe. "Dies liegt aber nur daran, dass ich mich momentan in Mutterschutz befinde. Ich habe bereits einen Abschluss an einer Berufsfachschule erreicht und möchte zeitnah eine weiterführende Schule besuchen, um anschließend eine Lehre zu beginnen", erzählt sie.

Das Jobcenter in Limburg sei bereit, die Mietkosten vorerst zu übernehmen, wenn diese nicht mehr als 300 Euro betragen. "Das Geld geht direkt vom Jobcenter an den Vermieter, so dass er sicher sein kann, dass die Miete jeden Monat pünktlich bezahlt wird", sagt die 18-Jährige. Trotz dieser Garantie seien viele Hauseigentümer skeptisch.

Wohnmarkt ist überhitzt - Nachfrage steigt immer weiter an

Ein weiteres Problem: die steigende Nachfrage. "Ich habe schon mitbekommen, dass sich extrem viele Menschen auf eine Wohnung beworben haben, in die ich auch gerne eingezogen wäre", sagt die junge Mutter.

Trotz der hohen Mietpreise und der steigenden Nachfrage gibt es auch junge Erwachsene, denen es in den vergangenen Monaten gelungen ist, eine geeignete Wohnung zu finden. Lisa-Nadine Jung und ihr Mann Marc-Pierre durften sich vor kurzem über eine Zusage freuen. Das frisch verheiratete Paar habe einige Monate nach Unterkünften im Stadtzentrum von Limburg Ausschau gehalten. 

"Wir haben nach einer 90-Quadratmeter-Wohnung gesucht. Mehr als 1000 Euro Warmmiete wollten wir dafür nicht ausgeben", sagt Lisa-Nadine Jung. Da die Mietpreise in der Kreisstadt so stark angestiegen seien, habe man zunächst vergeblich gesucht. "In Limburg werden viele Penthousewohnungen angeboten, die jedoch unser Budget deutlich übersteigen", erklärt die junge Ehefrau. Es sei jedoch dann recht zügig gelungen, einen Vermieter für ihre Traumwohnung zu einem fairen Preis zu finden. (tob)

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