In diesem Gebäudekomplex in der Diezer Straße 13 in der Limburger Innenstadt soll ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) entstehen.

Ärzte im Kreis Limburg-Weilburg

In der Limburger Innenstadt soll ein großes Ärztezentrum entstehen

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Zusammen mit der Stadt, dem St. Vincenz-Krankenhaus und drei Ärzten will der Kreis Limburg-Weilburg in der Limburger Innenstadt ein sogenanntes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) unter dem Dach einer kommunalen GmbH ins Leben rufen.

Limburg - In einer Sitzung des Sozialausschusses des Kreistages hat der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung (SPD) die Mitglieder am Mittwochabend über den Stand der bereits geführten Verhandlungen informiert.

Ausgangspunkt ist ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von CDU und SPD im Kreistag vom April 2018, zur Sicherstellung der allgemeinmedizinischen Versorgung in der Region ein MVZ zusammen mit der Ärzteschaft und der Stadt Limburg zu entwickeln. Es gab Anregungen von Limburger Medizinern, zum Ausgleich nicht besetzter Arztsitze für Allgemeinmedizin ein MVZ zu gründen.

Laut einer Analyse der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen aus dem Jahr 2016 zur ambulanten medizinischen Versorgung im Landkreis Limburg-Weilburg liegt das Durchschnittsalter der Hausärzte bei 55 Jahren und bei den Fachärzten bei 53 Jahren. Im Hinblick auf das Jahr 2030 bestehe ein erheblicher Bedarf an Nachfolgern. Nach einer Prognose des Hessischen Statistischen Landesamtes wird der Anteil der Bevölkerung im Landkreis ab 65 Jahre bis 2030 stark zunehmen. Voraussichtlich werden bis dahin etwa 66 Hausärzte ausscheiden. Diese Stellen müssten wieder besetzt werden. Auch bei den Fachärzten werde das Problem zunehmend deutlich.

Laut Helmut Jung sind im Bezirk Limburg zehn Arztsitze unbesetzt. Zwei von zehn Sitzen habe bereits ein privates MVZ Mittelhessen von der KV zugeteilt bekommen. Zwei weitere Sitze seien für die Stadt Limburg und den Kreis Limburg-Weilburg reserviert.

Limburg: Neues Ärztezentrum geplant

Die Einrichtung eines MVZ sei ideal für junge Ärzte, sagte Jung. Das Ärztenetzwerk PIANO (Nassau-Oranien) habe auch bereits vier Mediziner benannt, die an einer solchen Einrichtung interessiert seien. Nach Angaben des Vize-Landrats ist eine Praxis in der Limburger Stadtmitte bereit, mit zwei Arztsitzen in ein MVZ einzutreten. Die Örtlichkeit biete sich nicht nur vom Standort her an, es seien auch keine weiteren Investitionen erforderlich.

Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich bei dem Objekt um eine Arztpraxis in der Diezer Straße 13, gegenüber der Einmündung zur Josef-Ludwig-Straße.

Helmut Jung sprach sich für die Gründung einer GmbH aus. Dafür müssten jetzt Konzepte erarbeitet und beraten werden. Die Gesellschaft müsse auch eine unbegrenzte Bürgschaft gegenüber der KV übernehmen.

Kooperation zwischen Stadt, St. Vinzenz-Krankenhaus, drei Ärzten und Kreis

Ein MVZ in Limburg könnte gut laufen, weil die Struktur stimme, sagte Jung. An einem oder mehreren Tagen in der Woche seien auch Sprechstunden in den Kommunen möglich. In etwa drei Wochen könne ein Konzept für ein MVZ unter der Beteiligung von Stadt, Kreis, St. Vincenz-Krankenhaus und drei Ärzten vorliegen.

Dr. Klaus Valeske (FDP) fragte im Ausschuss, weshalb das Kreiskrankenhaus Weilburg nicht dabei sei. Landrat Michael Köberle (CDU) bemerkte, zunächst gehe es darum, etwas Neues aufzubauen. Mit dem Krankenhaus Weilburg würden Gespräche geführt, für den Raum Weilburg etwas zu tun. Köberle: „Wir denken über alles nach, sogar über Telemedizin.“

Dr. Bernhard Herrmann (AfD) vertrat die Meinung, mit einem MVZ sei auch eine Versorgung außerhalb von Limburg möglich. Das müsse mit der KV besprochen werden. Telemedizin sei allerdings sehr zeitaufwendig. In der gleichen Zeit könne ein Arzt vor Ort drei Patienten versorgen. Oliver Jung (SPD) appellierte an die Ausschussmitglieder, zunächst einmal die Vorlage des Konzeptes abzuwarten, um weitere Details zu beraten.

Damit zeigte sich auch die Ausschussvorsitzende Judith Hautzel (SPD) einverstanden.

Helmut Jung versprach eilige Weiterarbeit, denn auch die KV dränge auf schnelle Erledigung. Jung: „Wir wollen nichts gegen die Ärzte unternehmen, sondern mit den Ärzten eine Einrichtung schaffen.“

von Bernd Lormann

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