Nein, dieses Foto ist nicht an einem Sonntag entstanden, sondern an einem Dienstag - ohne die beiden Dauermarktstände. Foto: Stefan Dickmann
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Nein, dieses Foto ist nicht an einem Sonntag entstanden, sondern an einem Dienstag - ohne die beiden Dauermarktstände.

Einkaufen in Limburg

Ohne Marktstände fehlt am Neumarkt etwas Wichtiges

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Verkauf für Dauerbeschicker wird mühsamer. Die Stadt kann sich eine Gebührensenkung vorstellen.

Limburg - Nicht nur der Wochenmarkt am Mittwoch auf dem Neumarkt in Limburg schwächelt angesichts sinkender Nachfrage, auch die Situation für Dauermarktstände ist schwieriger geworden. Es gibt noch zwei, die dort von Montag bis Samstag stehen. Zumindest in der Theorie. Seit Anfang des Jahres ist es aber nur noch ein Daueranbieter von Obst und Gemüse, weil der zweite Betreiber zumindest von Montag bis Freitag eine Pause eingelegt hat, die am kommenden Montag enden soll - so ist dies gegenüber der Stadt Limburg angezeigt worden.

Aber auch dann gibt es montags und dienstags nur jeweils einen Stand. Und wenn Krankheit oder das Wetter dazwischen kommen, steht an diesen Tagen manchmal gar kein Dauermarktstand mehr auf dem Neumarkt.

Weniger Umsatz durch Verzicht auf Parkplätze

Eine große Rolle spielte offenkundig der dauerhafte Wegfall der 50 Parkplätze im Jahr 2018. Um rund 30 Prozent sei daraufhin der Umsatz zurückgegangen, berichtet Marktfrau Sandra Forciniti. Denn viele, die auf dem Neumarkt geparkt hätten, hätten sich vor dem Nachhauseweg noch mit Obst und Gemüse eingedeckt.

"Die Entwicklung bereitet uns Sorge, denn die Marktstände tragen durchaus zu einer Belebung des Neumarkts bei", teilt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, auf Anfrage mit. Die Marktstände gäben dem Platz deshalb auch eine wichtige Funktion für die Nahversorgung. Allerdings habe die Stadt keinen Einfluss auf die geänderte und sich stetig reduzierende Nachfrage nach den Angeboten der Beschicker. "Um auf dieses veränderte Kaufverhalten zu reagieren, bleibt den Betreibern angesichts des relativ kostenintensiven Wareneinsatzes mit sehr begrenzter Haltbarkeit kaum eine andere Möglichkeit, als die Standzeiten zu reduzieren", berichtet Laubach.

Die Belebung des Wochenmarkts (am Mittwoch) und die aktuelle Situation der Dauermarkt-stände seien für die Stadt allerdings zwei getrennte Themen. "Bei der Stärkung des Wochenmarktes geht es um den Mittwoch als Verkaufstag. Eine Stärkung dieses einen Tages durch ein Plus an Ständen und eine größere Warenauswahl führt unseres Erachtens nicht zu einer verstärkten Nachfragesituation an den Tagen, an denen lediglich die Dauermarktstände auf dem Neumarkt vertreten sind", teilt Laubach weiter mit.

Ist dann vielleicht eine Reduzierung der Gebühren denkbar? Immerhin zahlen die beiden derzeitigen Betreiber der Dauermarktstände nach Laubachs Angaben für ihren Stand pro Monat jeweils knapp 1000 Euro an die Stadt; Urlaubszeiten und der spätere Beginn der Nutzung im Verlauf des Jahres würden bei der Berechnung der Gebühr allerdings berücksichtigt.

"Eine Reduzierung der Gebühren ist innerhalb des bestehenden Rahmens denkbar", teilt Laubach mit. "Bislang gab es dazu keine Veranlassung, da die Möglichkeit einer Reduzierung der Sondernutzungsgebühren von den beiden betroffenen Betreibern der Dauerverkaufsstände bei der Verwaltung noch nicht angefragt worden ist."

Der Rahmen bewege sich zwischen 9,20 und 18,41 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche im Monat. In Limburg sei es seit Jahrzehnten Praxis, das Stadtgebiet in drei Gebührenzonen zu unterteilen, "wobei die beste Lage mit der höchsten Gebühr belegt wird", teilt der Sprecher der Stadt mit. Für die zentrale Kernstadt (umgrenzt von Schiede, Bahn und Lahn) werde der Höchstbetrag von 18,41 Euro erhoben, für die übrige Kernstadt werde der Mittelwert angesetzt (13,81 Euro) und für die Ortsteile sei der Mindestbetrag von 9,20 Euro fällig.

Die Höhe der Gebühr der Dauerbeschicker auf dem Neumarkt ergebe sich aus der Standgröße (in beiden Fällen sei es eine Fläche von 54 Quadratmetern) und der Sondernutzungsgebühr von 18,41 Euro pro Quadratmeter.

Marktfrau Sandra Forciniti regt zudem an, über die Schaffung von wetterfesten Pavillons nachzudenken, die bei Bedarf (Sonderveranstaltungen) auch abmontiert werden könnten. Vor allem der Wind sei an manchen Tagen so stark, dass der Aufbau des Standes immer schwieriger werde. Stefan Dickmann

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