Auftakt für das „neue“ Plateau

Die ersten Bäume sind gefallen: Seit gestern laufen die Arbeiten für die Neugestaltung des Domplateaus. Bis zum Herbst soll alles fertig sein.

Die Arbeiten zur Umgestaltung des Domplateaus haben gestern begonnen. Die Baukosten für die Umgestaltung sind im Haushalt der Stadt mit 600 000 Euro eingestellt. Zum Auftakt fällten Mitarbeiter eines beauftragten Unternehmens einige Bäume im Bereich des alten Friedhofs und des angrenzenden Parkplatzes und entfernten Büsche und Sträucher, wie die Stadt mitteilte. Dabei gingen sie nach einer Liste vor, wobei der Ortsbeirat über die zu entfernenden Bäume abschießend noch einmal einzeln abstimmte und sich auch dafür aussprach, einige Bäume stehen zu lassen. Die Arbeiten sind so frühzeitig im Jahr notwendig, da alle Rückschnitt- und Fällarbeiten bis Ende Februar beendet sein müssen.

Bei den Bäumen, die entfernt worden sind, handelt es sich vor allem um Nadelbäume und um nicht standortgerechte Arten; es sind auch einige Laubbäume darunter. Zwei der Bäume werden umgesetzt, wobei sie erst nach Abschluss der landschaftsgestalterischen Arbeiten wieder eingepflanzt werden. Zum Abschluss der Umgestaltungsarbeiten sollen im Herbst auch noch vier Laubbäume neu gepflanzt werden. Zudem wird eine Hecke entlang des Parkplatzes gepflanzt, um die Parkanlage abzugrenzen.

Behindertenfreundlich

Der parkähnliche Charakter des alten Friedhofs soll stärker betont und gleichzeitig einem größeren Teil der Bevölkerung zugänglich werden. Nach Angaben von Thorsten Renz von der Abteilung für Landschaftsplanung wird das Areal zwar nicht behindertengerecht, jedoch behindertenfreundlich. Dazu sind Eingriffe in die Wegeführung und Treppenanlagen vorgesehen.

Durch die Verlängerung der Treppe am Haupteingang und einem Absenken des Bereichs am Fuß der Treppe ist es möglich, auf die Stufen auf dem Weg zur Michaelskapelle zu verzichten. Auch die Treppe des Seitenaufgangs Richtung Domherrenfriedhof muss dadurch verlängert werden. Ein sogenannter Bypass soll Rollstuhlfahrern den Zugang zu dem Domherrenfriedhof ermöglichen. Dabei wird auch der Bereich um das Stalingrad-Denkmal neu gestaltet.

Der Weg von der Haupttreppe zur Michaelskapelle wird mit Natursteinpflaster gestaltet, die übrigen Wege werden mit einer wassergebundenen Decke errichtet. Kleinere Pflasterflächen gibt es an einem zentralen Rondell mit Bänken. Zudem werden auf der Fläche noch drei Sonnensofas aufgestellt.

Ein neuer Mauerdurchbruch im Verlauf der Domstraße ermöglicht einen Zugang zur Anlage, ohne über den Parkplatz gehen zu müssen. Der anschließende Weg führt an der Mauer entlang bis zur nordwestlichen und tiefgelegenen Spitze des Areals. Die dortige Böschung wird nach Angaben von Renz abgeflacht, damit in den Boden Grabplatten eingelassen werden können, die sich derzeit noch im Schlosshof befinden. Versetzt werden sollen zudem einige Grabdenkmale. Das frei werdende Areal soll in Zukunft als Bauerngarten angelegt werden.

Neue Perspektive

Nach Abschluss der Arbeiten wird auch eine neue Perspektive auf die Lahn möglich sein, denn der Lahnbalkon soll wieder zugänglich werden. Über viele Jahrzehnte war die Fläche nur etwas für Insider, nun soll sie der breiten Öffentlichkeit wieder zur Verfügung gestellt werden. Der Zugang ist direkt neben der Michaelskapelle; dort soll ein abschließbares Tor ein nächtliches Betreten verhindern. Der Lahnbalkon ist nur über Treppen zu erreichen. Die Fläche des Balkons soll mit Schattenrasen eingesät werden, an der rückseitigen Wand sind drei Bänke vorgesehen.

Wichtiger Bestandteil der vorgesehenen Neugestaltung ist auch die Sicherung verschiedener Bereiche mit Geländern. Und zum Projekt Neugestaltung gehört auch die Beleuchtung.

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