Bürgermeister Dr. Marius Hahn (links) und Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer bei der Übergabe des Förderbescheids
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Bürgermeister Dr. Marius Hahn (links) und Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer bei der Übergabe des Förderbescheids

Vor dem Limburger Dom

170 000 Euro für neue Außenanlage am Domkiosk

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Das Besucherzentrum liegt auf Eis. Die Sanierung von Kiosk und Toiletten ist in der Warteschleife.

Limburg -Wenn Menschen ein Grundstück kaufen, um sich ein neues Eigenheim zu schaffen, bauen sie erst das Haus, und dann wird der Garten gestaltet. Auf dem kleinen Gelände rund um den Domkiosk und die öffentliche Toilettenanlage wird es anders gemacht: Erst wird der Garten gestaltet. Konkret heißt das: Noch immer ist nicht klar, wann neben dem Domkiosk ein kleines Zentrum für Dombesucher gebaut wird. Und solange diese Frage offen bleibt, passiert auch erst einmal nichts mit dem Kiosk und der öffentlichen Toilettenanlage.

"Die Toilettenanlage muss unbedingt saniert werden", teilt auf Anfrage der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, mit. Sie müsse auch behindertengerecht ausgebaut werden, was im Bestandsgebäude kaum möglich sei. "Die Vorplanung sieht vor, die Toilettenanlage in das Besucherzentrum zu integrieren. Die bestehende Toilettenanlage mit dem Kiosk wird umgebaut, so dass dort neben einem kleinen Laden auch ein kleines Café entsteht."

Aber zunächst steht die Neugestaltung der Außenanlage im Fokus: Allein das wird die Stadt Limburg 360 000 Euro kosten (was geplant ist, siehe Info-Kasten). Dank eines Zuschusses in Höhe von 170 000 Euro wird es günstiger. Dabei handelt es sich um Fördergeld, das die Stadt beantragt hatte. Den Förderbescheid überreichte jetzt der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer an Bürgermeister Dr. Marius Hahn (beide SPD). Auch Landrat Michael Köberle (CDU) unterstützt das Projekt, wie aus einer Pressemitteilung des Kreises hervorgeht.

Dass die Reihenfolge der Bauabschnitte am Domkiosk gedreht wurde, hat zunächst einmal praktische Gründe: Würde das Besucherzentrum direkt an der Domstraße schon stehen (so wie auf dem Foto rechts zu sehen), hätten die Baufahrzeuge, die auf dem Außenbereich eingesetzt werden müssten, keine Zufahrt.

Aber der geplante Bau des Besucherzentrums ist auch ein Politikum: Die Idee dazu entstand noch unter Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, wurde aber nach der Aufregung um die Kostenexplosion des Bischofshauses vom Bistum nicht weiter verfolgt.

Die Stadt entschied schließlich mit Unterstützung von Ortsbeirat Kernstadt und der Stadtverordnetenversammlung, das (städtische) Domplateau aufzuwerten. In einem ersten Bauabschnitt wurde der parkähnliche Bereich rund um den alten Domfriedhof modernisiert. Von Anfang an war klar, dass es einen zweiten Bauabschnitt geben wird - und zwar der Bereich rund um den Kiosk.

Die Stadt erinnerte sich an die Pläne des Bistums, ein Besucherzentrum errichten zu wollen, fragte nach, ob das Bistum bereit sei, sich an den Kosten zu beteiligen, und das Bistum sagte eine Übernahme der Baukosten in Höhe von 40 bis 50 Prozent zu. An dieser Zusage hat sich bis heute nichts geändert. Und eben daran hat sich in der Vergangenheit der politische Streit entzündet: Warum soll die Stadt für ein Besucherzentrum, das ausschließlich Besuchern des Doms gewidmet sein soll, Geld ausgeben?

Nur knappe

Mehrheit

Allerdings gibt es schon längst einen Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten, ein solches Besucherzentrum zu errichten. Trotzdem herrscht eine gewisse Zurückhaltung in der Verwaltung. Fragt man den Sprecher der Stadt, erklärt er, das Besucherzentrum werde erst einmal nicht weiter geplant.

Dabei verweist er auf den Beschluss des Ortsbeirats Kernstadt. Der hatte sich zwar grundsätzlich für die Neugestaltung des Außenbereichs ausgesprochen, aber, wenn auch nur mit knapper Mehrheit, nein zum Besucherzentrum gesagt. Und um dieses planen zu können, müssten erst einmal Planungskosten in den Haushalt eingestellt werden. Das wird allerdings frühestens im Haushaltsjahr 2022 geschehen. Und auch die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise haben dazu geführt, dass ein Besucherzentrum nicht oben auf der politischen Agenda steht.

Das soll auf dem Außengelände

gemacht werden

Auf dem neuen Außengelände soll am Domkiosk eine Terrasse für eine Außenbewirtschaftung entstehen, die der Pächter des Kiosks übernehmen soll; der Ahornbaum wird in die Terrasse integriert. Sowohl von der Domstraße als auch vom Verbindungsweg zu den langen Treppen ist ein niveaugleicher Zugang vorgesehen. Das bestehende Schachbrett wird neu hergerichtet. Erreicht werden soll es über eine rollstuhlgerechte Rampe. Auf der Wiese sollen zwei bis drei Kleintrampoline im Boden eingelassen werden. An der Kante des Hangs in Richtung "Römer" ist eine kleine Aussichtskanzel vorgesehen.

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