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Gegen 19 Uhr rollten die teilweise von weit her gekommenen Autofans am ICE-Bahnhof ein.

"Ras in den Mai" in Limburg

800 Autofans rasten in den Mai

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„Ras in den Mai“ sollte das große Treffen für Fans getunter Autos werden, doch mit Vorführungen im Limburger ICE-Gebiet wurde es diesmal nichts.

. Große Aufregung im Vorfeld, relativ kleine Probleme bei der Veranstaltung: Nachdem das Verwaltungsgericht Wiesbaden das von der Stadt Limburg erlassene Verbot gegen das Treffen der Fans getunter Autos kurzfristig aufgehoben hatte, konnten die Fahrer am Donnerstagabend im Gegensatz zum „Carfreitag“ ordnungsgemäß am ICE-Bahnhof einrollen.

Rund 800 Fahrzeuge und 1500 Teilnehmer zählten die Beamten der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, die zahlreiche Führerscheine und Personalausweise kontrollierten. Sie beanstandeten bei mehreren Autos Reifen und Felgen, darüber hinaus fehlten einige Betriebserlaubnisse für Anbauteile. Außerdem waren mehrere Autofahrer ohne Sicherheitsgurt unterwegs. Bei Geschwindigkeitskontrollen registrierte das Ordnungsamt Limburg auf der B 8 und der B 49 insgesamt 130 Verstöße, die Polizei erfasste auf der B 417 acht Raser.

Im ICE-Gebiet „begrüßten“ Ordnungskräfte der Stadt Limburg und Polizisten die ungebetenen Gäste. Vorsorglich hatten sie eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet, um die Autofahrer nach einer „Ehrenrunde“ zum Verlassen des Geländes zu bewegen.

Rund um die Tankstelle am Eingang des ICE-Gebiets bildete sich eine große Menschentraube, die ankommende Fahrzeuge begrüßte und an die Tankstelle lotsten. Als dort jedoch alle Parkmöglichkeiten erschöpft und der Straßenverkehr an der Autobahnkreuzung zunehmend zäher wurde, griff die Polizei ein und sperrte die Zufahrt. Eine spontane Straßenblockade der Autofans löste die Polizei schnell auf. Fünf Platzverweise sprachen die Beamten aus, die zudem ein Megaphon beschlagnahmten. Damit hatte ein Tuning-Begeisterter seine Gleichgesinnten willkommen geheißen, aber auch die die Aufmerksamkeit der vorbeifahrenden Autofahrer auf sich gezogen.

„Wie kann man es hier ordentlich machen, ohne dass man es direkt verbietet?“ fragte sich unter anderem Sergej. Ein getuntes Autos zu besitzen, ist für ihn ein Hobby wie jedes andere auch. „Wir freuen uns das ganze Jahr schon darauf und machen unser Auto schick für diesen Tag“, sagt er. Eine Veranstaltung wie „Ras in den Mai“ spricht sich vor allem in sozialen Netzwerken schnell herum, so Sergej.

Warum aber Limburg? „Es ist einfach so ziemlich die beste Location, sie liegt zentral zwischen Frankfurt und Köln“, erklärt Sergej. Andere Parkplätze gebe es in Limburg keine für eine solche Veranstaltung, meint er: „Wir stören hier eigentlich kaum jemanden, außer den Leuten, die vielleicht zehn oder 15 Minuten länger brauchen.“ Ihm ist wichtig: „Wir wollen nicht die Bewohner von Limburg stören, wir wollen niemanden gefährden.“

Sergej und seine Freunde, die seit rund zwei Monaten als Gruppe zusammen sind, wollen nach eigenen Worten gern Gespräche führen mit dem Ordnungsamt Limburg und den Bürgermeisterkandidaten. Mit seinen Freunden hat er nach eigenen Worten schon oft über das Thema diskutiert.

Ein Resultat: gemeinsam haben sie eine Spendenaktion ins Leben gerufen, sich T-Shirts angefertigt und Spendenbüchsen gebastelt, um für den vier Jahre alten Daniel Nikabadze aus Linter zu sammeln. Die hatten sie auch am Vorabend des 1. Mai dabei. Das ärgert Sergej: „Wären 3000 Menschen gekommen und hätte jeder nur zwei Euro gegeben, hätten wir 6000 Euro für Daniel gehabt.“

(bra)

Viele Verstöße, aber kein Verkehrschaos und keine Ausschreitungen: "Ras in den Mai" in #Limburg sollte das große Treffen...

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