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Am Montag treffen sich die Fraktionen wegen dem Neumarkt in Limburg

Neugestaltung

Zwei Neumarkt-Entwürfe im Fokus - Resonanz der Bürger auf Online-Umfrage gering

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Den ganzen April über hatten die Limburger die Möglichkeit, sich zur Neugestaltung des Neumarkts zu äußern. Die Resonanz fiel allerdings sehr verhalten aus. Eine politische Vorentscheidung dürfte am Montag fallen, wenn sich die Fraktionen in ihren Sitzungen festlegen, was sie wollen.

Limburg - Die für 2020 vorgesehene Umgestaltung des Neumarkts ist das politische Thema in diesem Jahr in Limburg - doch das Interesse der Bürger daran scheint nicht sehr groß zu sein. Gerade einmal 70 Personen haben im Laufe von immerhin vier Wochen bei der Online-Abstimmung auf der Homepage der Stadt ihr Votum abgegeben. Das teilte am gestrigen Freitag auf Anfrage dieser Zeitung Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) mit. Zur Auswahl standen fünf von Planungsbüros vorgelegte Entwürfe.

Nehme man die im Foyer des Rathauses entgegen genommenen Vorschläge und Meinungen der Bürger hinzu, komme man auf insgesamt 125 Teilnehmer, teilt Hahn weiter mit. Das ist - objektiv betrachtet - nicht wirklich viel. Und viel mehr Stimmen werden es auch nicht mehr, weil die Teilnahmefrist am gestrigen Freitag endete.

"Direkter Vergleich"

Für den Bürgermeister steht fest: "Wir sollten jetzt in der Lage sein zu entscheiden." Das soll im zuständigen Ausschuss am Dienstag, 8. Mai, 19.15 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses geschehen. Es sei denn, die FDP kann sich mit ihrer Haltung durchsetzen: In einem Antrag wünschen die Liberalen "einen finalen direkten Vergleich" - was zu einer späteren Entscheidung erst im Juni führen würde.

Der Tenor dieses Antrags gibt die allgemeine Stimmung gut wieder: Im Fokus stehen noch zwei Entwürfe. Zum einen der von Bürgermeister Hahn weiterhin favorisierten Entwurf des Planungsbüros Dutt & Kist, für den sich auch der Magistrat ausgesprochen hatte. Zum anderen ein Entwurf, den zunächst keiner so richtig auf dem Schirm hatte - der Vorschlag des Planungsbüros Mann in Fulda.

Im Kern würde der Neumarkt bei diesem Vorschlag ein Gesicht erhalten, das er vor mehr als 100 Jahren schon einmal hatte - ohne Platanen, dafür mit (anderen, kleineren) Bäumen an den beiden Längsseiten des Platzes und einer "Chaussee" mitten durch den Platz.

Die vorgeschlagenen Zierkirschen stoßen dabei eher weniger auf Gegenliebe, weil diese Bäume nur zwei Wochen im Jahr blühen, aber die so empfohlene Grundgestaltung des Platzes kommt offenbar nicht nur bei der FDP gut an, die den Vorschlag des Planungsbüros Mann bevorzugt.

Was passiert mit Platanen?

SPD-Fraktionschef Peter Rompf kann beiden Vorschlägen Positives abgewinnen, weiß aber noch nicht, wie sich seine Fraktion in ihrer Sitzung am kommenden Montagabend entscheiden wird. Dann kommt auch die CDU-Fraktion zusammen, in der es ebenfalls Befürworter, aber auch Gegner des Mann-Vorschlags gibt. Auch CDU-Fraktionschef Dr. Christopher Dietz möchte sich noch nicht festlegen, wie die CDU abstimmt.

Sicher ist hingegen, dass keiner der fünf Vorschläge für sich genommen in Stein gemeißelt ist. Theoretisch könnte sich jede Fraktion aus jedem Entwurf etwas herauspicken.

Auffällig ist: Der Vorschlag von Mann, neue Bäume anders zu pflanzen und sich von den Platanen peu à peu zu verabschieden, und auch der Vorschlag von Dutt & Kist, vier der insgesamt 20 Platanen zu entfernen, hat dazu geführt, dass es möglicherweise keine politische Mehrheit mehr gibt, an den Platanen festzuhalten.

Das wiederum wundert SPD-Fraktionschef Rompf. Eigentlich gebe es den - von seiner Fraktion nie mitgetragenen - politischen Beschluss, dass die Platanen auf jeden Fall stehen bleiben müssten. Was seine Fraktion nie verstanden habe, weil der von CDU, Grünen und Linken vorgegebene Dreiklang - keine parkenden Autos mehr, Wochenmarkt bleibt, Platanen auch - den Spielraum für Änderungen auf dem Platz zu sehr eingeschränkt habe. CDU-Fraktionschef Dietz betont jedoch, es sei dabei nie explizit um die Platanen selbst gegangen, sondern nur darum, dass auf dem Neumarkt Bäume stehen müssten.

"Verschattung vermeiden"

Möglicherweise hat der von der Stadtverwaltung alle zwei Jahre vollzogene Radikalschnitt der Platanen, der in der Stadt nicht unumstritten ist, zu einem Wandel in der Wahrnehmung der Platanen geführt. Begründet wird dieser "Kopfbaumschnitt" von der Stadt damit, den Wuchs zu kontrollieren, die Standsicherheit auf Dauer zu gewähren, Nistmöglichkeiten von Vögeln stark zu begrenzen und "eine zu starke Verschattung unter den Bäumen zu vermeiden".

Es soll Menschen geben, die glauben, Schatten im Hochsommer könnte die Aufenthaltsqualität auf einem Platz deutlich erhöhen.

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