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Altstadtkreis setzt auf Naherholung

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Christine Formeier und Harald Eberhardt erläutern den Verlauf der vom Limburger Altstadtkreis vorgeschlagenen Fußgänger- und Radbrücke.
Christine Formeier und Harald Eberhardt erläutern den Verlauf der vom Limburger Altstadtkreis vorgeschlagenen Fußgänger- und Radbrücke. © Johannes Koenig

Ein Stadtpark auf der Schleuseninsel anstatt einer Busempfangsstation und eine Fußgänger- und Radbrücke in Höhe „In der Erbach“ statt in Höhe des Campingplatzes: Dies sieht der Vorschlag des Limburger Altstadtkreises zur „Optimierung des Lahn-Radweges“ im Rahmen der Aktion „Living Lahn“ vor.

„Wir sind wie die Schweiz. Wir sind neutral und somit weder für noch gegen einen der bereits gemachten Vorschläge zum Standort der Busempfangsstation“, sagt die Vorsitzende des Altstadtkreises, Christine Formeier. Mit ihrem Kollegen Harald Eberhardt steht sie am Lahnufer „In der Erbach“. Links liegt die alte Brücke, gegenüber die Schleuseninsel. Genau an dieser Stelle soll nach Vorstellungen des Altstadtkreises die in der Limburger Stadtverordnetenversammlung diskutierte Fußgänger- und Fahrradbrücke verlaufen.

Der Magistrat hatte insgesamt vier Standorte für eine solche Brücke in Erwägung gezogen. Übrig blieb der Vorschlag, die Brücke in Höhe des Campingplatzes zu errichten. Die mindestens 2,5 Millionen Euro teuere Stahlkonstruktion würde den Campingplatz überspannen und wäre auf beiden Uferseiten jeweils durch eine 44 Meter (Nordseite) beziehungsweise 33 Meter (Südseite) lange Rampe zu erreichen.

Von der Stadt verworfen wurden Vorschläge, die Brücke „Am Huttig“ oder noch ein paar Meter lahnaufwärts an der Anlegestelle des Fahrgastschiffes zu platzieren. In beiden Fällen wäre nämlich ein Pfeiler auf der Schleuseninsel nötig gewesen, was die Kosten weiter in die Höhe treiben würde.

Liegewiese und Boule-Platz

„Unsere Lösung ist dagegen mit einem Betrag unter einer Millionen Euro zu verwirklichen“, ist Harald Eberhardt überzeugt. Tatsächlich verzichtet der Entwurf des Altstadtkreises auf eine große, die gesamte Distanz überspannende Brückenkonstruktion. Stattdessen sieht er zwei kleinere Brücken vor: Eine verläuft parallel zur alten Brücke bis zur Schleuseninsel. Die andere weiter lahnaufwärts gelegene Konstruktion überbrückt dann den Schleusenkanal. Gleichzeitig soll die Schleuseninsel zu einem „Stadtpark“ beziehungsweise einem Naherholungsgebiet mit einem Strand, einer Liegewiese, einem Boule-Platz sowie einem Fahrradparkplatz aufgewertet werden. Für die offenbar von Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) und der Verwaltung favorisierte neue Busstation auf der Schleuseninsel bliebe dann allerdings kein Platz mehr. Sie würde wahrscheinlich an ihrem bisherigen Standort am Katzenturm bleiben.

Gegen den Vorschlag des Magistrats spreche außerdem die zu große Entfernung einer Brücke am Campingplatz zur Altstadt. „Niemand läuft von der Brückenvorstadt 1,5 Kilometer lahnaufwärts, um auf der anderen Uferseite nach weiteren 1,5 Kilometern ins Zentrum zu gelangen“, gibt Harald Eberhardt zu bedenken. „Im Krieg gab es hier außerdem schon einmal eine Querung“, hebt er die Machbarkeit eines Brückenschlags „In der Erbach“ hervor. Das wäre auch für die Schüler der Leo-Sternberg-Schule eine optimale und sichere Verbindung von der Altstadt zum Rosenhang. Teure Umbauten beziehungsweise Gebäudeabrisse auf der Schleuseninsel sowie eine Einbahnstraßenregelung auf der alten Lahnbrücke würden mit dem Vorschlag überflüssig – eine weitere Verschärfung der Verkehrssituation in Limburg bleibe damit aus, gibt er noch zu bedenken.

„Machbare“ Umsetzung

Ausgearbeitet wurde der Vorschlag Ende September im Rahmen eines Auftaktworkshops der Arbeitsgruppe „Naherholung und Tourismus“ des Projekts „Living Lahn“. Unter dem Oberbegriff „Optimierung des Lahn-Radwegs“ nahm die von einer Fachreferentin des Umweltministeriums geleitete Gruppe den Vorschlag dann auch in ihr Arbeitskonzept auf. „Der zuständige Amtsleiter sagte, dass die Umsetzung machbar sei“, sagt Harald Eberhardt. Konsens in der Gruppe war auch, dass der Erhalt und die Förderung der Natur im Ufer- und Inselbereich einen höheren Stellwert habe als die verkehrstechnischen Nutzungen durch Busse, die zu einer Rodung der gesamten Vegetation führen würden.

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