Weniger Autos in der Stadt und damit auch auf der Schiede: Das ist das vorrangige Ziel des Masterplans Mobilität, der in zwei Jahren entwickelt wurde und nun vorgestellt wird. Fotos: privat

Konzept für Mobilität der Zukunft

So soll der Autoverkehr in Limburg reduziert werden

Der Masterplan Mobilität wird am 16. Mai öffentlich vorgestellt und diskutiert. Oberstes Ziel ist dabei die Reduzierung des Autoverkehrs in Limburg.

Limburg - Seit zwei Jahren wird in Limburg in und mit der Politik, den Verbänden und Institutionen und nicht zuletzt der Bürgerschaft der Masterplan Mobilität erarbeitet. Am Donnerstag, 16. Mai, wird im Kolpinghaus, Kolpingstraße 9, das Handlungskonzept vorgestellt und diskutiert. Dies geschieht in der letzten Sitzung des Beirats, der den Prozess begleitet hat. Zu der Sitzung, die um 19 Uhr beginnt, ist die Öffentlichkeit eingeladen. Nach der Veranstaltung wird sich der Steuerungskreis mit dem Plan beschäftigen, der anschließend der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt wird. Diese muss den Masterplan Mobilität 2030 auch beschließen.

124 verschiedene Maßnahmen beinhalte das Konzept, das einen Handlungsrahmen für die Mobilitätsentwicklung in der Stadt bis zum Jahr 2030 beschreibt, teilt die Stadt mit. Das beauftragte Gutachterbüro hat zwei Szenarien der Verkehrsentwicklung erarbeitet, ein moderates Szenario unter dem Stichwort "Fortschritt für Limburg" und ein vollumfassendes Szenario unter dem Aspekt "Verkehrswende in Limburg". "Fortschritt" beschreibt den Mindeststandard für den Masterplan Mobilität, "Verkehrswende" ist laut Stadt als Optimum anzustreben.

Limburg: Viele kleine Bausteine

"Es ist eine Fülle von einzelnen Vorhaben, die dazu beitragen sollen, dass sich die Umweltbelastung reduziert, die Stadt gleichzeitig attraktiv und gut erreichbar bleibt", sagte Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). Nach seiner Einschätzung kann eine Verbesserung nur durch viele kleine Bausteine erreicht werden. "Ich bin gespannt darauf, wie die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf die Vorschläge reagieren und was dann später von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wird", sagt der Rathauschef, der auf eine gut besuchte Veranstaltung am 16. Mai hofft.

Eine Fülle von Anregungen und Vorschlägen zur Verbesserung der Mobilität in Limburg wurden bei zwei Bürgerforen zusammengetragen.

Die Veränderungen, die angestrebt werden, sollen den Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) am Verkehrsaufkommen in Limburg reduzieren. Zurzeit liegt dieser bei 60 Prozent, die Fußgänger kommen auf 22 Prozent, die Nutzer des ÖPNV auf elf und der Radverkehr auf sieben Prozent. Das Szenario "Fortschritt" könnte den MIV auf 50 Prozent reduzieren, Fußgängeranteil und ÖPNV-Nutzer würden um jeweils zwei Prozent zulegen, der Anteil des Radverkehrs auf 12 Prozent steigen. Unter dem Aspekt "Verkehrswende" ist ein Rückgang des MIV auf 40 Prozent möglich, auf jeweils 15 Prozent steigerten sich dann Radler und ÖPNV-Nutzer, die Fußgänger würden zu 30 Prozent zum Verkehrsaufkommen beitragen.

In dem Handlungskonzept, aufgeteilt nach Fuß- und Radverkehr, Nahmobilität, ÖPNV und Kfz-Verkehr, sind 76 Maßnahmen aufgeführt (hinzu kommen noch die Bereiche Digitalisierung, öffentlicher Raum und andere). In dem Konzept sind die Vorschläge bewertet als "sehr sinnvoll", "sinnvoll", "ausgewogen/vertretbar". Es gibt auch Maßnahmen, die nicht bewertet oder verworfen wurden. Zudem gibt es zeitliche Horizonte von kurzfristig bis 2022 oder langfristig bis etwa 2030.

Radschnellverbindungen durch die Limburger Innenstadt

Als sehr sinnvoll beim Fußverkehr wird zum Beispiel eine barrierefreie und höhengleiche Fußgängerquerung der B 8 am Offheimer Weg eingestuft. Als sinnvolle Schlüsselmaßnahme für den Radverkehr wird die Prüfung und ein Pilotprojekt an Radschnellverbindungen aus den Stadtteilen oder aus Diez in die Kernstadt eingestuft. Im Bereich der Nahmobilität wird als Schlüssel- oder Leuchtturmprojekt die Schaffung einer neuen Schienenquerung für den Fuß- und Radverkehr auf Höhe des Bahnhofs mit Hilfe einer Brücke eingestuft.

Beim ÖPNV gilt die Schaffung einer neuen Tarifstufe unterhalb der RMV-Tarifstufe 1 als ein solches Leuchtturmprojekt. Beim Kfz-Verkehr gilt die Verbesserung beim Parkraummanagement im Zentrum (mit Verlagerung in Parkhäuser, Parkleitsystem, Gebührenanpassung und neuer Anlage südlich des Bahnhofs) als sehr sinnvoll. Als sinnvoll wird auch angesehen, beim Neubau der Lichtfieldbrücke eine direkte Anbindung der Westerwaldstraße zu prüfen.

red

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