+
So soll das Geschäftszentrum mit insgesamt zwei Gebäuden an der B 8 in Limburg (siehe kleines Bild) Mitte 2022 aussehen.

Müller & Müller Gruppe

35 Millionen Euro teuer: Geschäftszentrum an der B8 soll gebaut werden

  • schließen

Müller & Müller-Gruppe will für 35 Millionen Euro zwei viergeschossige Gebäude in Limburg errichten.

  • Müller & Müller-Gruppe will in Limburg bauen
  • Gebäude sollen 35 Millionen Euro kosten
  • Finanzamt könnte einziehen

Limburg - Die Müller & Müller-Gruppe mit Sitz in Limburg möchte an der B 8 zwischen der Brückenvorstadt und Staffel ein Geschäftszentrum mit Wohnungen, Büros, Handel und Gewerbe in zwei mehrgeschossigen Gebäuden errichten. Dabei sollen insgesamt 35 Millionen Euro investiert werden.

In einem dieser Objekte könnte das Finanzamt Limburg-Weilburg seinen neuen Standort als Mieter bekommen. Die Gespräche dazu sind nach Informationen dieser Zeitung weit fortgeschritten. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

In der Präsentation für das "Geschäftszentrum Dieselstraße und Siemensstraße" wird das Finanzamt explizit als möglicher Mieter für das größere der beiden Gebäude zwischen B 8 und Siemensstraße genannt - mit einer Nutzfläche von 6000 Quadratmetern. Außerdem ist in diesem Objekt die Ansiedlung eines Fitnesscenters vorgesehen (2700 Quadratmeter Nutzfläche); dazu kommen Handelsflächen (maximal 1200 Quadratmeter) und etwas Gastronomie (350 Quadratmeter). Das kleinere Gebäude an der Dieselstraße ist geprägt durch einen Mix aus Wohnungen (40 Stück) und kleineren Apartments (20 Stück) sowie Büroflächen (1500 Quadratmeter), Handel (800 Quadratmeter) und Gastronomie (250 Quadratmeter).

Limburg: 150 Parkplätze an der Dieselstraße geplant

Das viergeschossige Gebäude an der Dieselstraße wird nach den Planungen im Erdgeschoss 150 Parkplätze enthalten, das größere, ebenfalls viergeschossige Gebäude zwischen Siemensstraße und B 8 400 Stellplätze, ebenfalls im Erdgeschoss. Es soll keine Tiefgaragen geben.

Vom Standort scheint das Unternehmen sehr überzeugt zu sein: Die Kreuzung B 8/Westerwaldstaße sei "ein besonderer Ort", heißt es in der Präsentation, die bereits im Limburger Magistrat vorgestellt wurde. Mit dem "besonderen Gebäude", dessen Architektur sich an der ",klassischen Moderne' des Bauhaus" orientiere, solle ein "Zeichen gesetzt" werden, und zwar, dass hier "die Stadt beginnt".

Limburg: 2020 soll schon gebaut werden

Der eigene Terminplan ist eng gesteckt: Vorgesehen ist ein Baubeginn bereits im Oktober dieses Jahres, die Fertigstellung ist für Mitte 2022 geplant. Denn dieses Datum ist besonders wichtig für den mit Abstand wichtigsten potenziellen Mieter - das Land Hessen.

Im November 2018 hatte Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms bekanntgegeben, die bislang zwei Standorte des Finanzamts - in Limburg und Weilburg - an ihren jeweiligen Standorten zu schließen und unter einem Dach in Limburg zusammenzuführen. Bis 2022 will das Land dieses Vorhaben umsetzen.

Ende 2018 war noch offen, ob das neue Finanzamt vom Land selbst gebaut oder ob Büroflächen angemietet werden. Die Entscheidung fiel dann auf mieten statt bauen. Ende November 2019 endete eine Frist für potenzielle Anbieter von bereits bestehenden Mietobjekten. Dass der Limburger Markt dies kaum hergibt, war aber damals schon klar.

Limburg: Land hält an der Zusammenlegung fest

Die Entscheidung der Landesregierung, die beiden Finanzämter im Landkreis zu fusionieren, war politisch umstritten. Im November 2019 betonte Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) in einem Pressegespräch jedoch, an der Zusammenlegung der Finanzämter an einem neuen Standort in Limburg festzuhalten. Es bleibe bei der Schließung des Weilburger Finanzamts, wenngleich dort ein "Bürgerservice" eingerichtet werde. Einen Neubau auf der grünen Wiese hatte Schäfer nicht ausgeschlossen. Bis 2022 solle das neue Finanzamt stehen. Nun deutet viel darauf hin, dass das fusionierte Finanzamt an der B 8 zwischen Limburg und Elz seinen neuen Sitz erhält.

Limburg: Müller & Müller-Gruppe ist Immobilieninvestor

Die Müller & Müller-Gruppe ist nach eigenen Angaben "ein unabhängiger und inhabergeführter Immobilieninvestor, der bundesweit in unterschiedliche Immobilientypen investiert". Im Besitz der Gruppe befinden sich jeweils in direkter Nähe zum geplanten Objekt das Einkaufszentrum Kaufland, der Elektronikmarkt Medimax, der Büroturm mit Sitz der Kfz-Zulassungsstelle und das Gartencenter Dehner. Dazu kommen unter anderem Wohnungen und Büros an der Konrad-Kurzbold-Straße sowie der Gewerbepark Linter.

Hinter der Gruppe stehen die Geschäftsführer Stephan Müller und Christoph Müller, die im Jahr 2018 das Einrichtungshaus Müllerland in Görgeshausen an den Möbelhändler XXXLutz verkauft hatten. Auf Anfrage dieser Zeitung wollte sich Geschäftsführer Christoph Müller gestern nicht zu den Plänen an der B 8 äußern. Er teilte lediglich mit, dass sich sein Unternehmen wegen des geplanten Geschäftszentrums in Abstimmungsgesprächen mit der Stadt Limburg befinde. Da es sich um ein "kompliziertes Genehmigungsverfahren" handle, wollte er auch keine Angaben machen, ob schon ein Bauantrag gestellt worden ist oder wann dies geplant sei.

VON STEFAN DICKMANN

Der Kreis Limburg-Weilburg will die Investitionen im "Preisgünstigen Wohnungsbau" erhöhen. Landrat Michael Köberle (CDU) stellte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses einen Zukunftsfonds vor. Die jährlich vorgesehenen Mittel sollen von 1,2 Millionen Euro auf 2,6 Millionen Euro erhöht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare