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Wenn schon Bier am Dom, dann Benediktiner . . .

Im Schatten des Doms

Altstadtfest in Limburg: Fast schöner als Urlaub

Das 43. Limburger Altstadtfest überzeugte wieder mit einer gelungenen Mischung aus entspannter Atmosphäre und einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm. Tausende feierten bei hochsommerlichen Temperaturen auf den Plätzen und in den Gassen. Die NNP warf am Wochenende einen Blick vor und hinter die Kulissen.

„Das hier ist wie Urlaub“, schwärmt die Vorsitzende des Limburger Altstadtkreises Marie Christine Formeier inmitten des Trubels auf dem Kornmarkt. Nach dem Stress der Vorwochen läuft alles rund beim 43. Altstadtfest. „Wir sind hier wie eine große Familie. Jeder hilft jedem.“„Du bist ja auch schon ein paar Jahre dabei“, sagt sie zu Mustafa Güven, der sich mit seinem Team um die Security kümmert.

Dazu gehört auch der Verkauf der bei ihrer Einführung kontrovers diskutierten Kulturbeitrag-Bändchen. „Die Leute sind total freundlich“, sagt Security-Mitarbeiterin Ellen Runde. Die Abiturientin verkauft die Bändchen gemeinsam mit ihren Kolleginnen. Sie kosten drei Euro und gewähren den Käufern einen Getränkerabatt an den Biergondeln. Eine Praxis, die inzwischen akzeptiert wird, bestätigt auch Peter Hauer am Getränkestand der Blauen Funker. Einen großen Teil seines Umsatzes außerhalb der fünften Jahreszeit setze der Verein auf dem Limburger Altstadtfest um, berichtet der Karnevalist.

Insgesamt 60 Freiwillige sind über die drei Tage im Einsatz. „Natürlich verkauft sich Bier gut. Aber auch Wasser ist bei dem heißen Wetter sehr gefragt.“ Denn auch dank ihrer überschaubaren Größe ist auf der Plötze schon was los, wenn auf den anderen Plätzen noch Ruhe herrscht.

Auf dem Bischofsplatz verkauft Nüket Demir aus Elz mit ihren Kolleginnen Crêpes und Flammkuchen – wie schon seit acht Jahren. Und worauf kommt es dabei an? „Vor allem auf Schnelligkeit“, lautet die Antwort. „Deshalb macht auch jeder alles.“ Und zwar von der Zubereitung über das Bedienen bis hin zum Kassieren.

Für die gute Stimmung sorgt auch die Live-Musik an mehreren Stellen. „Wir geben im Jahr rund 30 Konzerte. Aber das Limburger Altstadtfest mit seinem besonderen Flair ist für uns immer einer der Höhepunkte“, erzählt Sebastian Weimer, Schlagzeuger der Coverband Noisic. Fünf Stunden lang sorgen er und seine Mitstreiter für beste Stimmung auf dem Bischofsplatz. „Besonders viel Spaß machen die Medleys. Denn da müssen wir ein Lied nicht stur runterspielen, sondern können uns quasi das Beste raussuchen.“

Insgesamt 45 Lieder haben die Musiker für den Abend in petto. Wie halten das denn eigentlich die Ohren aus? „Inzwischen sind wir von den am Bühnenrand aufgebauten Monitorlautsprechern auf In-Ear-Ohrhörer umgestiegen“, erläutert Weimer. So hören die Musiker nicht nur, was sie selbst spielen, sondern sind auch vor der nicht unerheblichen Lärmbelastung durch die Lautsprecheranlage und die anderen Instrumente besser geschützt.

Auf einen ruhigen Abend hofft derweil Sanitätshelferin Marlies Bücher vom Roten Kreuz. Die Hünfelderin unterstützt während des Altstadtfestes ihre Limburger Kollegen. Bereits während des Flohmarkts war sie in der Domstadt im Einsatz. Ruhig und entspannt geht es am frühen Abend auch noch auf dem Domplatz zu, wo am Freitag die Lindenholzhäuser und am Samstag die Ahlbacher Feuerwehr in Stellung gegangen sind.

„So sind die Einsatzkräfte schneller vor Ort, wenn zum Beispiel mal ein Abfalleimer brennt“, erklärt Stadtbrandinspektor René Jung die Präsenz der roten Feuerwehrautos. Angesichts der Menschenmassen und der engen Gassen würde eine Anfahrt von außerhalb möglicherweise zu lange dauern. „Zusammen mit den Aktiven der Kernstadtfeuerwehr, die an der Feuerwehrwache in der Ste.-Foy-Straße warten, tun rund 15 Kollegen Dienst.“

Von dem ganzen organisatorischen Drumherum kriegen die Besucher jedenfalls wenig mit. Stattdessen genießen sie mit einem kühlen Getränk in der Hand die wieder mal einmalige Atmosphäre des Altstadtfestes. Eine Atmosphäre, die nicht nur Marie Christine Formeier an ein großes Familienfest erinnert.

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