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Die Eigentümer und Nutzer des früheren Mundipharma-Areals auf der Dietkircher Höhe vor einem Modell mit den einzelnen Gebäuden: (von links) Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD), der Besitzer des Conference-Centers, Marcel Kremer, Generalvikar Wolfgang Rösch vom Bistum Limburg und Dr. Andreas König von Fidelio Healthcare, das den Produktionsstandort von Mundipharma übernommen hat.

Nach Bürgerbefragung

Jury hat entschieden: Mundipharma-Areal hat neuen Namen

Mundipharma ist Vergangenheit, seit das Pharmaunternehmen seinen Standort in Limburg aufgegeben hat. Einen neuen Namen hat das Gelände und die namenlose Straße jetzt auch.

Update vom 19.09.2019, 15:43 Uhr: Die Namenssuche für das ehemalige Mundipharma-Areal hat ein Ende. Nachdem die vier neuen Eigentümer des Geländes im Juni 2019 die Bürger um kreative Vorschläge gebeten hatten, ist nun klar: das Objekt heißt "Campus Limburg" und die anliegende Straße "Über der Lahn". 

Das Pharmaunternehmen "Mundipharma" hatte seinen Standort auf dem Gelände aufgegeben. Dort soll schon bald die Stadtverwaltung einziehen. Neben der Stadt ist auch das Bistum Limburg, die Egenolf-Grundstücksgesellschaft und die Firma Fidelio Healthcare Eigentümer. Wie die Limburger Bürger den neuen Namen des Mundipharma-Geländes aufnehmen, bleibt abzuwarten. Denn einen Limburger Campus gibt es bereits schon. 

Limburg: Wie soll das frühere Mundipharma-Areal heißen?

Erstmeldung vom 13.06.2019: Limburg - "Das Kind ist geboren und die Eltern suchen einen Namen", sagte Generalvikar Wolfgang Rösch und brachte damit auf den Punkt, warum die vier neuen Eigentümer des Mundipharma-Areals auf der Dietkircher Höhe für gestern Mittag zu einem Pressegespräch eingeladen hatten. Ein neuer Name ist gesucht - zum einen für das Gelände mit drei Bürogebäuden und Produktionshalle, zum anderen für eine noch namenlose Straße. Ein neuer Name für das Gelände sei wichtig, sagte Marcel Kremer von der Egenolf-Grundstücksgesellschaft; er hat vor Kurzem von der Stadt Limburg das Conference-Center gekauft. Er habe mit einem Namenswettbewerb für sein Einkaufszentrum WERKStadt gute Erfahrungen gemacht.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema und zur Situation um den Umzug von Stadt und Bistum:

Wer kann sich an den beiden Wettbewerben beteiligen?

Jeder Bürger.

Wie viele Namen werden gesucht?

Zwei - einer für das Gelände, einer für die noch namenlose Straße. Dabei handelt es sich um die Zufahrt von der Limburger Straße auf die Parkplätze. Dieser Straßenname wird dann künftig auch die offizielle Anschrift für die Limburger Stadtverwaltung sein. An der Postleitzahl ändert sich übrigens nichts: "Es bleibt bei 65549", sagte Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD), also die Postleitzahl der Kernstadt, denn das Gelände liegt auf Dietkircher Gemarkung. Die Mundipharmastraße zwischen dem Areal und dem Globus-Gelände behält ihren Namen.

Wann ist Einsendeschluss?

Montag, 12. August.

Wohin schicke ich meine beiden Vorschläge?

Eine Möglichkeit dazu besteht im Internet auf der Homepage http://namenswettbewerb.limburg.de/ (ohne den Zusatz www.), eine andere Möglichkeit besteht auf Facebook unter dem Stichwort Namenswettbewerb. Und es werden Postkarten ausgelegt, im Bischöflichen Ordinariat und im Limburger Rathaus, erklärte Bistumssprecher Stephan Schnelle.

Wer entscheidet?

Eine Jury, die aus sieben Mitglieder besteht - vier Vertreter der vier Eigentümer Stadt, Bistum, Egenolf-Grundstücksgesellschaft und Fidelio Healthcare, der Ortsvorsteher von Dietkirchen, Markus Wirth (CDU), und "zwei zufällig ausgewählte Bürger", wie Dr. Andreas König von Fidelio Healthcare sagte. Ein Computerprogramm der Stadt Limburg werde aus den Einträgen im Einwohnermeldeamt die zwei Namen zufällig ermitteln, erklärt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach. Wenn diese Bürger nicht wollen, wird weitergesucht, bis es zwei feste Zusagen gibt.

Was gibt es zu gewinnen?

Für die beiden ersten Plätze jeweils 500 Euro, für die zweiten Plätze jeweils 300 Euro und für die dritten Plätze jeweils 200 Euro.

Wann zieht Stadtverwaltung um?

Bürgermeister Hahn erklärte, dies geschehe später als bisher geplant. Der Umzug solle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein und werde sechs bis acht Wochen dauern. Er rechne mit einem Beginn des Umzugs im Frühherbst. Bislang war die Rede davon, mit dem Umzug nach den Sommerferien, also Ende August, zu beginnen.

Was passiert mit dem Katharina-Kasper-Haus?

Das Hochhaus an der Graupfortstraße in Limburg (neben der Marienschule) gehört dem Bistum und ist mit Asbest belastet (das allerdings fest gebunden ist, so dass keine akute Gesundheitsgefahr besteht). Erst in zwei bis drei Jahren werde endgültig feststehen, was mit dem Gebäude passiert, erklärte Generalvikar Rösch. Eine Möglichkeit wäre eine komplette Sanierung, eine andere ein Neubau (möglicherweise in kleinerer Form). Sicher hingegen ist: Der Caritasverband, der sich noch im Katharina-Kasper-Haus befindet, zieht auf die Dietkircher Höhe ins Verwaltungsgebäude I. Außerdem wird das Dezernat Finanzen, Verwaltung und Bau dorthin umziehen und auch die erste Etage im Conference-Center (als Mieter) beziehen. Die zweite Etage ist von Fidelio Healthcare gemietet. Noch ist unklar, wie künftig die Konferenzräume im Erdgeschoss genutzt werden.

Wie läuft es bei Fidelio Healthcare?

Das junge Pharmaunternehmen hat die Produktion von Mundipharma übernommen und stellt seit Oktober (unter anderem im Auftrag von Mundipharma) frei verkäufliche Arzneimittel her. Von einem "relativ guten Start", sprach Gesellschafter König. Sein Unternehmen habe seitdem weitere Mitarbeiter eingestellt, mittlerweile gebe es rund 100. Die Entscheidung, in den Standort Limburg zu investieren, sei richtig gewesen.

Es war ein Schock für Limburg, als das Unternehmen Mundipharma 2017 bekanntgab, seinen Standort in Limburg aufzugeben, weil der US-amerikanische Mutterkonzern entschieden hatte, die Produktion nach England zu verlagern; der Vertrieb befindet sich inzwischen in Frankfurt. Durch das Aus von Mundipharma in Limburg hatten rund 400 Arbeitnehmer ihren Job verloren.

Die Stadt Limburg entschloss sich schließlich, zusammen mit dem Bistum Limburg, das komplette Areal zu kaufen - mit Ausnahme der Produktionshalle, die das junge Unternehmen Fidelio Healthcare übernommen hat. Die Stadtverordneten stimmten dem damals nicht unumstrittenen Kauf von zwei der drei Gebäude im August 2018 zu. Die Stadt investierte 7,2 Millionen Euro. Hintergrund: Sowohl das Rathaus in der Innenstadt als auch das bischöfliche Ordinariat in der Altstadt müssen saniert werden. Ein Kauf galt als die wirtschaftlichere Lösung.

Im Frühjahr verkaufte die Stadt das Conference-Center an den Inhaber der WERKStadt, Marcel Kremer. Nach einer Ausschreibung erhielt er den Zuschlag mit einer Kaufsumme von rund 2,2 Millionen Euro. 

dick

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