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Der Fachkräftemangel von morgen: Es fehlt im Kreis Limburg-Weilburg an Bewerbern für Lehrstellen

Längst nicht jeder Ausbildungsplatz im Landkreis Limburg-Weilburg wird besetzt. Der Grund: Oft mangelt es an Bewerbern. Dabei tun Unternehmen und IHK viel, um gegen den Fachkräftemangel von morgen anzukämpfen.

Zahlreiche Branchen im Landkreis Limburg-Weilburg klagen über einen zunehmenden Fachkräftemangel. Dies liegt auch daran, dass Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, weil sich zu wenige Interessenten auf die ausgeschriebenen Stellen bewerben. Fest steht, dass in der Region viele kleine, mittelständische und große Unternehmen beheimatet sind, die Ausbildungsmöglichkeiten anbieten. Jedoch bleiben besonders in der Hotel- und Gaststätten- sowie in der Straßenbaubranche aktuell zahlreiche Lehrstellen unbesetzt. Zwar wurden laut Industrie- und Handelskammer Limburg (IHK) im vergangenen Jahr in den beiden Berufsgruppen jeweils 64 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, jedoch sind zahlreiche Betriebe weiterhin auf der Suche nach Lehrlingen. Im Hotel- und Gaststättengewerbe liegt der Rückgang der Vertragsabschlüsse bei 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Straßenbau konnten sechs Prozent weniger Lehrlinge eingestellt werden.

Anders sieht es bei dem Beruf des Kaufmanns/-frau für Büromanagement aus. 2018 wurden im Landkreis insgesamt 60 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Die Anzahl der Abschlüsse steigerte sich im Vergleich zu 2017 um 19 Prozent. Die dreijährige Ausbildung erfreut sich enormer Beliebtheit, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Lehre die drei Berufe Bürokaufmann, Kaufmann für Bürokommunikation und den Fachangestellten für Bürokommunikation in einer Ausbildung zusammenfasst. „Somit wird ein attraktives, klar strukturiertes und modernes Angebot für unterschiedliche Branchen geschaffen“, sagt die Geschäftsbereichsleiterin für Aus- und Weiterbildung der IHK, Jutta Golinski.

Initiative zeigen

Sie resümiert außerdem, dass die Ausbildungssituation im Bezirk der IHK Limburg in den vergangenen Jahren sehr stabil sei. 2018 wurden insgesamt 567 Ausbildungsverträge abgeschlossen, was einem Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Um diese Situation auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, müssten jedoch viele Unternehmen Eigeninitiative zeigen, wie zahlreiche Geschäftsführer von Unternehmen im Kreis berichten. Ohne Werbung für ihre zu vergebenden Ausbildungsplätze gelänge es den Firmen nicht, diese zu besetzen.

In der Region finden sich zahlreiche Möglichkeiten, um auf die Ausbildungsberufe aufmerksam zu machen. Das Jobcenter vermittelt Lehrstellen in den unterschiedlichsten Branchen. Außerdem bieten Unternehmen in Zeitungsanzeigen sowie diversen Internetplattformen ihre Lehrstellen an. Dabei ist eine Kampagne des Landes Hessen „von A zu B – Mach deinen Weg“ zu erwähnen, die für eine duale Ausbildung wirbt und an der unter anderem Eisen-Fischer aus Limburg mitwirkt. Außerdem bieten zahlreiche Firmen Unternehmensführungen für Schülerinnen und Schüler an.

Besonders die IHK macht sich für die Wertschätzung der Berufsausbildung stark. „Zu unseren Aktivitäten gehören beispielsweise der Tag der Ausbildung für Schüler und Unternehmen im August“, sagt IHK-Präsident Ulrich Heep. Das Ausbildungsmarketing der Unternehmen unterstütze die IHK mit ihrer Lehrstellenbörse (siehe Text rechts), Infotagen zum Thema Ausbildung, einem Ausbildungsatlas, der jährlichen Championsehrung oder mit einem Bildungspreis. „Schülerinnen und Schüler, die zeitnah ihren Abschluss erlangen werden, haben durch diese Vielzahl an Möglichkeiten die Chance sich über ihre zukünftigen Berufswünsche zu informieren.“

In den kommenden Ausgaben werden wir einige Unternehmen aus allen Teilen des Landkreises vorstellen, die aktuell Lehrstellen anbieten. Dabei zeigen wir, welche Ausbildungsberufe die jeweiligen Unternehmen anbieten, wie sich die Bewerbungsverfahren unterscheiden, wie die einzelnen Ausbildungen ablaufen und ob es Mangel an Bewerben gibt.

Eisen-Fischer in Limburg, das Hotel zur Krone in Löhnberg und die Walter Feickert GmbH in Gaudernbach geben Einblicke in ihren Betrieb. Außerdem sind Berichte über das Autohaus Weichel in Eisenbach, das Heizungs- und Sanitärunternehmen Ketter aus Münster, den Senioren-Park Carpe Diem in Niederselters sowie die Glashütte in Limburg zu lesen.

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