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Symbolbild: Die Stadt Limburg will ihren Autoverkehr stark reduzieren. 

Masterplan

Wie die Stadt Limburg ihre Verkehrsprobleme in den Griff bekommen will

Wie die Stadt ihre Verkehrsprobleme in den Griff bekommen und für Autofahrer, Busfahrer, Radfahrer und Fußgänger Verbesserungen erreichen will, wird im Masterplan Mobilität zusammengefasst. Am kommenden Donnerstag wird im Kolpinghaus das fertig erarbeitete Handlungskonzept vorgestellt und diskutiert. 

Limburg - 124 verschiedene Maßnahmen beinhaltet der Masterplan Mobilität, der am kommenden Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt wird und einen Handlungsrahmen für die Mobilitätsentwicklung in Limburg bis zum Jahr 2030 beschreibt. Das beauftragte Gutachterbüro hat nach Angaben der Stadtverwaltung zwei Szenarien der Verkehrsentwicklung erarbeitet, ein moderates Szenario unter dem Stichwort "Fortschritt für Limburg" und ein weitergehendes Szenario unter dem Aspekt "Verkehrswende in Limburg". "Fortschritt" beschreibt den Mindeststandard für den Masterplan Mobilität, "Verkehrswende" ist als Optimum anzustreben.

"Es ist eine Fülle von einzelnen Vorhaben, die dazu beitragen sollen, dass sich die Umweltbelastung reduziert, die Stadt gleichzeitig attraktiv und gut erreichbar bleibt", sagt Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). Nach seiner Einschätzung kann eine Verbesserung nur durch viele kleine Bausteine erreicht werden. "Ich bin gespannt darauf, wie die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf die Vorschläge reagieren und was dann später von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wird", sagt der Bürgermeister, der auf eine gut besuchte Veranstaltung am 16. Mai von 19 Uhr an im Kolpinghaus hofft.

Autoverkehr in Limburg soll reduziert werden – Rückgang bis zu 30 Prozent

Die Veränderungen, die angestrebt werden, sollen den Anteil des Autoverkehrs am Verkehrsaufkommen in Limburg reduzieren. Zurzeit liegt der Anteil bei 60 Prozent, die Fußgänger kommen auf 22 Prozent, die Nutzer von Bussen und Zügen auf elf und der Radverkehr auf sieben Prozent.

Das Szenario "Fortschritt" könnte den motorisierten Individualverkehr auf 50 Prozent reduzieren, Fußgängeranteil und ÖPNV-Nutzer würden um jeweils zwei Prozentpunkte zulegen, der Anteil des Radverkehrs auf zwölf Prozent steigen.

Unter dem Aspekt "Verkehrswende" ist ein Rückgang des Autoverkehrs auf 40 Prozent möglich, auf jeweils 15 Prozent steigerten sich dann Radler und ÖPNV-Nutzer, die Fußgänger würden zu 30 Prozent zum Verkehrsaufkommen beitragen.

76 Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrspobleme in Limburg

In dem Handlungskonzept, aufgeteilt nach Fuß- und Radverkehr, Nahmobilität, ÖPNV und Kfz-Verkehr, sind insgesamt 76 Maßnahmen aufgeführt (hinzu kommen noch die Bereiche Digitalisierung, öffentlicher Raum und andere). In dem Konzept sind die Vorschläge bewertet als "sehr sinnvoll", "sinnvoll", "ausgewogen/vertretbar". Es gibt auch Maßnahmen, die nicht bewertet oder verworfen wurden. Zudem gibt es zeitliche Umsetzungsziele zwischen kurzfristig bis 2022 oder langfristig bis etwa 2030.

Als sehr sinnvoll beim Fußverkehr wird zum Beispiel eine barrierefreie und höhengleiche Fußgängerquerung der B 8 am Offheimer Weg eingestuft. Als sinnvolle Schlüsselmaßnahme für den Radverkehr wird die Prüfung und ein Pilotprojekt an Radschnellverbindungen aus den Stadtteilen oder aus Diez in die Kernstadt eingestuft. Im Bereich der Nahmobilität wird als Schlüssel- oder Leuchtturmprojekt die Schaffung einer neuen Schienenquerung für den Fuß- und Radverkehr auf Höhe des Bahnhofs mit Hilfe einer Brücke eingestuft.

Stadt will Busfahren attraktiver machen – Neuer Kurzstreckentarif

Beim ÖPNV gilt die Schaffung einer neuen Tarifstufe unterhalb der RMV-Tarifstufe 1 als ein weiteres Leuchtturmprojekt. Gemeint ist damit, einen günstigeren Kurzstreckentarif einzuführen, um Busfahren attraktiver zu machen.

Beim Kfz-Verkehr gilt die umfangreiche Verbesserung beim Parkraummanagement im Zentrum (mit Verlagerung in Parkhäuser, Parkleitsystem, Gebührenanpassung und neuer Anlage südlich des Bahnhofs) als sehr sinnvoll. Als sinnvoll wird angesehen, beim Neubau der Lichfieldbrücke, die frühestens von 2022 an geplant ist und rund vier Jahre dauern wird, eine direkte Anbindung der Westerwaldstraße zu prüfen. red

Info: Vorstellung im Kolpinghaus

Seit zwei Jahren wird in Limburg in und mit der Politik, den Verbänden und Institutionen und nicht zuletzt der Bürgerschaft der Masterplan Mobilität erarbeitet. Am Donnerstag, 16. Mai, wird im Kolpinghaus das nun erarbeitete Handlungskonzept vorgestellt und diskutiert. Dies geschieht in der letzten Sitzung des Beirats, der den kompletten Prozess begleitet hat.

Zu der Sitzung, die um 19 Uhr beginnt, sind alle interessierten Bürger eingeladen. Nach der Veranstaltung im Kolpinghaus wird sich der Steuerungskreis mit dem Plan beschäftigen, der anschließend der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt wird. Diese muss den Masterplan Mobilität 2030 auch beschließen. Da der Veranstaltungsraum nicht barrierefrei zu erreichen ist, weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass für Personen mit eingeschränkter Mobilität (Nutzer eines Rollstuhls) eine Treppensteighilfe sowie Hilfspersonen zur Verfügung stehen. red

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