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Das (Un-)Sicherheitsgefühl vieler Bürger auf dem Bahnhofsplatz und die Maßnahmen von Polizei und Stadt stehen spätestens seit der Veröffentlichung einer repräsentativen Umfrage im Frühjahr 2018 im Fokus.

Kriminalität

Schlechtes Image des Limburger Bahnhofsplatzes - was hat sich getan?

Die Kriminalitätslage am Bahnhofsplatz in Limburg hat sich deutlich entspannt. Trotzdem will die Polizei die regelmäßigen Kontrollen fortsetzen und den Polizeiposten länger besetzen. Nun hoffen die Verantwortlichen in der Stadt, dass das Image des Platzes besser wird.

Limburg - Zwischen März 2017 und April 2019 hat die Polizei mehr als 3000 Menschen auf dem Bahnhofsplatz in Limburg kontrolliert - an insgesamt 136 Einsatztagen, also statistisch ungefähr einmal pro Woche.

An diesem Kontrolldruck soll sich auch so schnell nichts ändern, kündigte der Leiter der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, Frank Göbel, in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwochabend an. Eine Reduzierung der polizeilichen Präsenz werde "wieder zu einer negativen Entwicklung der Sicherheitslage am Limburger Bahnhof führen". Deshalb gebe es weitere Kontrollen.

Cannabis und Rauschgift

Zwischen Oktober 2017 und April dieses Jahres gab es auf dem Bahnhofsplatz 89 Festnahmen, die zum überwiegenden Teil zu Prozessen und Verurteilungen geführt haben. An der Spitze der Straftaten steht der Drogenhandel: 91 Mal musste die Polizei deshalb ermitteln. Überwiegend gehe es dabei um Cannabis, erklärte Göbel auf Nachfrage des Fraktionsvorsitzenden Kai-Hagen Maiwald (Linke).

56 Mal stellten die Polizisten Rauschgift sicher und 25 Mal Hieb- und Stichwaffen. Zwölf Mal ermittelte die Polizei wegen Körperverletzung und Bedrohung, zwei Mal wegen versuchter Tötung. Dazu kommen 43 Platzverweise und 31 sonstige Delikte.

Dass es dennoch einen Rückgang an Kriminalität gibt, zeigte der Polizeichef anhand einer anderen Statistik: So ist die Zahl der Ermittlungen wegen Bedrohungen und Raub rückläufig: Von den insgesamt 27 registrierten Fällen entfallen allein 22 auf das Jahr 2017, im kompletten vergangenen Jahr waren es nur noch vier und in diesem Jahr (bis einschließlich April) nur ein Fall.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Drogendelikten ab: Von den 118 registrierten Fällen entfallen mit 71 die meisten auf das Jahr 2017, 35 auf das komplette Jahr 2018, in diesem Jahr sind es bislang zwölf. Auch die Zahl der Ermittlungen wegen sonstiger Straftaten geht nach Göbels Angaben zurück von 22 Fällen (2017) auf 15 Fälle (2018) und bisher einem Fall in diesem Jahr.

Alkoholverbotszone

Obwohl die Kriminalität am Bahnhofsplatz rückläufig ist, werde dieser Platz weiterhin als "Angstraum" wahrgenommen, räumte der Polizeichef ein. Auf die Frage des CDU-Fraktionschefs Dr. Christopher Dietz, wie es denn gelingen könne, die positive Botschaft des Rückgangs an Kriminalität zu transportieren, sagte Göbel, das sei nicht so einfach: "Das dauert eine Weile, ein paar Jahre." Zum einen liege das mangelnde Sicherheitsgefühl vieler Bürger allgemein im Trend, zum anderen sei es wichtig, dass die Bürger die Polizei bei Kontrollen auf dem Bahnhofsplatz immer wieder wahrnehmen.

Thema der Sitzung war auch die von der CDU beantragte Alkoholverbotszone auf dem Bahnhofsplatz, die allerdings erst nach einer Gesetzesänderung möglich wäre, für die sich die Stadt Limburg einsetzen soll, falls die Stadtverordneten dem am Montag zustimmen.

SPD-Fraktionschef Peter Rompf bat den Limburger Polizeichef um eine fachliche Einschätzung. "Ich weiß nicht, ob das ein durchschlagender Erfolg wird", sagte Göbel. Letztlich sei es Sache der Kommune, diesen Weg einzuschlagen.

Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) betonte, eine Alkoholverbotszone habe keinerlei Auswirkungen auf die Gaststätten im Bereich des Bahnhofs. "Es geht allein um öffentliches Trinken im öffentlichen Raum." Wer in einer Kneipe am Bahnhof Alkohol getrunken habe, könne auch weiterhin besoffen über den Bahnhofsplatz laufen.

Der Polizeichef kündigte zudem eine dauerhafte personelle Verbesserung im Polizeiposten am Bahnhof an. Dieser wird künftig länger besetzt sein. Das betrifft vor allem die Abendstunden. Bislang ist der Posten von Montag bis Freitag besetzt von 8 Uhr bis gegen 16 oder 17 Uhr. Geplant sind nach Göbels Angaben künftig eine Frühschicht von 8 bis 13 Uhr und eine Spätschicht von 13 Uhr bis in die späteren Abendstunden.

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