Hans Jürgen Hahnefeld und seine Fahrschule sind bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Sie war nur im ersten Lockdown geschlossen.
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Hans Jürgen Hahnefeld und seine Fahrschule sind bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Sie war nur im ersten Lockdown geschlossen.

Fahren mit Maske

Auch Fahrschulen bieten Online-Unterricht an

  • vonMariam Nasiripour
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Unterschiedliche Regeln im Nassauer Land: In Rheinland-Pfalz kann erst seit Montag wieder der Führerschein gemacht werden.

Limburg -Die Fahrschulen in Hessen sind von der Corona-Pandemie nicht so hart gebeutelt worden wie zum Beispiel der Einzelhandel oder die Gastronomie. Sie mussten zwar während des ersten Lockdowns ebenfalls mehrere Wochen schließen, durften nun aber im zweiten Lockdown offen bleiben und weiter unterrichten. Während einige den Unterricht normal weiterführten, wechselten andere komplett in die digitale Form.

Zu Letzteren gehört die Fahrschule Lottermann in Bad Camberg. Christian Lottermann hatte zu Beginn der Pandemie im März 2020 eine Ausnahmegenehmigung für den Theorieunterricht gestellt. Damit darf er seine Fahrschüler online unterrichten. Das klappe gut und die Schüler seien sehr engagiert und aktiv. "Wir sind sehr froh, dass wir im Gegensatz zu vielen anderen Kolleginnen und Kollegen aus dem Bundesgebiet arbeiten durften. In fast allen Bundesländern stehen beziehungsweise standen die Fahrschulen still oder durften nur in bestimmten Bereichen arbeiten. Das finde ich persönlich den Kollegen gegenüber ungerecht und lässt sich für mich auch überhaupt nicht schlüssig erklären", sagt Lottermann.

Für den praktischen Teil des Unterrichts treffen sich die Schüler an der Fahrschule, damit sie sich die Hände waschen und desinfizieren können. So sei auch gewährleistet, dass die Fahrlehrer die Autos zwischen den Fahrstunden ausreichend lüften können. "Im Fahrzeug tragen Fahrschüler und Fahrlehrer Masken. Ebenso achten wir darauf, dass ein Schüler jeweils nur einen festen Fahrlehrer hat und es so keine Durchmischung gibt", sagt Lottermann hinzu. Seit Anfang Februar ist das Tragen von medizinischen oder OP-Masken im praktischen Fahrunterricht auch in Hessen Pflicht. Die praktischen Prüfungen dürfen ebenfalls normal stattfinden, auch wenn dann mit dem Prüfer mehr als zwei Haushalte in einem Fahrzeug sitzen.

Präsenzunterricht

bevorzugt

In der Fahrschule Geis findet der theoretische Unterricht immer noch direkt in Frickhofen statt. "Ich bin kein Fan von Online-Unterricht. Die Schüler sind dann nicht so aufmerksam wie hier vor Ort. Daher funktioniert es nicht immer gut", erklärt Fahrlehrer Tobias Geis. Er hat zwischen den Tischen Trennwände und an den Eingängen Desinfektionsmittel aufgestellt. Außerdem seien seine Schüler alle sehr achtsam und würden auf die AHA-Regeln achten. Auch die Fahrzeuge der Fahrschule Geis werden nach jeder Fahrt desinfiziert und die Fahrlehrer tragen speziell beschichtete Handschuhe, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Hans Jürgen Hahnefeld bietet in seiner Fahrschule in Limburg auch lieber Präsenzunterricht an. Er hat sich aber auch die Lizenz für den digitalen Unterricht besorgt. Diesen nutzten aktuell aber nur wenige Fahrschüler. In seinen Kursen sitzen derzeit maximal 25 Personen statt der üblichen 43, um den geforderten Abstand einzuhalten. Dennoch tragen seine Schüler im Unterricht eine Maske, weil man manchmal den Abstand doch nicht einhalten kann. Um alle Fahrschüler unterzubringen, hat Hahnefeld noch einen zweiten Kursraum eingerichtet.

Seit vergangenem Jahr sei die Nachfrage nach dem Motorrad-Führerschein gestiegen, so Hahnefeld. "Die Menschen haben Zeit und Geld." Die ganze Situation sei für ihn und seine Schüler sehr nervenaufreibend und auch kostspielig. Denn er musste viel in Masken, Desinfektionsmittel und Trennwände für das Büro investieren. Von der Politik fordert er bei der Impfung eine Gleichbehandlung wie Erzieher und Lehrer. "Wir unterrichten doch auch", sagt Hans Jürgen Hahnfeld.

Viel investiert in Masken und Desinfektionsmittel hat auch Jens Mühlschlegel. Der Fahrlehrer aus Diez durfte am 1. März seine Fahrschule wieder öffnen. Denn die Fahrschulen in Rheinland-Pfalz waren seit dem 15. Dezember 2020 geschlossen. Erlaubt war nur die Ausbildung von Lkw- und Busfahrern. Allerdings sitzen in seinem Theorieunterricht statt 25 jetzt nur sechs Personen. Die Tische habe er entfernen müssen, um Abstände einhalten zu können.

Fahrschüler ins

Nachbarland verloren

Jens Mühlschlegel rechnet in den nächsten Wochen mit einem Ansturm auf seine Fahrschule. Viele Fahrschüler, die ihre Ausbildung mittendrin unterbrechen mussten, seien auch schon wieder zurück. "Ich hatte auch schon einige Rückfragen", sagt er. Der Diezer Fahrlehrer nimmt auch noch neue Schüler auf, solange er die Kapazitäten hat. Sollte der Andrang zu groß werden, müsse er einige Schüler auf später vertrösten. Auch in seiner Fahrschule werden die Fahrzeuge nach jeder Fahrt desinfiziert. Und auch in Rheinland-Pfalz müssen Fahrschüler und -lehrer im Wagen eine Maske tragen. Jens Mühlschlegel ärgert sich darüber, dass er wegen des zweiten Lockdowns drei Schüler nach Hessen verloren und somit viel Geld eingebüßt habe.

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