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Die alte Lahnbrücke wird auch nach der Sanierung im nächsten Jahr in beide Richtungen befahrbar sein.

Ab Aschermittwoch 2019

Alte Lahnbrücke: Vollsperrung während Sanierung

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Die alte Lahnbrücke wird im kommenden Jahr saniert und während der Instandsetzung knapp neun Monate für den Kfz-Verkehr voll gesperrt. Eine von der Verwaltung favorisierte Einbahn-Regelung ist erst einmal vom Tisch. Aber nur vorerst: Vom Jahr 2027 an könnte sie erneut diskutiert werden.

Das Argument, das der frühere Kommunalpolitiker Werner Laux (Freie Wähler) von Anfang an in die öffentliche Debatte eingebracht hatte, war am Ende von keinem zu entkräften: Die alte Lahnbrücke – Laux akzeptiert nur die Formulierung Nepomukbrücke – bleibt nach der Sanierung im nächsten Jahr in beide Fahrtrichtungen befahrbar. Mindestens solange, bis die neue Lahnbrücke – Laux akzeptiert nur die Formulierung Lichfieldbrücke – abgerissen und neu gebaut worden ist.

Dieses Bauprojekt ist auf vier Jahre angelegt – von 2022 bis 2026. Weil während der Bauphase auf der neuen Lahnbrücke nur noch ein Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung steht statt bislang zwei, kommt der alten Lahnbrücke eine wichtige Entlastungsfunktion zu, wenn es in der Baustelle stadtauswärts einen Stau gibt.

Diese Entlastung wird zumindest bis Ende 2026 deshalb möglich sein, weil die Verwaltung von ihren Plänen vorerst Abstand genommen hat, die alte Lahnbrücke zur Einbahnstraße umzufunktionieren; dann wäre es für den Kfz-Verkehr nicht mehr möglich gewesen, über die alte Brücke stadtauswärts zu fahren. Die baulichen Fakten dafür hätten schon im nächsten Jahr geschaffen werden sollen, weil die alte Lahnbrücke dringend saniert werden muss. Nun kommt es anders: „Während der anstehenden Erneuerung der Lichfieldbrücke sollte aber auf jeden Fall ein Zweirichtungsverkehr auf der alten Lahnbrücke möglich sein, um auf eventuelle dortige Beeinträchtigungen reagieren zu können“, heißt es in der Vorlage des Magistrats, dem der Bauausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend zustimmte.

Nach einer zusätzlichen Formulierung im Beschluss, die Ausschussvorsitzender Paul-Josef Hagen (SPD) vorgeschlagen hatte – stimmten CDU und SPD der Vorlage des Magistrats zu. Grüne und Linke enthielten sich, die FDP stimmte dagegen. Die Liberalen wollten einen erneuten Beratungsgang, konnten damit aber keine andere Fraktion überzeugen.

Neben der 2019 anstehenden Sanierung der alten Lahnbrücke stimmte der Ausschuss auch für die Sanierung der Westerwaldstraße im Abschnitt zwischen Weilburger Straße und Offheimer Weg. Vor allem das störte die FDP: Sie wollte nur über die Sanierung der alten Lahnbrücke, inklusive der Beibehaltung der bisherigen Verkehrsführung, abstimmen. Fraktionschefin Marion Schardt-Sauer kritisierte, auf der jüngsten Anliegerversammlung zum geplanten Umbau der Westerwaldstraße habe es nicht – wie von den politischen Gremien beschlossen – eine Abstimmung gegeben, um zu erfahren, was die Anwohner wollen. Außerdem sei ein Protokoll versprochen worden, das nicht vorgelegt worden sei.

Mit der Sanierung der alten Lahnbrücke soll am Aschermittwoch, 6. März 2019, begonnen werden. Sie soll im November abgeschlossen sein. Während der Bauphase ist die Brücke für den motorisierten Verkehr komplett gesperrt; nur Radfahrer und Fußgänger können sie dann noch nutzen. Die Sanierung drängt, weil laut Verwaltung „ansonsten nicht sichergestellt werden kann, dass die vorhandenen Stahlbetonträger . . . zu sehr korrodieren, um noch saniert werden zu können“.

Von der Vollsperrung betroffen ist auch der kleine Straßenabschnitt zwischen dem Brückenturm und der Kreuzung Westerwaldstraße/Weilburger Straße, an der es nun definitiv keinen Kreisverkehr geben wird, sondern, wie bisher, eine abknickende Vorfahrtsstraße mit Ampelschaltung. Laut Verwaltung lässt sich ein Kreisel nur bei einer Einbahn-Regelung auf der alten Brücke umsetzen. Wer im Schleusenweg wohnt, fährt während der Vollsperrung mit seinem Auto über die Seilerbahn auf diese Kreuzung.

Noch nicht sicher ist, ob die alte Lahnbrücke auch nach dem Neubau der Lichfieldbrücke vom Jahr 2027 an in beide Fahrtrichtungen befahrbar bleibt. Die Verwaltung gibt die Hoffnung nicht auf, spätestens dann eine Einbahnregelung einzuführen. „Falls die Stadtverordnetenversammlung sich nach der Erneuerung der Lichfieldbrücke für eine dauerhafte Einbahnregelung auf der alten Lahnbrücke entschließt, können die Gehwegkappen . . . so verbreitert werden, dass sich befriedigende Breiten für Fußgänger ergeben“, heißt es in der Vorlage. Verbreitert werden würde in diesem Fall der Gehweg, der näher zum Dom liegt.

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