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Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sucht das Gespräch auf dem Limburger Neumarkt. Foto: Petra Hackert. *** Local Caption *** Besuch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer in Limburg. Zuhör-Tour.

Zuhör-Tour

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) spricht mit Limburgern

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Das Amt der saarländischen Ministerpräsidentin hat Annegret Kramp-Karrenbauer zugunsten ihrer Funktion als CDU-Generalsekretärin niedergelegt. Als solche ist sie nun auf Zuhör-Tour. Bundesweit. Siebte Station war Limburg. Es gab reichlich Anregungen und Gespräche.

Sie haben gerade den Zug verpasst, dafür eine seltene Gelegenheit gewonnen: Die Familie, die von Limburg nach Runkel wollte, stellt sich in der Fußgängerzone zum Gruppenfoto – mit Ministerpräsident Volker Bouffier und der CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die ist auf Zuhör-Tour in Limburg. Denn: Das Parteiprogramm aus dem Jahr 2007 soll nicht nur ergänzt, sondern komplett überarbeitet werden. Dafür sucht sie Anregungen im ganzen Bundesland. Als siebte Station ist Limburg an der Reihe. Die vierköpfige Familie auf der Durchreise erzählt, dass ihr Zug zu spät in Limburg ankam. Der Anschluss war schon weg. Annegret Kramp-Karrenbauer hört zu. Sie hat mehr als eine Stunde Zeit, denn sie ist überpünktlich und nutzt diese Gelegenheit zum Bummel durch Limburg, bevor es in der Josef-Kohlmaier-Halle zur Diskussion mit über 100 CDU-Mitgliedern geht. Die haben zum Teil schon vorher per E-Mail oder über Karten Anregungen weitergegeben. In der Halle wird das persönliche Gespräch folgen und sehr oft ein Versprechen: „Das nehme ich mit nach Berlin.“ Ein Punkt, der fürs Parteiprogramm diskutiert wird.

Draußen sind Anregungen der Menschen auf der Straße angesagt – in Begleitung der heimischen CDU-Mandatsträger. Zuerst gibt es Blumen, dann Erdbeeren: An einem Obststand werden die leckeren Früchte gekostet. Die Marktbeschicker erzählen. „Meine Tochter hat gerade einen sehr guten Abschluss gemacht“, berichtet Winzer Stumpf. Bald wird sie in den Betrieb einsteigen. Annegret Kramp-Karrenbauer hält inne, kostet den Wein, vergisst am Schluss nicht, alles Gute zu wünschen – auch der Tochter. Und sie entschuldigt sich: Sie muss das mehr als halbvolle Glas zurücklassen. „Wenn ich jetzt hier überall trinken würde . . “.

Der Käse ist lecker. Und den Honig möchte sie mitnehmen. Imker Werner Roßtäuscher aus Kaltenholzhausen packt gerne etwas ein. Eine Limburger Geschäftsfrau möchte ein Handy-Foto machen. „Kommen Sie, stellen Sie sich dazu, dann fotografiere ich Sie mit“, bietet der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch sofort an. Sie scheut zurück. Schade. Vielleicht wäre es doch schön geworden? Der Landtagsabgeorndete Andreas Hofmeister begleitet Annegret Kramp-Karrenbauer und Ministerpräsident Volker Bouffier durch die Stadt, sein Kollege Joachim Veyhelmann erwartet sie am CDU-Stand in der Fußgängerzone. Der frühere Bürgermeister Martin Richard und der Landratskandidat Michael Köberle stoßen hinzu. Der Tross wird immer größer.

„Genau hier hatten meine Großeltern vor 30 Jahren einen Stand“, erzählt ein Staffeler und Wahl-Erbacher auf dem Neumarkt – der frühere hessische Finanzminister Karlheinz Weimar. Auch Helmut Peuser ist gekommen, ebenfalls ein ehemaliger Landtagsabgeordneter der CDU, und die Limburger Ortsvorsteherin Sigi Wolf. Am Stand der SPD gibt es eine herzliche Begrüßung. „Wir sind doch alle Frauen“, sagt Theda Ockenga. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen überreicht Annegret Kramp-Karrenbauer eine rote Rose zum Muttertag. Und spricht von einem Thema, das sich später in der Halle unter den CDU-Mitgliedern wiederholen wird: Noch immer sind zu wenig Frauen in der Politik aktiv. Weil sie nicht wollen? Das kann nicht sein, meint Barbara Bäcker. Die Lindenholzhäuser Ortsvorsteherin ist seit Jahrzehnten aktiv und rennt bei Annegret Kramp-Karrenbauer eine offene Tür ein: „Wenn auf der Liste für das Europaparlament die aussichtsreichen ersten vier Plätze mit Männern besetzt werden und erst der fünfte, wackelige, mit einer Frau, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir dann, wenn wir Kandidaten für die Gemeindeparlamente suchen, auch die Antwort bekommen, ,dann braucht Ihr uns nicht‘.“ Die Zuhör-Tour will genau diese Anregungen aufnehmen – und ins Parteiprogramm einbringen.

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