Im Sommer 2020 demonstrierte der ADFC auf der Diezer Straße in Limburg, wie durch den Wegfall von Straßenparkplätzen ein Radweg entsteht.
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Im Sommer 2020 demonstrierte der ADFC auf der Diezer Straße in Limburg, wie durch den Wegfall von Straßenparkplätzen ein Radweg entsteht.

Forderungen formuliert

ADFC sieht in Limburg Radfahrer weiterhin benachteiligt

Interessensvertretung fordert mehr Tempo bei der Umsetzung der von der Stadt gesteckten Ziele.

Limburg -Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Limburg-Weilburg ist unzufrieden mit der Umsetzung der für Radfahrer vorgesehenen Verbesserungen in Limburg. So fordert die Interessensvertretung der heimischen Radfahrer unter anderem, mit dem Bau eines Fahrradparkhauses am Limburger Bahnhof möglichst schnell zu beginnen und nicht so lange zu warten, bis das von der Stadt angekündigte Radverkehrskonzept vorliegt. Denn der ADFC befürchtet, "dass sich bis zur Vorlage und Entscheidung über die Ergebnisse - voraussichtlich nicht vor Mitte/Ende 2022 - wenig bis nichts mehr im Radverkehr bewegt", heißt es in einem Schreiben der 1. Vorsitzende Christine Rhodes an die vier Bürgermeisterkandidaten sowie alle Limburger Stadt-Fraktionen.

Die Verbesserung des Radverkehrs ist einer der wichtigsten selbst gesteckten Ziele der Stadt Limburg, um eine - auch von den Stadtverordneten abgesegnete - Verkehrswende herbeizuführen. Das Ziel ist, die Luftschadstoffwerte zu reduzieren; vor allem das durch Dieselabgase entstehende Atemgift Stickstoffdioxid ist noch an drei von sechs Messstellen in der Innenstadt zu hoch.

Der ADFC hatte die Hoffnung, dass nach der Verabschiedung des Masterplans Mobilität (der alle für eine Verkehrswende sinnvoll erachteten Maßnahmen auflistet) vor mehr als einem Jahr "endlich der Radverkehr in Limburg gepuscht wird" und wundert sich, dass mit dem Radverkehrskonzept noch mal alles auf den Prüfstand soll.

Der ADFC fordert ein besseres "Klima" für Radfahrer in der Limburger Innenstadt und nennt folgende Punkte:

Alte Lahnbrücke: "Mehr Platz und damit Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger", fordert hier der ADFC und wünscht sich eine (zumindest auch vom Magistrat angestrebte) Einbahnregelung nach der Brückensanierung und einen niveaugleichen Ausbau bei der Sanierung, damit im Notfall auch mal Autos im Gegenverkehr zugelassen werden können.

Konrad-Kurzbold-Straße: "Der Ersatz der Fahrradschutzstreifen durch Sicherheitstrennstreifen hat leider nicht zum gewünschten Erfolg geführt", stellt der ADFC enttäuscht fest. "Im Gegenteil. stadteinwärts wird jetzt noch näher zur Fahrbahnmitte hin geparkt, so dass der Sicherheitsabstand zwischen Kfz und Rad weiter schrumpft." Der ADFC fordert deshalb einen Verzicht auf die Parkplätze auf der Lahnseite, um sowohl Radfahrern als auch Fußgängern mehr Platz zu geben.

Grabenstraße: Diese Straße ist aus Sicht des ADFC "eine der wichtigsten Achsen des innerstädtischen Radverkehrs". Doch aus Rücksicht auf den Autoverkehr seien die Fahrradschutzstreifen verschwenkt, unterbrochen oder gar ganz weggelassen worden, kritisieren die Interessensvertreter der Radfahrer. Dieses "lückenhafte Angebot" verschrecke und verunsichere Radfahrer. Der ADFC wünscht sich Ampelregelungen, durch die eine mehrspurige Kfz-Führung an den Kreuzungen überflüssig gemacht und mehr Platz für eine sichere Radverkehrsführung gewonnen werden könnten. Außerdem sollte in der Grabenstraße die Ampelsteuerung auf die Geschwindigkeit des Radverkehrs ausgerichtet sein mit dem Ziel, eine "grüne Welle" für Radfahrer zu schaffen.

Hospitalstraße: Auch hier sieht der ADFC Änderungsbedarf. Als wichtige Verbindungsachse von und zum Bahnhof sollte sie so umgestaltet werden, dass man sie für den Radverkehr in beiden Richtungen frei geben kann.

Untere Diezer Straße: Auch hier muss aus Sicht des ADFC "eine Neuverteilung der Verkehrsflächen zugunsten des Rad- und Fußgängerverkehrs erfolgen". Die unmittelbare Nähe zu drei Parkhäusern (Stadthalle, Karstadt, Kreissparkasse) mache hier einen Verzicht auf die Straßenparkplätze möglich. Der ADFC schlägt auch einen Verzicht auf eine der drei Fahrspuren vor, um Radfahrern mehr Platz zu geben und eine rot schraffierte Aufstellfläche für Radfahrer vor der Ampel.

Obere Diezer Straße: Die hier zur Verfügung stehende Verkehrsfläche von 15 Metern bietet aus Sicht des ADFC "genügend Raum für eine gerechtere Umverteilung" zugunsten von Radfahrern und Fußgängern. Als "kurzfristige Maßnahme" empfiehlt der ADFC, auf dem Abschnitt zwischen Kreisel und Schiede-Kreuzung Ummarkierungen. "Die Baustelle im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass man auf eine der drei Kfz-Spuren verzichten kann", glaubt der ADFC. Würde der Parkstreifen wegfallen, "können sichere Radwege in beiden Richtungen angeboten werden". Am Kreuzungsbereich zur Schiede sollte ebenfalls eine Aufstellfläche für Radfahrer vor der Ampel entstehen. Dafür hatte sich in der Vergangenheit auch die Stadt eingesetzt, allerdings hatte die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil das auf dieser Bundesstraße abgelehnt.

Parkstraße: "So lange es keine Alternative auf der Diezer Straße gibt, muss auf einer Seite das Kfz-Parken aufgegeben werden", forder der ADFC, "damit die Sicherheit des Radverkehrs entgegen der Einbahnrichtung gewährleistet werden kann."

Im Schlenkert: Hier müsse der Fahrradschutzstreifen bis zur Kreuzung Eisenbahnstraße verlängert und durch eine Aufstellfläche ergänzt werden.

Kapellenstraße Offheim: Der neue Radweg dort sei zwar gelungen, aber er ende "leider auf halber Strecke zur Kreuzung Limburger Straße". Diese Netzlücke muss laut ADFC geschlossen werden, zum Beispiel durch beidseitige Fahrradschutzstreifen. red

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