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Viel zu tun für Bauarbeiter: Die hohe Wohnungsnachfrage hat in den vergangenen Jahren zu einem Boom geführt. Doch im sozialen und bezahlbaren Segment passiere weiterhin zu wenig, kritisiert die IG BAU. 

Limburg-Weilburg 

399 neue Wohnungen gebaut – IG Bau sieht „Luft nach oben“ 

Im Kreis Limburg-Weilburg wurden 2018 weniger Wohnungen gebaut als im Jahr davor. Die Gewerkschaft IG BAU fordert die Politik auf, mehr zu investieren.

Limburg-Weilburg – Im vergangenen Jahr wurden im Kreis Limburg-Weilburg insgesamt 399 Wohnungen gebaut - darunter 203 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 69 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU Wiesbaden-Limburg beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Im benachbarten Rhein-Lahn-Kreis waren es 281 Wohnungen - darunter 181 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Dort sind es 170 Wohnungen mehr als noch im Jahr zuvor. Das Investitionsvolumen der Bauherren lag im Rhein-Lahn-Kreis bei 54 Millionen Euro, wie die IG BAU mitteilt.

Limburg: „Deutlich Luft nach Oben“ 

Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Michel sieht beim Neubau in beiden Kreisen "deutlich Luft nach oben". Entscheidend sei, was gebaut werde: "Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen." Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen.

Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder - und das kontinuierlich für die nächsten Jahre, fordert Michel. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fielen pro Jahr rund 80 000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus - deutlich mehr, als in den vergangenen Jahren neu gebaut wurden.

Limburg: „Der Bau braucht eine Perspektive“

"Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette - von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau - die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen", sagt Bezirkschef Michel. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde. Genau diese Signale fehlten allerdings in der aktuellen Wohnungsbaupolitik: So schaffe etwa das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden.

"Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur - auch im Kreis Limburg-Weilburg", sagt Michel. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2018 bundesweit rund 285 000 Wohnungen gebaut. "Damit hinkt die Große Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375 000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher." red

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