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Die Mannschaft des TuS Ahlbach etwa im Jahr 1922. Zu sehen sind (hinten von links) Franz Reitz, Christian Wagner, Johann Schneider Georg Pötz, Anton (Urselbacher Hof), Richard Schmitt, Willi Wilkens, Johann Bäcker, Heinrich Reitz, (vorne von links) Alois Weißer, Johann Bopp und Josef Wolf.

Jubiläum in Ahlbach

Turn- und Sportverein in Ahlbach feiert 100. Geburtstag 

Seit 100 Jahren gibt es den Turn- und Sportverein, auch wenn dieser nicht immer so hieß. Gefeiert wird am Sonntag, die fußballerisch erfolgreichsten Zeiten liegen aber schon etwas zurück.

Ahlbach - Im Bürgerhaus Ahlbach beginnt am Sonntag um 11 Uhr der Kommers zum 100-jährigen Bestehen des Turn- und Sportvereins (TuS). Vorher startet um 9.15 Uhr der Festgottesdienst. Bereits Samstag um 18.30 Uhr wird auf der Sportanlage der neue Bouleplatz eröffnet. Dass vor 100 Jahren der TuS Ahlbach gegründet wurde, war gar nicht geplant. Denn die Fußballer wollten sich dem bereits sieben Jahre zuvor ins Leben gerufenen Turnverein anschließen. Doch dort wurde der Antrag auf eine Fußballabteilung abgeschmettert.

Also mussten die Fußballer ihren eigenen Verein gründen, den "Sportverein Edelweis". Initiator des Fußballspiels in Ahlbach war Georg Ludwig, der den Sport in England kennengelernt hatte. Es gab einige Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Es fehlte zunächst nicht nur an Trikots und Schuhen, sondern auch an einer geeigneten Spielstätte. Anfang der 1920er Jahre wurde dann das Gelände "An der Meil" als Fußballplatz erworben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Wiederbelebung des Vereinslebens sowie die Etablierung der ersten Seniorenmannschaft in der 2. Kreisklasse. 1951 wurde der Verein in Turn- und Sportgemeinde Ahlbach umbenannt. 1954 gelang der Aufstieg in die A-Klasse. Damals wurden auch die Vereinsfarben Blau und Weiß festgelegt.

Auswärts mit Bussen

1960 gelang der Aufstieg in die Amateurliga Wiesbaden. Es begann eine sportlich sehr erfolgreiche Phase des TuS, die fast zehn Jahre währte. Sonntags ging es oft zu Auswärtsspielen mit zwei Bussen in den Rheingau, zu Gegnern nach Rüdesheim, Geisenheim oder Eltville. 1968 erfolgte in Ahlbach die Einweihung des neuen Platzes auf roter Erde an der Dehrner Straße.

Sportlich war der Stern des TuS aber erst einmal am Sinken. Das Team verblieb für die kommenden elf Jahre in der B-Klasse. Erst in den 1980er Jahren wurde es wieder besser, als zunächst die Rückkehr in die A-Klasse gelang und 1986 gar der Aufstieg in die Bezirksliga Wiesbaden nach einem Entscheidungsspiel auf dem Hartplatz in Oberbrechen. 1500 Zuschauer gegen Limbach war die wohl größte Kulisse, vor der ein Ahlbacher Fußballteam je gespielt hat.

Damit sollte die sportlich erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte eingeläutet werden. In den 90er Jahren pendelte die Mannschaft zwischen Bezirksoberliga Wiesbaden (heute Gruppenliga), in der das Team auf unteren Mittelfeld- oder Abstiegsplätzen landete, und der Bezirksliga Limburg (heute Kreisoberliga), in der sie vordere Plätze belegte oder den Wiederaufstieg schaffte. 1999 wurde der Vereinsname von Turn- und Sportgemeinde in Turn- und Sportverein geändert. Anfang des Jahrtausends konnte Ahlbach erneut vorübergehend am überregionalen Spielgeschehen teilnehmen. Dann folgten jedoch zwei Abstiege in kurzer Folge.

2001 gelang dem TuS noch einmal der Aufstieg in die heutige Gruppenliga Wiesbaden. Dies wurde natürlich ausgiebig gefeiert.

Eine Spielgemeinschaft

2007 wurde dann eine Spielgemeinschaft mit dem SV Oberweyer gegründet. Eingefädelt wurde diese vom früheren und leider zu früh verstorbenen TuS-Vorsitzenden Bernd Eufinger sowie dem ehemaligen Ahlbacher und langjährigen Vorsitzenden des SV Oberweyer Karl Silbereisen. Es begann ein sportliches Auf und Ab zwischen Kreisoberliga und Kreisliga A. 2017/2018 erfolgte passend zum zehnjährigen Bestehen der SG der Doppelaufstieg. Für die Erste Mannschaft ging es in die Kreisoberliga rauf, für die zweite in die B-Klasse.

Im September vergangenen Jahres wurde der neue Kunstrasen auf dem Sportpark an der Meil seiner Bestimmung übergeben. Der neue Platz schien den Spielern Flügel zu verleihen. Denn nach einer packenden Rückrunde kletterte die SG Ahlbach/Oberweyer vom vorletzten Tabellenplatz in der Hinrunde auf Platz 12 in der Abschlusstabelle und schaffte doch noch den Verbleib in der Kreisoberliga Limburg-Weilburg. Zudem gibt es im Seniorenbereich noch eine Ende der 1960er Jahre gegründete Alte-Herren-Mannschaft sowie seit 2017 eine Traditionsmannschaft.

Die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Ahlbach/Oberweyer wurde vor einigen Jahren in die JSG Heidenhäuschen integriert. Mit dem FC Steinbach, dem FSV Hangenmeilingen, dem SV Oberzeuzheim und der TSG Niederzeuzheim verfügt man somit nicht nur über zuverlässige Partnervereine, sondern auch über zahlreiche Trainings- und Spielorte. Zudem wurde die Kooperation mit dem FC Waldbrunn in C- und B-Jugend zu einer JSG erweitert. Der TuS Ahlbach hat derzeit 280 Mitglieder und wird von einem Vorstand um den Ersten Vorsitzenden Peter Schmidt und Geschäftsführer Bernd Schäfer geführt.

Die Erste Mannschaft feierte 2019 den Verbleib in der Kreisoberliga. Am Sonntag tritt sie um 14.30 Uhr gegen den FC Steinbach an.

von Robin Klöppel

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