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Der erst in den 1960er-Jahren auf der alten Lahnbrücke angelegte Fußweg bleibt bestehen und wird saniert; der Fußweg rechts bleibt auch wird aber niveaugleich zur Fahrbahn angelegt.

Bauprojekt

Alte Lahnbrücke in Limburg kriegt keinen Fußgängersteg

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Magistrat legt neue Pläne für Sanierung vor - Einbahnregelung soll mittelfristig doch kommen

Limburg -Es gibt neue Pläne für die alte Lahnbrücke: Der Magistrat schlägt den Stadtverordneten nun endgültig vor, zum einen auf einen neuen Steg an der alten Lahnbrücke zu verzichten (Nepomuksteg). Zum anderen sieht der Magistrat durch bauliche Veränderungen auf der Brücke selbst zugunsten von Radfahrern und Fußgängern künftig keine Notwendigkeit mehr für eine separate Brücke für Radfahrer und Fußgänger im Abschnitt zwischen Erbach und Obermühle, die in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert wurden.

Die alte Lahnbrücke soll nach den neuen Vorstellungen des Magistrats im Bestand saniert werden; das wäre deutlich kostengünstiger als eine Sanierung mit Steg. Der Fußweg auf der Seite zum Dom hin soll ebenerdig mit der Fahrbahn werden; der hohe Bordstein würde also verschwinden.

Mehrere Monate Vollsperrung

Damit möchte die Verwaltung die baulichen Voraussetzungen für eine Einbahnregelung stadteinwärts ermöglichen, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die Busse der Stadtlinie, der Radverkehr sowie die Rettungsdienste würden auch bei einer - von den Stadtverordneten noch zu beschließenden - Einbahnregelung die Brücke in beide Richtungen nutzen dürfen.

Die Stadt Limburg möchte die alte Lahnbrücke auf jeden Fall noch vor Beginn des Neubaus der Lichfieldbrücke (vom Jahr 2024 an geplant) sanieren: Das könnte im Jahr 2022 der Fall sein; dabei ist mit einer Vollsperrung von mehreren Monaten zu rechnen. Über eine Einbahnregelung sollen die Stadtverordneten erst dann befinden, wenn die jetzige Lichfieldbrücke abgerissen und komplett neu gebaut worden ist. Da mit einer Bauzeit von vier bis sechs Jahren gerechnet wird, wäre es zwischen 2028 und 2030 so weit, um diesen Beschluss fassen zu können. Bis dahin soll die alte Lahnbrücke weiterhin in beide Richtungen befahren werden können, damit es während der Bauphase der Lichfieldbrücke zu keinem Verkehrschaos kommt.

Fahr- und Gehweg niveaugleich

Sollten die Stadtverordneten in einigen Jahren einer Einbahnregelung zustimmen, gäbe es für Fußgänger und Radfahrer deutlich mehr Platz auf der alten Brücke. Schon nach der Sanierung 2022 soll der Gehweg auf der Seite zum Dom, der deutlich stärker genutzt wird als der Weg auf der gegenüberliegenden Seite, niveaugleich mit der Fahrbahn sein. 2,25 Meter soll der Gehweg insgesamt breit werden und noch mit einem Fahrradschutzstreifen ergänzt werden. Der notwendige bauliche Schutz der Brüstung (bislang durch den hohen Bordstein gegeben) soll direkt an der Brüstung errichtet werden.

Auf der gegenüberliegenden Seite bleibt hingegen alles beim Alten: Dort wird es weiterhin einen reinen Gehweg mit einem hohen Bordstein geben. Dieser soll verhindern, dass der Gehweg von Autos mit befahren werden kann. Der Gehweg auf dieser Seite ist erst in den 1960er-Jahren entstanden und liegt auf damals gebauten sogenannten Betonkrag-armen, die nicht zum Befahren geeignet sind.

An genau dieser Brückenseite sollte ursprünglich der Nepomuksteg angebaut werden. Zuvor sollte der bisherige Fußweg zurückgebaut und die Brücke in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Anschließend war geplant, an der Brücke einen Steg aus Glas und Stahl anzubringen.

Doch allein dieser Steg hätte Kosten in Höhe von rund 900 000 Euro verursacht. Und Fördergelder von Bund und Land hätte es nur gegeben, wenn auf der Brücke generell mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger geschaffen worden wäre. Deshalb war der ursprünglich geplante Nepomuksteg immer mit einer geänderten Verkehrsführung (Einbahnregelung) verknüpft. Doch die Stadtverordneten hatten die Einbahnregelung im vergangenen Jahr abgelehnt - und damit schon faktisch das Aus für einen Nepomuksteg besiegelt, der gleichwohl offiziell erst mit dem neuen Beschluss des Magistrats beerdigt werden soll.

"Eine vernünftige Alternative"

Der Magistrat hält gleichwohl an einer Einbahnregelung fest - wenn auch nun zu einem deutlich späteren Zeitpunkt. Und: Mit mehr Platz auf der alten Lahnbrücke für Radfahrer und Fußgänger soll auch eine andere Frage endgültig geklärt werden, nämlich die einer zusätzlichen Lahnquerung nur für Radfahrer und Fußgänger zwischen dem Abschnitt Erbach und Obermühle, die vor allem CDU und Grüne wünschen.

"Was wir vorschlagen, ist eine vernünftige Alternative", sagt Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). "Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob wir eine weitere Brücke, eine Fähre oder einen Anbau benötigen. Fakt ist, dass der aktuelle Zustand unbefriedigend ist und die Brücke ohnehin saniert werden muss." Die geänderte Planung verzichte auf Anbauten und nutze den Bestand, was auch die Kosten reduziere. "Wir brauchen eine Entscheidung, was wir umsetzen wollen - und was wir nun vorschlagen, ist vernünftig und verteilt den Verkehrsraum auf der Brücke mit Augenmaß", sagt der Bürgermeister.

Nach einem Verkehrsgutachten aus dem Jahr 2017 ist eine Einbahnregelung auf der alten Lahnbrücke möglich, ohne dass es zu einer Überlastung anderer Knotenpunkte im Stadtgebiet kommt.

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