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Mittagsverkehr auf der Limburger Schiede: Verkehrstechnisch ist die Region schon längst über die Landesgrenzen hinaus zusammengewachsen. Daher wird die Mobilitätsuntersuchung auch in Diez und Elz durchgeführt. Fotos [2]: Johannes Koenig

Mobilität

Aktion „Limburg ist keine Insel“

Die Stadt Limburg startet eine Umfrage zum Verkehrsverhalten der Bürger. Eine Aktion für die die Stadt rund 25 000 Euro bereitstellt. Die Untersuchung soll Daten liefern, um die Mobilität im Raum Limburg-Diez-Elz weiter zu verbessern.

Ab heute geht es los: Insgesamt 3500 zufällig ausgewählte Haushalte in Limburg, Diez und Elz werden in den kommenden Tagen im Rahmen einer repräsentativen Mobilitätsuntersuchung Fragebögen zu ihrem Verkehrsverhalten im Postkasten finden. „Limburg ist keine Insel“, betonte Limburgs Bürgermeister Marius Hahn bei der gestrigen Vorstellung der Aktion. Deshalb hatten die Organisatoren zur Präsentation im Limburger Rathaus auch den Elzer Bürgermeister Horst Kaiser, den Diezer Stadtbürgermeister Frank Dobra (beide CDU) sowie den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Diez, Michael Schnatz (SPD), eingeladen. „Wir leben in einem Ballungsraum, indem alles sehr eng zusammengewachsen ist“, betonte Horst Kaiser. „Die Hauptverkehrswege sind höchst belastet“, erzählte er mit Blick auf die gerade wieder gemachte Erfahrung.

Er hatte einige Minuten vor dem geschlossen Bahnübergang in Staffel gestanden: Das seien täglich zweieinhalb Stunden, in denen die Schranken geschlossen sind, was auch eine Umweltbelastung sei.

„Die repräsentative Umfrage ist eine Grundlage für weitere Schritte“, sagte Michael Schnatz, der bei dem Treffen für die Diezer Seite sprach. „Die letzte Verkehrsbefragung fand 1996 statt. Seitdem hat sich einiges geändert“, ergänzte der Limburger Amtsleiter für Verkehrs- und Landschaftsplaner, Diplom-Ingenieur Jürgen Dumeier. „Wie viele der 3500 Haushalten müssen denn eigentlich antworten, damit die Umfrage auch repräsentativ ist?“, lautete eine Frage aus der Runde an den Experten des mit der Aktion beauftragten Planungsbüros, Michael Frehn von der „Planersocietät“ in Dortmund.

„Wir brauchen mindestens ein Prozent der Bevölkerung“, sagte Michael Frehn. Er und seine Kollegen erwarten aber, dass rund 15 bis 20 Prozent der angeschriebenen Haushalte teilnehmen: „Das sind etwa 1000 Personen beziehungsweise 1,8 Prozent aller Einwohner.“ Im Sommer sollen die Ergebnisse den politischen Gremien präsentiert werden, im Herbst werden sie online gestellt. „Die Antworten werden anonym ausgewertet und alle Datenschutzbestimmungen eingehalten“, betonte Frehn. Was aber wird genau in den Fragebögen abgefragt? Neben Informationen zum Haushalt und zur Person geben Teilnehmer auch ein Wegeprotokoll ab. Das Protokoll soll an einem vorgegebenen Stichtag erstellt werden. Bei der Auswahl der Stichtage hatten sich die Spezialisten von der „Planersocietät“ bewusst für normale Werktage entschieden. „Also entweder dienstags, mittwochs oder donnerstags.“ Im Protokoll eingetragen werden unter anderem die Anzahl der Wege, die zurückgelegte Entfernung, die Uhrzeiten von Start und Ankunft, die Wahl des Verkehrsmittels und der Zweck der Reise.

Die Antworten müssen nicht zwingend schriftlich per Post erfolgen. Stattdessen haben alle angeschriebenen Haushalte die Wahl, sich online, telefonisch oder postalisch zu beteiligen. „Mit Hilfe der so gewonnen Daten können wir konkrete Maßnahmen ergreifen“, betonte Marius Hahn. Zu den möglichen Maßnahmen zählen zum Beispiel ein weiterer Ausbau des Fahrradnetzes, Carsharing-Modelle und Sammeltaxis oder auch Angebotsänderungen im öffentlichen Nahverkehr. „Die Vorschläge werden in kurzfristig, mittelfristig und langfristig umzusetzende Maßnahmen unterteilt“, erklärte Jürgen Dumeier.

Können an der Umfrage auch Interessierte teilnehmen, die nicht angeschrieben wurden? Denn schließlich sind die Fragebögen auch online abrufbar. „Nein, die Ergebnisse müssen repräsentativ sein, deswegen brauchen wir eine geschlossenen Gruppe“, betonte Michael Frehn. Ansonsten wäre es ja denkbar, dass sich bestimmte Interessensgruppen absprechen und zum Beispiel 100 Fragebögen mit den selben Antworten abgeben. „Nach der Auswertung könnte die Umfrage aber auch für die Allgemeinheit geöffnet werden“, ergänzte Jürgen Dumeier. Schließlich habe man im Rahmen des „Masterplans Mobilität“, zu der auch die Umfrage gehört, mit den Vorschlägen und Rückmeldungen der Bürger bereits gute Erfahrungen gemacht.

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