Mit dem Aufzug zum Mars

Träume können wahr werden: Über die Raumfahrt, die Reise zum Mars und den deutschen ISS-Astronauten Alexander Gerst sprach Professor Dr. Dietrich Wörner vor zahlreichen Kindern in der Limburger WissensWERKStadt.

„Von Limburg zum Mars und zurück“ – einen Ausflug ins Weltall gab es bei der vom Lions Club Limburg Mittellahn zusammen mit dem Jugendbildungswerk Limburg-Weilburg und der Stadtjugendpflege organisierten WissensWERKStadt. Zum Abschluss des 4. Semesters der populären Vortragsreihe hatten die Organisatoren am Samstagvormittag den Direktor des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums Köln, Professor Dr. Dietrich Wörner, eingeladen. Und das zu einer Zeit, in der mit Alexander Gerst wieder ein deutscher Astronaut auf der internationalen Raumstation ISS aktiv ist.

8500 Bewerbungen

Wie werde ich Astronaut und wie lange dauert die Ausbildung, wollten die Kinder gleich vom Direktor wissen. Die Ausbildung dauere drei bis fünf Jahre, sagte er. Unter den rund 8500 Bewerbungen würden vor allem Wissenschaftler gesucht. Schließlich gehe es im Weltall darum, zu forschen und Experimente in der Schwerelosigkeit durchzuführen. Alexander Gerst sei zum Beispiel ein ausgebildeter Vulkanologe. Ein abgeschlossenes Studium sei daher eine gute Voraussetzung für das Leben als Astronaut.

Und wie kommen die angehenden Astronauten in das Weltall? Schon seit Jahrhunderten hätten sich die Menschen darüber Gedanken gemacht, erzählte Dietrich Wörner den Kindern. So hatte der französische Science-Fiction Autor Jules Verne 1869 die Idee, Menschen mithilfe einer großen Kanonenkugel auf den Mond zu schießen. Vom Prinzip her gehe das auch. Der gewaltige Rückstoß würde allerdings die Passagiere in der Kugel umbringen. Auf den ersten Blick ähnlich fantastisch erscheint die Idee eines Weltraumaufzugs. Tatsächlich wäre dies auch möglich. Denn ein Objekt, das sich um die Erde dreht, wäre genauso schnell wie die Erde selbst. Das heißt, der Endpunkt des Aufzugs würde immer genau über der selben Stelle schweben. Allerdings würde sein Bau Unmengen an Material verschlingen.

Lohnende Raumfahrt

Deshalb reisen Menschen schon seit mehr als einem halben Jahrhundert mit Raketen ins All. Der Erste, dem das gelang, war 1961 der sowjetische Astronaut Juri Gagarin. Es folgte 1969 die Mondlandung durch die Amerikaner Neil Armstrong und Buzz Aldrin.

Eine Reise zum Mond dauere eine Woche, eine Reise zum nächsten bewohnbaren Planeten, dem Mars, hingegen zwei Jahre, betonte der Experte. Zahlreiche Fragen wären daher vor so einer Reise zu klären. So müssten zum Beispiel die Themen Antrieb, Sicherheit, Gesundheit, Psychologie, Strahlung und Kommunikation bedacht werden. Eine Marsreise ohne Rückkehrticket, wie es ein privates Unternehmen plane, lehne er daher strikt ab.

Trotz des großen Aufwands lohne sich die Raumfahrt aber. Zahlreiche Satelliten würden nicht nur bei der Wettervorhersage helfen, sondern auch dafür sorgen, dass zahlreiche Fußballfans überall auf der Welt die Weltmeisterschaft in Brasilien live im Fernsehen genießen könnten.

Woher bekommen die Menschen auf der Raumstation ISS eigentlich ihr Wasser, fragte abschließend ein Kind. Ein Teil werde mit einem Versorgungsraumschiff angeliefert. Der Rest stamme von dem, was die Menschen so abgeben. Das werde dann entsprechend aufbereitet. „Es ist, wie es ist“, sagte Dietrich Wörner mit einem Lächeln. koe

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