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Rund 150 Autos konnten die Besucher der achten Auto-Classic-Limburg gestern in der Innenstadt bei bestem Sommerwetter bewundern. 

Auto-Classic

Das war die große Oldtimerschau in Limburg

Bestes Wetter und ganz viel zu sehen gab es gestern bei der großen Oldtimerschau, der Auto-Classic-Limburg. Zusammen mit dem verkaufsoffenen Sonntag sorgte die Aktion wieder für eine volle Innenstadt.

Limburg - Wo treffen amerikanische Straßenkreuzer auf italienische Flitzer und Traktoren von Porsche? Mitten in Limburg bei der großen Auto-Classic-Ausstellung. Rund 150 Fahrzeuge waren gestern bei strahlendem Sonnenschein in der Innenstadt zu bewundern.

Mit dem DKW Monza hatten die Organisatoren eine Rarität „an Land gezogen“, die sie gleich unter dem Eingangstor am Georgsbrunnen platzierten. „Den gibt es in der Form nur 15 Mal“, erzählte der Präsident des Staffeler Oldtimerstammtischs, Wolfgang Weimar. Zusammen mit dem Lions Club Limburg-Goldener Grund und dem CityRing traten die Oldtimerfreunde als Ausrichter der Autoschau auf, die ab 13 Uhr durch einen wieder sehr gut angenommen verkaufsoffenen Sonntag ergänzt wurde.

In jedem Fall lohnte es sich, genau hinzuschauen. Denn viele der gezeigten automobilen Schmuckstücke erschlossen sich selbst dem Fachmann oft erst auf den zweiten Blick. „Das da drüben ist ein Mercedes 170 V“, erklärte Experte und Moderator Johannes Hübner. Das V steht für Vorderantrieb. Es gab auch eine Version, bei der der Motor im Heck saß. „Das wirklich Besondere ist aber, dass hier eine zweitürige Version steht.“

Ein Gangsterauto

Ebenfalls ein wahrer Hingucker und mit einer Anekdote versehen war der schwarze Citroen 11 CV. „Das Gangsterauto“ nannte es Hübner. Dank seines stabilen Fahrverhaltens sei es im Paris der Vorkriegszeit das bevorzugte Fahrzeug von Ganoven gewesen.

Regelrecht ins Schwärmen kam der Fachmann, als er vom Georgsbrunnen platzaufwärts blickte. Dort zog ein knallroter Porsche-Diesel-Junior-Traktor die Blicke auf sich. „Das war nach dem Krieg der typische Traktor für Nebenerwerbslandwirte“, sagte Hübner.

Lohnt sich ein Oldtimer heutzutage eigentlich noch als Geldanlage, fragten sich gestern viele Besucher. „Nicht wirklich“ sagte Ben Henninger, Betreiber einer Oldtimer-Werkstatt. Inzwischen werde er immer öfter, auch von Händlern, als Sachverständiger angefordert. Denn angesichts der hohen Marktpreise würden schrottreife Fahrzeuge aus Übersee importiert, professionell lackiert und dann überteuert verkauft. Wer mal Oldtimer-Luft schnuppern und einfach mal schrauben möchte, für den hatte Henninger einen Tipp parat: „Der MGB ist noch gut verfügbar und einfach gebaut.“

Dass Oldtimer mehr sind als nur Blech und auch ein Lebensgefühl transportieren, zeigte unter anderem Ingo Benuar. In schwarzer Uniform und mit lässiger Sonnenbrille auf der Nase präsentierte er auf dem Bahnhofsplatz seinen schwarz-weiß lackierten 1971er Chevrolet-Impala-Straßenkreuzer der Polizei Los Angeles. Ihm zur Seite stand Moritz Klee, der als State Trooper mit einem alten „Plymoth Satellite“ angerückt war. Beide gehören dem ursprünglich aus Belgien stammenden Straßenkreuzer-Fanclub „BSCA“ an. „Manchmal werden wir gebucht, manchmal kommen wir auch so“, erzählte Benuar. Er ist auch in Belgien, Holland oder Schweden am Steuer des Oldtimers mit seinen Freunden unterwegs. Ist das wegen des hohen Spritverbrauchs nicht ein teures Vergnügen? „Meiner verbraucht 13 Liter. Das geht noch“, sagte Benuar.

„Manche dieser Autos sind durchaus noch alltagstauglich“, erläuterte Thorsten Baum aus Diez. Er war wieder mit seinem Chevrolet G20 angerückt, den TV-Serien-Fans als Fahrzeug des „A-Teams“ kennen. Und obwohl es immer was zu reparieren gibt, fährt Baum mit dem Chevy auch mal gern zum Supermarkt.

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