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Kinderporno-Prozess

Angeklagter schon wegen Missbrauchs verurteilt

Vier Männer sollen im Darknet eine Kinderporno-Plattform betrieben haben. Auch Aufnahmen von schwerstem sexuellen Missbrauch wurden dort getauscht. Ein Angeklagter ist gelernter Erzieher, er saß bereits im Gefängnis.

Einer der Angeklagten im Prozess um die Kinderporno-Plattform "Elysium" ist bereits vor rund 20 Jahren wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er sei vor Ablauf der Strafe von fünfeinhalb Jahren auf Bewährung entlassen worden, berichtete der 63-Jährige aus Bayern am Donnerstag im Limburger Landgericht. Nach eigenen Angaben ist er gelernter Kinderpfleger und Erzieher. Mit dem damaligen Urteil sei ihm verboten worden, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

Dem Mann aus Landsberg am Lech wird in dem aktuellen Prozess in Limburg vorgeworfen, als "Moderator" Chats betreut sowie Kinder sexuell missbraucht zu haben. Er hat bereits mehrere Anklagepunkte eingeräumt. So soll er sich mit einem Mann aus Österreich verabredet haben, um dessen Sohn und Tochter zu missbrauchen. Laut seiner Aussage war es ihm bei der Plattform darum gegangen, Kontakt zu anderen Pädophilen herzustellen. 

Ein weiterer Angeklagter wuchs nach eigenen Angaben in bürgerlichen Verhältnissen auf. Er sei in Bad Camberg und Limburg zur Schule gegangen, bis zu seiner Verhaftung habe er im Kfz-Gewerbe gearbeitet, berichtete der 40-Jährige. Der Familienvater hatte im Kreis Limburg-Weilburg gemeinsam mit seiner Frau und zwei Kindern in seinem Elternhaus gelebt. "Meine Frau besucht mich alle 14 Tage, auch der Kontakt zu der weiteren Familie und zu Freunden besteht noch", schilderte er seine aktuelle Situation.

Er leide nach einem lange zurückliegenden Unfall an einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung und sei auch körperlich krank. Zudem sei er seit zehn Jahren "trockener Alkoholiker". Laut Anklage soll er den Server für "Elysium" betrieben haben. Er räumte die Vorwürfe zum Teil ein, ein Interesse an Kinderpornografie wies er zurück. 

Auch ein angeklagter 58-Jähriger aus Baden-Württemberg ist Vater von mehreren Kindern, seine Ehe ist schon lange geschieden. In den 1990er Jahren sei er wegen eines Hirntumors operiert worden, sagte er. Seit 2015 habe er kaum mehr soziale Kontakte gehabt und "mir keine Gedanken gemacht, wie es weitergeht". Er hatte bereits gestanden, eine leitende Funktion bei "Elysium" inne gehabt zu haben. Der vierte Angeklagte, ein 47-Jähriger ebenfalls aus Baden-Württemberg, hat sich bislang nicht zu seinen persönlichen Verhältnissen geäußert.

Die vier Angeklagten sollen "Elysium" im Darknet, einem abgeschirmten Teil des Internets, betrieben haben. Die Plattform mit mehr als 111 000 Nutzerkonten weltweit war ein halbes Jahr online gewesen. Die Mitglieder konnten chatten sowie Fotos und Videos tauschen, darunter Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs von Kindern. 2017 wurde "Elysium" von Ermittlern abgeschaltet. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt.

dpa

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